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General Michael Matz nimmt Abschied von der Brigade – Generalmajor Schütt übergibt an Oberst Sollfrank

Feierliche Kommandoübergabe im Kurgarten

Generalmajor Bernd Schütt (M.) übertrug das Kommando über die Gebirgsjägerbrigade 23 von General Michael Matz (r.) an Oberst Alexander Sollfrank.
General Michael Matz beim letzten Abschreiten der Truppe mit Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner, im Bild rechts der Ehrenzug der Reichenhaller Gebirgsjäger. (Fotos: Zehringer)

Bad Reichenhall – Mit einem feierlichen Übergabeappell im Königlichen Kurgarten nahm die Gebirgsjägerbrigade 23 am Donnerstagnachmittag Abschied von Brigadegeneral Michael Matz und hieß seinen Nachfolger Oberst Alexander Sollfrank willkommen. Vor zahlreichen Ehrengästen übergab der Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Bernd Schütt, das Kommando, nicht ohne Matz auch mit sehr persönlichen Worten für seine Verdienste zu würdigen. Zuvor hatte ein Standortgottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche stattgefunden, anschließend ein Empfang im Alten Königlichen Kurhaus (Bericht folgt).


Zahlreiche Ehrengäste waren gekommen, darunter auch ehemalige Kommandeure der Gebirgsjägerbrigade 23 wie Generalleutnant Erich Pfeffer. Pfeffer hatte das Kommando über das Regionalkommando Nord der ISAF in Afghanistan, als General Matz 2013 im Einsatz war. Daneben gaben Vertreter der niederländischen und österreichischen Streitkräfte dem nach Berlin wechselnden General die Ehre. Aus der Region waren Landrat Georg Grabner, zahlreiche Bürgermeister aus dem Berchtesgadener Land und natürlich Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner zugegen.

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Heimische Soldatenverbände flankierten mit ihren Fahnen die Truppenabordnungen aus allen Teilen der Gebirgsjägerbrigade, die aus Füssen, Ingolstadt, Mittenwald und Bischofswiesen angereist waren. Das Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen gestaltete den Appell musikalisch.

Auch Reichenhaller Bürger hatten den Weg in den Kurgarten gefunden. General Matz wertete ihre Anwesenheit sowie jene der zahlreichen Honoratioren als Beweis für die inzwischen schon geflügelten Worte des Oberbürgermeisters, dass zwischen Bad Reichenhall und den Gebirgsjägern kein Blatt passt.

Am 16. Mai 2012 hatte Matz an gleicher Stelle das Kommando von General Johann Langenegger übernommen, um letztlich die Truppe in einen gefährlichen Einsatz zu führen. Unter anderem mit Übungen in Österreich und Polen bereitete er die Soldaten auf ihre Auslandseinsätze, vor allem in Afghanistan, vor.

Mehr als 2 000 Mann waren 2013 am Hindukusch, Matz selbst von Januar bis August 2013 in Mazar-e Sharif als stellvertretender Chef des Stabes für Sicherheit im Regionalkommando Nord im 31./32. Deutschen Einsatzkontingent der ISAF. Dass alle wieder lebend zurückgekehrt sind, darüber zeigte sich der 55-Jährige in seinem Abschiedsinterview mit der Heimatzeitung am meisten dankbar.

Die Rückkehr »ohne Verluste« sei auch ihm zu verdanken, sagte wiederum der Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Bernd Schütt, und bescheinigte dem scheidenden Brigadegeneral und Freund (»lieber Michael«) unter anderem große Führungsqualitäten. Von »Wandel und Einsatz« war die Zeit Matz' als Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade geprägt, erinnerte der Generalmajor daran, dass neben den Auslandseinsätzen auch die Umstrukturierungen das Militär sehr fordern. Nachdem Matz aus Afghanistan zurückgekehrt war, widmete er sich der Überprüfung aller Truppenteile der Gebirgsjägerbrigade 23 sowie der Umsetzung der laufenden Bundeswehrreform. Gleichzeitig galt es, die Gebirgsjäger auf die neuen Herausforderungen einzustellen.

Seinem Nachfolger Oberst Alexander Sollfrank obliegt es nun, die Gebirgsjäger möglichst ebenso unbeschadet aus den anstehenden Auslandseinsätzen nach Hause zu bringen, wie es seinem Vorgänger vergönnt war. Das Reichenhaller Bataillon wird, wie berichtet, mit einer Stärke von rund 300 Mann zwischen Mai und September als Leitverband für insgesamt 700 Bundeswehrsoldaten im Kosovo im Rahmen der KFOR dienen. Daneben stehen Missionen in Afghanistan und Mali bevor, Mandate für den Irak und in der Ukraine sind nicht unwahrscheinlich.

Sollfrank, der seine Laufbahn 1986 beim Panzergrenadierbataillon 112 in Regen begonnen hat, ist den Gebirgsjägern bestens bekannt. Der 48-jährige Wahl-Bischofswieser war bereits nach dem Studium an der Münchener Bundeswehr-Universität von 1993 bis 1994 Zugführer des Gebirgsjägerbataillons 232 in Bischofswiesen. Nach Stationen unter anderem im Einsatzführungskommando in Potsdam und im Verteidigungsministerium in Bonn kehrte er 2006 nach Bischofswiesen zurück und hatte dort bis 2009 das Kommando über die Struber Jager. Seit April 2013 war Sollfrank Chef des Stabes der Division Spezielle Operationen/Division Schnelle Kräfte. Sabine Zehringer