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Erweiterte Wohnfläche jetzt rechtmäßig

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Bischofswiesen – Mit einem »blauen Auge« davongekommen ist Bischofswiesens 3. Bürgermeister Josef Angerer. Der Bauausschuss gab am Dienstag mit 5:3 Stimmen grünes Licht für den Bauantrag des SPD-Kommunalpolitikers auf Nutzungsänderung der Holzlege und Ausbau des Dachgeschosses als Wohnraumerweiterung sowie Neuaufteilung der bestehenden Wohneinheiten. Damit legalisierte der Ausschuss im Nachhinein Angerers Abweichung von den genehmigten Plänen für sein Haus im Landschaftsschutzgebiet Rostwald.


Durch zwei nicht genehmigte Nutzungsänderungen hatte Josef Angerer die Wohnfläche seines Hauses beträchtlich erweitert. Die eine betrifft die ursprünglich als Holzlege vorgesehene Fläche über der Doppelgarage, die illegalerweise als Appartement ausgebaut und eingerichtet ist und seit längerer Zeit dauerhaft fremd vermietet ist. Hier hat der Bauherr entgegen den genehmigten Plänen ein Gästezimmer, ein Gästebad, einen Hauswirtschaftsraum, eine Diele und ein Arbeitszimmer mit insgesamt 39,80 Quadratmetern eingebaut.

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Die andere Fläche betrifft das Dachgeschoss im Hauptgebäude. Der Speicher wurde mit einem Kinderzimmer, einer Dusche mit WC, Diele/Garderobe, Schlafzimmer und WC auf insgesamt 55 Quadratmetern als Wohnraum erweitert. Im Süden wurde außerdem ein Balkon angebracht. Die Wohnfläche im Haus liegt nun bei insgesamt 315 Quadratmetern. Für die Verwaltung ist die Möglichkeit für eine Genehmigung dieser Größenordnung nach den Vorgaben im Baugesetzbuch »zumindest zweifelhaft«. Denn das Baugesetz hält im Außenbereich für Familienheime mit zwei Wohnungen 200 Quadratmeter für angemessen.

Das Einfamilienhaus am Grubenweg war im Jahr 1997 als Ersatzbau genehmigt worden. Für den Neubau einer Doppelgarage mit darüber liegender Holzlege war im Jahr 2004 eine Baugenehmigung erteilt worden. Bei einer Baukontrolle im Jahr 2005 hatte die Bauaufsichtsbehörde dann bereits festgestellt, dass der Anbau der Garage mit Holzlege entgegen den genehmigten Plänen errichtet worden ist. Das Obergeschoss, das als Holzlege und Abstellraum gedacht war, war gemauert und mit Holzverschalung versehen worden, außerdem war eine Aufdachdämmung erstellt und auf der Südseite ein Balkon angebracht worden.

Im Rahmen einer Tektur wurden die Pläne im Jahr 2006 so genehmigt, allerdings mit der Nebenbestimmung, dass eine Nutzung des Obergeschosses der Garage als Wohnraum verboten ist. Für den Fall der Nichtbefolgung hat man ein Zwangsgeld angedroht.

Dass sich Josef Angerer nicht an diese Auflage gehalten hat, kam bei einer erneuten Baukontrolle am 17. Januar dieses Jahres heraus. Man stellte fest, dass das Obergeschoss der Garage als Appartement genutzt und dauerhaft fremd vermietet wird.

Im Rahmen der kurzen Diskussion rügten einige Ausschussmitglieder die Vorgehensweise des 3. Bürgermeisters, der noch dazu ein Mitglied des Bauausschusses ist, an der Diskussion aber freilich nicht teilnahm. Dennoch ging der Antrag am Ende mit 5:3 Stimmen knapp durch. Immerhin soll ein Zwangsgeld fällig geworden sein. Ulli Kastner