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Familienklettersteig am Kleinen Jenner eröffnet

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Stefan Lochner, Vorsitzender des Vereins Grünstein-Klettersteig, mit (v.l.) Maria und Richard Lenz, Bürgermeister Hannes Rasp und Pater Kajetan auf dem »Bürgermeister-Bankerl«.
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TRBK-Gästeserviceleiterin Claudia Schülein hat Spaß am Flying Fox. Entlang der Route blüht der Enzian. (Fotos: Mergenthal)

Schönau am Königssee – Etwa 50 Gäste wagten sich am Freitag bei Sonne und Hitze durch das Felsmassiv des »Kleinen Jenner«. Der sogenannte »Schützensteig« wurde offiziell eröffnet. Er soll mit den Schwierigkeitsgraden A bis B eine leichtere Alternative zum Übungsklettersteig am Hanauerstein (B bis E) und zum Grünsteig-Klettersteig (A bis E) für Familien und Kinder sein.


»Für mich ist es eine große Freude, dass wir den dritten Klettersteig in unserer Gemeinde einweihen können«, sagte Bürgermeister Hannes Rasp bei der Eröffnung, die er selbst mit seiner Tochter Jenny als Bläserduo musikalisch untermalte. Angelegt hat den Steig der Verein SC Grünstein-Klettersteig nach der Planung des Berchtesgadener Bergführers Michael Graßl von der Klettersteigschule Berchtesgaden in über 570 Arbeitsstunden. Die Materialkosten von rund 15 000 Euro übernahm die Gemeinde.

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Arbeiten unter widrigsten Umständen

Bis zum Wochenende hatten die etwa 15 Helfer unter den widrigsten Umständen am Steig gearbeitet. Unter den Erbauern waren auch Bergführer und Bergwachtleute aus den Reihen der Vereinsmitglieder sowie Ulli Heimann, Sternekoch vom Hotel Kempinski, der ebenfalls im Verein ist.

»Schnee, Regen, Eisregen – es war ein Wahnsinn. Aber wir haben das durchgezogen«, berichtete Stefan Lochner, Vorsitzender des Vereins Grünstein-Klettersteig. Der Steig umfasst etwa 350 Meter Stahlseil. 90 Trittbügel und 100 Seitenstifte sind eingesetzt. Zwei kleine Schluchten werden mit einem zwölf Meter langen »Flying Fox«, der umgangen werden kann, und einer komfortablen Hängebrücke überwunden. Nach der Hängebrücke gibt es einen Notausstieg. Ein Höhepunkt vor dem Gipfelkreuz ist der letzte steile Anstieg über den Felsgrat. Die Idee eines Einsteiger-Klettersteigs entstand auch angesichts der zahlreichen Unfälle an den schweren Steigen.

Der Klettersteig passe mit dem gebotenen Bergerlebnis gut in das neue touristische Markenkonzept für das Berchtesgadener Land hinein, befand Bürgermeister Rasp. »Voi guad« nannte Maria Lenz (9) den Steig, vor allem wegen des Flying Fox. Mit ihrem Papa Richard Lenz, dem zweiten Bürgermeister, beging sie ihn bereits zum zweiten Mal.

Hannes Rasp würdigte das große ehrenamtliche Engagement der Helfer. Die touristische Vermarktung des Steigs übernimmt die Klettersteigschule Berchtesgaden zusammen mit Sigi Renoth.

Franziskanerpater Kajetan im Klettersteig

Franziskanerpater Kajetan segnete den neuen Steig zusammen mit seinem evangelischen Kollegen Peter Schulz. »Wir treffen Voraussetzungen dafür, um ins Gebirge zu gehen«, sagte Schulz. Letztendlich aber begegneten wir in dieser Wand Gott und uns selbst. Pater Kajetan betete mit ihm und den Gläubigen, um den Schutz für die Steig-Begeher und dafür, dass alle hier Kameradschaft erleben und aufeinander Rücksicht nehmen.

Ein Höhepunkt war die anschließende Begehung. Pater Kajetan tauschte dafür seine Mönchskutte mit einer Lederhose und wurde von Michael Graßl und Hannes Rasp sicher durch den Steig geleitet. Alle genossen die reizvollen Querungen und spektakulären Ausblicke auf Watzmann, Königssee und Berchtesgadener Tal und kurz vor dem Ziel auf dem »Bürgermeister-Bankerl« einen Nuss-Schnaps.

Begeistert von der Routenführung zeigten sich auch der Königsseer Klettersteigexperte Albert Steinbacher. Mit einer Leberkäse-Brotzeit im Gipfelrestaurant klang die Feier nach der geglückten, sicheren Durchsteigung in geselliger Runde aus. Veronika Mergenthal

Weitere Fotos von der Klettersteig-Eröffnung gibt es unter www.berchtesgadener-anzeiger.de.