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»Es wird immer ein Draufzahlgeschäft sein«

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Auch der Busbahnhof von Berchtesgaden soll durch das Rufbussystem ab nächstem Jahr angefahren werden. Allerdings werden 9-Sitzer-Busse zum Einsatz kommen, die auf Wunsch Fahrgäste abholen. Zwei Stunden zuvor müssen sich Gäste telefonisch anmelden. (Foto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Der Markt Berchtesgaden unterstützt das von den Gemeinden Bischofswiesen und Marktschellenberg geplante Rufbussystem. Das entschied der Gemeinderat am Montagabend in seiner jüngsten Sitzung. Drei Haltestellen sollen künftig auch auf Berchtesgadener Boden liegen. Die finanziellen Kosten bleiben überschaubar.


Durch den Rufbus soll eine flächige Erschließung der Randbereiche der Gemeinden Ramsau und Bischofswiesen erfolgen. Unter anderem sollen die Ortsteile Hochschwarzeck, Loipl und Taubensee sowie der Bereich Aschauerweiherstraße besser an den Personennahverkehr angebunden werden. 37 Haltestellen sollen in den beiden Gemeinden bedient werden. Berchtesgaden beteiligt sich mit drei weiteren Haltestellen. So soll der Rufbus den Bahnhof Berchtesgaden anfahren, auch die Kreisklinik Berchtesgaden sowie das Etzerschlössl sind als Haltestellen geplant.

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Der Rufbus wird sowohl Gästen als auch Einheimischen zur Verfügung stehen. Geplant ist eine Servicegebühr von 1 Euro pro Fahrt und zusätzlich 1 Euro je befahrene Wabe. Die Wabenstruktur entspricht der Wabenstruktur der RVO aus den eingesetzten Linienbusen. Fahrten sind mindestens zwei Stunden vor Fahrtantritt telefonisch anzumelden.

Die Abholung erfolgt an der jeweils nächstgelegenen Bushaltestelle. Zur Erschließung der genannten Bereiche innerhalb der drei Gemeinden werden neue zusätzliche Bushaltestellen eingerichtet. Der Rufbus kann für die Zeit von 6 bis 21 Uhr gebucht werden.

Die Kosten für das Rufbussystem werden zu drei viertel durch den Freistaat Bayern gedeckt, das letzte Viertel wird von den drei Gemeinden anteilsmäßig getragen. So zahlt der Markt Berchtesgaden rund 7,5 Prozent für drei Haltestellen, was in Summe rund 1 200 Euro pro Jahr ausmacht.

Bürgermeister Franz Rasps Vision ist es, das Rufbussystem auszuweiten, sollte es gut angenommen werden. Denkbar sei, alle entlegenen Bereiche des Talkessels mit Haltestellen zu versehen, die auf Wunsch angefahren werden können.

Bedenken äußerte Grünen-Gemeinderat Dr. Bartl Wimmer: »Zwei Stunden Wartezeit: Wird das wirklich angenommen werden?« Rasp sagte, dass man sich ab kommendem Jahr in eine Testphase begeben werde. »Es wird fahrgastgenau abgerechnet. Natürlich bleibt das Ganze ein Draufzahlgeschäft.«

Geplant ist der Einsatz von 9-Sitzer-Bussen, sodass die Anzahl an zu transportierenden Personen überschaubar bleibt. Kilian Pfeiffer

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