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Erster Schritt auf dem Weg zum Pfarrverband

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Das Team »St. Andreas II« auf der Suche nach Stärken und Schwächen seiner Pfarrei. Fotos: Pfnür
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Die Teilnehmer aus der Au unterziehen ihre Pfarrei einer kritischen Analyse.
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Die Marktschellenberger gestalten ihre Bestandsaufnahme besonders farbenfroh.

Berchtesgaden (A.P.) - Zu einer gemeinsamen Klausurtagung trafen sich kürzlich die Pfarrgemeinderäte, die Kirchenverwaltungsmitglieder, die Angestellten sowie die Seelsorger der Pfarreien St. Andreas Berchtesgaden, Heilige Familie Au und St. Nikolaus Marktschellenberg im Pfarrheim St. Andreas.


Nach einer kurzen Besinnung und einem Gebet begrüßte Diakon Matthias Friedl vom Regionalteam Süd die mehr als 50 Anwesenden. Er erinnerte daran, dass im Jahre 2010 vom Erzbistum der »Struktur- und Personalplan 2020« verabschiedet worden war. Darin sei vorgesehen, dass die Pfarreien Au, Berchtesgaden und Marktschellenberg zu einem gemeinsamen Pfarrverband mit insgesamt 7 249 Katholiken zusammengeführt werden sollen. Diese Seelsorgeeinheit solle gemäß dem Orientierungsrahmen zwei Priester und zwei pastorale Mitarbeiter/-innen erhalten. Man sei allerdings erst am Beginn der Aufbauphase, in der die geeigneten Strukturen gefunden werden müssen. Der Abschluss dieser etwa 12 bis 24 Monate dauernden Aufbauphase werde die offizielle Bildung des Pfarrverbandes sein. Friedl versicherte, dass alle beteiligten Pfarreien eigenständig bleiben werden und auch einen Ansprechpartner vor Ort bekommen werden. Neben einem zu bildenden Pfarrverbandsrat werden die einzelnen Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungen wie bisher bestehen bleiben.

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Die weitere Moderation der Klausurtagung übernahmen Esther Nüdling-Schröer und Franz Kohlhuber von der Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung der Erzdiözese München und Freising. Die ausgebildeten Mitarbeiter dieser Institution begleiten Veränderungsprozesse in Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen. Da sie selbst als pastorale Mitarbeiter in Pfarrverbänden tätig sind und gegenwärtig bei der Bildung von zwölf Pfarrverbänden beteiligt sind, kennen sie Theorie und Praxis und wissen genau, an welchen Stellen es »klemmen« kann.

»Dieser Tag soll in erster Linie dem gegenseitigen Kennenlernen dienen«, sagte Franz Kohlhuber, »eine konkrete Bildung von Arbeitsgruppen ist erst sinnvoll, wenn der künftige Leiter des Pfarrverbandes und das Seelsorgeteam feststehen und an den Überlegungen beteiligt werden können.« Mithilfe verschiedenartiger Aufstellungen im Raum konnten alle Anwesenden einer Pfarrei, einer Tätigkeits- oder Interessengruppe, einer kirchlichen Einrichtung oder auch einer Altersgruppe zugeordnet werden. Während die eher alterslastige Zusammensetzung der kirchlichen Gremien wohl eine allgemeine Erscheinung ist, waren die Gemeindeberater überrascht über den überdurchschnittlich großen Anteil an »Urgesteinen«, das sind Menschen, die hier geboren und fest verwurzelt sind.

Als Nächstes waren die Mitglieder der einzelnen Pfarreien aufgefordert, sich Gedanken darüber zu machen, was in ihrer eigenen Pfarrei »blüht«, was der besonderen Pflege bedarf und was daniederliegt. Die Antworten auf diese Fragen wurden in einer Zeichnung als Landschaftsform dargestellt und anschließend dem Gremium vorgestellt.

Dabei zeigte sich, dass neben einigen Einschätzungen, die in allen Pfarreien ähnlich waren, beispielsweise zur Bedeutung des Brauchtums, jede Pfarrei auch ihre eigenen Besonderheiten und Probleme hat. Die Arbeitsblätter mit der Bestandsaufnahme werden aufbewahrt und bei weiteren Schritten der Aufbauphase zugrunde gelegt werden.

Schließlich stellte Franz Kohlhuber kurz die Arbeitsschritte vor, die in der Regel bei der Bildung eines Pfarrverbandes zu tun sind. Dazu zählen unter anderem die Feststellung der Pfarrei-Profile, ein Kooperationsverbund der Kirchenverwaltungen, die Errichtung eines Pfarrverbandsrates, die Team-Entwicklung der Seelsorger, die Öffentlichkeitsarbeit und die Organisation der Pfarrbüros. Wichtig sei es zunächst aber gewesen, dass man einander kennengelernt habe und dabei gesehen habe, »dass das alles Leute sind, mit denen man gut zusammenarbeiten kann«.

Abschließend bedankte sich Dekan Peter Demmelmair bei allen, die trotz des traumhaften Wetters ihre Freizeit geopfert hätten, »für den Dienst an Gott, an den Pfarreien und am zu bildenden Pfarrverband«. Mit einem Segenswort entließ er die hauptamtlich und ehrenamtlich in den Pfarreien Tätigen zu einem späten, aber gemeinschaftsstiftenden Mittagessen.