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Familie Hettegger will zurück zur Gemütlichkeit

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Hier soll noch im Mai der »Neuhaus«-Biergarten Wiedereröffnung feiern. Peter Hettegger freut sich schon darauf.
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Die »Rauchkuchl« ist wegen Umbauarbeiten derzeit geschlossen.
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Das »Neuhaus« ist die älteste noch existierende Gaststätte in Berchtesgaden. Nach ihrer Sanierung wird sie wieder in Betrieb gehen. Fotos: Anzeiger/Wechslinger

Berchtesgaden - Das »Neuhaus« am Marktplatz ist die älteste noch existierende Gastwirtschaft in Berchtesgaden. Nun soll das in den letzten Jahren stark vernachlässigte geschichtsträchtige Gebäude wieder den Stellenwert bekommen, der ihm gebührt. Die Familie Hettegger, die das Haus vor einigen Monaten erworben hatte, plant eine Komplettsanierung. Als ersten Schritt soll das »Neuhaus« in den nächsten Wochen wieder eine ansprechende Fassade bekommen. »Außerdem werden wir noch im Mai den urigen Biergarten wieder in Betrieb nehmen«, sagt Peter Hettegger.


»So konnte man das Haus einfach nicht stehen lassen«, erklärt Peter Hettegger und nimmt nachdenklich die bröckelnde Hausfassade ins Visier. Nicht besser stand es seit langer Zeit um den sogenannten Biergarten mit seinen Schatten spendenden Kastanienbäumen. Doch mit dem verwahrlosten Zustand soll es bald ein Ende haben.

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Seit einigen Tagen wird rund um das »Neuhaus« gearbeitet. »Unser erstes Ziel ist es, die Fassade des Hauses wieder sauber herzurichten«, sagt Peter Hettegger. Bis man den Betrieb in der Gaststätte wieder aufnehmen kann, wird es allerdings noch einige Zeit dauern. Schließlich ist damit ein erheblicher Aufwand verbunden - und die Sanierungspläne sind auch noch nicht fix. Sicher ist aber, dass die historischen Räume nach und nach saniert und wieder als Gastwirtschaft betrieben werden sollen.

Wesentlich schneller wird es beim Biergarten am Rande der Fußgängerzone gehen. »Noch im Mai werden wir hier Wiedereröffnung feiern«, verspricht Hettegger. In die große Holzhütte, in der beim Berchtesgadener Advent die Malerwerkstätte untergebracht war, wird die Außenschenke eingebaut. In einer weiteren Adventhütte will man kleine Speisen zubereiten.

»Unser größtes Problem ist bei den vielen Baustellen der Faktor Zeit. Aber sobald wir wieder Luft haben, werden wir das Neuhaus auch innen aktivieren. Es sind ja wunderschöne Gasträume, die man einfach restaurieren muss«, betont Peter Hettegger. Wie es hier genau weitergeht, weiß der »Edelweiß«-Investor aber noch nicht. Jedenfalls will er mit dem Stadtplaner Manfred Brennecke (plante auch das Hotel »Edelweiß«) eine Gesamtlösung für das »Neuhaus« anstreben.

Es sei kein Ziel der Familie Hettegger, Räumlichkeiten für Veranstaltungen zu schaffen, erklärt Peter Hettegger. Der hofft vielmehr darauf, dass sich beim Kongresshaus bald etwas bewegt. »Dieses Projekt muss so schnell wie möglich in Angriff genommen werden«, fordert er.

Während die Familie Hettegger beim »Neuhaus« also noch in der Planungsphase ist, geht es beim künftigen Mitarbeiterhaus in der Angergasse Schlag auf Schlag. Hier befindet man sich trotz schwieriger Felsarbeiten mit vielen Sprengungen im Zeitplan und das »Edelweiß«-Personal kann dort voraussichtlich schon im Oktober einziehen. »Wenn dieses Haus fertig ist, wird es jeder als eine Supersache ansehen, denn früher war dieser Bereich eher ein Schandfleck«, zeigt sich Hettegger überzeugt. Dort entstehen derzeit 44 Mitarbeiterwohnungen mit einer Größe von durchschnittlich 30 Quadratmetern sowie 50 Parkplätze.

Eine »Baustelle« im übertragenen Sinn war in den letzten Jahren auch die im »Edelweiß«-Untergeschoss befindliche Diskothek »Rauchkuchl«. Regelmäßige Schlägereien, Randale und Sachbeschädigungen machten nicht nur den Nachbarn, sondern auch der Familie Hettegger und ihren Hotelgästen zu schaffen. Damit soll nun Schluss sein, die Familie Hettegger kündigt eine Konzeptänderung an und will dort eine Art Tanzbar schaffen. Die Umbauarbeiten haben bereits begonnen.

»Uns persönlich war es schon lange ein Anliegen, dass es dort ruhiger wird. Wir hatten immer wieder Probleme mit unseren Hotelgästen. Bei der Musiklautstärke war eine normale Unterhaltung nicht mehr möglich, das wird anders«, verspricht Hettegger, der sich über die Aggressivität so mancher Besucher wundert, weil er so etwas von seiner Heimat Großarl her nicht kannte.

»Man soll sich in diesem schönen Lokal wieder unterhalten und in aller Gemütlichkeit ein Glas trinken und auch tanzen können. Die angestrebten Veränderungen in der Rauchkuchl werden den Gästen und dem Haus guttun«, prognostiziert Hettegger und zeigt sich schon fast erleichtert: »Wir wollen einfach Frieden und Ruhe haben«. Christian Wechslinger