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»Es ist eine Sache von Wochen, nicht von Monaten«

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Betretene Gesichter bei den Verantwortlichen (v.l.): Watzmann-Thermen-Aufsichtsratsvorsitzender Franz Rasp, Geschäftsführer Christoph van Bebber und TRBK-Vorsitzender Stefan Kurz gehen davon aus, dass das Bad in einigen Wochen wieder geöffnet werden kann. Fotos: Anzeiger/Wechslinger
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Die Scheiben haben die Einsatzkräfte der Feuerwehren eingeschlagen, damit der Rauch entweichen konnte.

Berchtesgaden – Einen Tag nach dem Brand in der Watzmann Therme begannen gestern Freitag bereits die Aufräumungsarbeiten. Die Mitglieder des Aufsichtsrats, die gestern früh zu einer Krisensitzung zusammengekommen waren, gehen davon aus, dass das Bad in einigen Wochen wieder geöffnet werden kann.


Weil man von einem technischen Defekt in einem der Solarien ausgeht, wird eine Spezialfirma die betroffene Kabine am Sonntag zur Inspektion mitnehmen. Ferner werden auch die Vertreter der Versicherung vor Ort sein, um die Schadenshöhe zu taxieren. Aus Sicherheitsgründen hat man erst einmal die Fernwärme für die Watzmann Therme abgestellt.

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Aufsichtsratsvorsitzender Franz Rasp sprach gestern Vormittag von einem Schaden in deutlich sechsstelliger Höhe. Wann die Watzmann Therme wieder geöffnet werden kann, ist noch offen: »Wir rechnen in Wochen, nicht in Monaten«, erklärte Rasp, der sich mit seinem Kollegen Stefan Kurz sowie Geschäftsführer Christoph van Bebber bereits am Freitagmittag mit Mitarbeitern und den beteiligten Firmen zu einer ersten Baubesprechung getroffen hat. Bereits davor stand fest, dass keine Schäden in der Bausubstanz festgestellt worden sind.

Es seien jedoch durch den Brand und den Rauch einige Einrichtungsgegenstände schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, bemerkte Stefan Kurz. Der geht davon aus, dass hier erst einmal die Unterbrechungsversicherung einspringt. Schon aus diesem Grund sei natürlich auch die Versicherung sehr daran interessiert, dass der Schaden so schnell wie möglich behoben wird.

In gewissen Bereichen der Therme konnte das Personal nach einer schnellen Erlaubnis durch die Versicherung bereits mit Reinigungs- und Ausbesserungs- sowie Renovierungsarbeiten beginnen. Gleichzeitig werden die kontaminierten Bereiche von einer Spezialfirma untersucht. In der ersten Juniwoche wäre die Therme ohnehin für Revisionsarbeiten geschlossen worden.

Franz Rasp bezeichnete die Arbeit der Einsatzkräfte gestern als »lehrbuchmäßig«. Ferner hätten auch die Mitarbeiter der Therme hervorragend reagiert, ein Vorteil sei die Anwesenheit von Kräften der Wasserwacht gewesen, die sofort mitgeholfen hätten. Respekt zollte Rasp den verschiedenen Feuerwehren, die im Verbund mit den weiteren Einsatzkräften hervorragend zusammen gearbeitet hätten. Nur dieser Tatsache sei es zu verdanken, dass bis auf die beiden Feuerwehrmänner und den Buben keine Personenschäden zu beklagen gewesen seien, lobte Kurz. Bereits knapp zwei Stunden nach Ausbruch des Brandes konnten die Badegäste wieder an ihre Spinde, die nicht in Mitleidenschaft gezogen waren.

Rasp bezeichnete den Einsatz als sehr ernsthaft und problematisch für die Atemschutzträger, weil immens hohe Temperaturen entstanden sind. Aus diesem Grund hatte man auch die Scheiben der Vorderfront eingeschlagen, um das Gebäude zu entrauchen und den Angriff auf den Brandherd überhaupt zu ermöglichen.

Wer noch Badeutensilien und Bekleidung vermisst, kann sich im Büro der Watzmann Therme oder unter Telefon 08652/94640 melden.

»Wir werden unsere Gäste immer wieder über den Stand der Schadensbehebung informieren. Nachdem der Zeitraum bis zur Wiedereröffnung überschaubar scheint, glauben wir auch unsere Gäste wieder zurückzubekommen«, erklärte Geschäftsführer Christoph van Bebber. Der hatte sich seinen Einstand als neuer Thermen-Chef sicherlich anders vorgestellt. Christian Wechslinger