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»Es könnte etwas misslingen«

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Thomas Goppel, Vorsitzender des Landesdenkmalrates, sprach mit der Heimatzeitung über das Hotelneubauprojekt am Königssee. Foto: privat

Schönau am Königssee – Die Kritik am Hotelprojekt in Schönau am Königssee reißt nicht ab. Nun äußerte sich der ehemalige bayerische Umweltminister und spätere Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Thomas Goppel (CSU), gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Goppel ist aktuell Vorsitzender des Landesdenkmalrates.


Wichtig, so Goppel, sei es, dass die Gemeinde das Projekt rund um die Hotelneubauten abstimmt – und zwar mit allen, die davon betroffen seien. Aus denkmalpflegerischer Sicht sei das Königssee-Areal ein bedeutender Ort. Deshalb müssten Veränderungen dort von langer Hand geplant werden. »Empfindlichkeiten ohne Not« auf die Probe zu stellen, sei nichts, was man unbedingt durchdrücken müsse, so Goppel im Gespräch mit der Heimatzeitung.

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Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk äußerte sich Goppel ebenfalls: »Wenn wir da nicht aufpassen, könnte uns da (am Königssee; Anm. d. Red.) etwas misslingen. Diejenigen, die vorbeifahren und sich am Ende ärgern, wenn es nichts Gescheites ist, werden mehr sein als diejenigen, die drin wohnen und für drei Tage zufrieden sind.« Anfang August wird der Staatsminister a. D. den Königssee besuchen und sich einen Überblick vor Ort verschaffen, wie er dem »Berchtesgadener Anzeiger« bestätigte.

Als Vorsitzender des Landesdenkmalrates berät Goppel insbesondere die Staatsregierung und wirkt an wichtigen Fragen der Denkmalpflege mit. Neben Vertretern der Parteien gehören dem Landesdenkmalrat die Repräsentanten jener Interessengruppen an, die von Denkmalschutz und Denkmalpflege berührt werden, etwa Kommunen, Kirchen, Denkmalbesitzer und Architekten.

Das Hotelprojekt am Königssee bleibt weiterhin umstritten. Auch der Bund Naturschutz und der Bayerische Landesverein für Heimatpflege hatten sich in der letzten Woche kritisch geäußert und die Dimensionierung des Projektes angeprangert. Auch die Städteplanerin Claudia Schreiber war mit deutlichen Worten an die Gemeinde herangetreten.

In der letzten Woche hatte der Gemeinderat in Schönau am Königssee dem Projekt schließlich grünes Licht gegeben. Damit nimmt das Projekt nun seinen Lauf, das Bebauungsplanverfahren kann eingeleitet werden. Der Umfang des Hotels wurde leicht zurückgeschraubt. Anstatt einer Sechsstöckigkeit werden die Hotelgebäude nur noch fünfstöckig realisiert. Ein geplantes Geschäftsgebäude ist um drei Meter in der Breite verkleinert worden.

Für Bürgermeister Stefan Kurz kommt das »ok« für den Hotelbau gerade gelegen. Dass nun so viel Kritik über die Kommune hereinprasselt, damit hat der Gemeindechef kurz vor dem Ausscheiden aus dem Amt aber nicht gerechnet. Kilian Pfeiffer