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Eschenholzski, Schnürschuhe, Bambusstöcke

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Kurz vor dem Start stieg die Spannung unter den Charivari-Teilnehmern. (Fotos: B. Stanggassinger)
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Geschafft: Gisela Bellmer aus Schönau am Königssee.
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In aerodynamischer Haltung durchs Ziel: der Königsseer Ludwig Kastner.
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Georg Schmiederer als Arzt mit Schwangerschaftstest.

Schönau am Königssee – Der Skiklub Berchtesgaden veranstaltete am Samstag in Kooperation mit der Berchtesgadener Bergbahn AG und der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee den traditionellen Charivari am Jenner. An dem Nostalgie-Skirennen teilgenommen haben 17 Skifahrer, sie kamen aus Slowenien, Österreich und Deutschland. Grund der relativ geringen Teilnehmerzahl dürfte das schlechte Wetter gewesen sein.


Man traf sich in der Mitterkaseralm. Grußworte und Rennanweisungen gab es von Jennerbahn-Betriebsleiter Wilfried Däuber. Gestartet wurde pünktlich um 12 Uhr. In zwei Durchgängen musste ein Riesentorlauf im Gebiet Jenner- Mitterkaser durchfahren werden. Zur sachkundigen Jury gehörten Weltcupsiegerin Christa Zechmeister und der 2. Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee, Richard Lenz.

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Bewertet wurden neben einer Mittelzeit auch die Haltung, der möglichst nostalgische Fahrstil, die Ausrüstung mit und ohne Stahlkanten sowie das Gewand. Gefahren wurden unter anderem Ski aus der Wagnerei Feil in Teisendorf aus dem Jahr 1950, Eschenholzski aus dem Jahr 1900, selbst gebaute Figei, Oberkurzski aus Kitzbühel sowie Hickory-Ski, Baujahr 1940. Die Bindungen waren überwiegend von Kandahar und Stromer (TM-Bindung/fersenfrei). Als Skistöcke wurden Haselnuss- und Bambus-Stöcke verwendet, einige Teilnehmer fuhren auch nur mit einem Stock. Leder-Schnürschuhe, Lederstiefel der Marke »Klima-Austria«, ein doppelt geschnürter Lederschuh und Schnürschuhe aus dem Jahr 1935 kamen zum Einsatz. Als Kleidung verwendete man Rock, Lederjacke, Hut, Joppe Pinzgauer Putzkittel, Lederhose, Berghose Dreiviertel-Bund, gestrickte Pullover, Strickweste, überkreuztes Stirnband, Steinmarder um den Hals, Knickerbocker etwa aus dem Jahr 1920, Keilhose, Wollhandschuhe, Schafwollscheike, Lungauer Wintertracht (etwa 80 Jahre alt), einen Anzug aus Tuch mit Arztkofferl, Lodeng'wand, Wollrock, Wollbluse und Gletschergläser.

Der jüngste Teilnehmer war 45, der älteste 80 Jahre alt. Aufgrund des dichten Nebels konnte die Strecke nicht eingesehen werden, jedoch war so mancher Teilnehmer von weitem akustisch zu vernehmen. Man hörte mitgeführte Glocken und lautstarke Juhizer. Vor dem Start gab es ein Schnapserl. Humorvoll und redegewandt fungierte Maria Stangassinger als »Stadion«-Sprecherin. Der Sprecherin hätte es jedoch fast die Stimme verschlagen, als ein Nostalgie-Arzt einen Schwangerschaftstest mit dabei hatte. »Man weiß ja nie, was passiert«, lachte der lustige Saalfeldener.

Die Siegerehrung fand in der Mitterkaseralm statt. Dort spielte das Almrausch-Echo zünftig auf. Während der Siegerehrung bedankte sich Wilfried Däuber bei seinen Helferinnen und Helfern, ganz besonders bei Karin Mergner von der Berchtesgadener Land Tourismus Gesellschaft, die in ihrer Freizeit die Organisation leitete.

Das Rennen verlief unfallfrei und alle hatten eine Riesengaudi. In Zukunft möchte man das Nostalgie-Skirennen abwechselnd in Embach im Salzburger Land und am Jenner durchführen.

Den Charivari gewonnen haben: bei den Damen mit Skiern ohne Stahlkanten Elisabeth Schinko aus Piding; mit Stahlkanten Lucy Kranabetter aus Zell am See. Die Sieger bei den Herren mit Skiern ohne Stahlkanten Herbert Madleitner aus Maishofen und mit Stahlkanten Georg Schmiederer aus Saalfelden. Bernhard Stanggassinger