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Felssturz und Fehlalarm

4.4
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Ramsau – Die Bergwacht Ramsau musste am Dienstag und am Mittwoch zu großen Einsätzen ausrücken. Obwohl sich die Lage in beiden Fällen als ernst darstellte, war letztendlich niemand in Bergnot und auch niemand verletzt.


Am Dienstagabend wurden von der Blaueishütte aus Lichtquellen am Blaueis gesichtet und als alpines Notsignal gedeutet worden. Die Bergwacht Ramsau forderte einen Hubschrauber an. Wegen eines aufziehenden Unwetters konnten aber weder »Christoph 14 aus Traunstein noch »Christophorus 6« aus Salzburg in Richtung Hochkalter starten. Während sich ein Voraustrupp von der Blaueishütte aus zu Fuß auf den Weg machte, fuhren weitere Kräfte von Ramsau aus per Geländewagen an und brachten zusätzliche Ausrüstung. Die Retter gingen von einer Notlage mit Verletzten aus, da sich eine Lichtquelle nicht mehr bewegte und die andere talwärts wanderte.

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Als der Voraustrupp gegen 21.30 Uhr auf den vermeintlichen Melder der Notlage traf, konnte die Aktion abgeblasen werden: Es waren lediglich Bergsteiger im Abstieg, die keine Hilfe benötigten. Die Retter stiegen zu Fuß wieder ab; der angeforderte nachtflugtaugliche Polizeihubschrauber wurde nicht mehr gebraucht.

Am Mittwochnachmittag gegen 14.45 Uhr ging ein Notruf aus dem Watzmann-Gebiet ein, wo ein Bergsteiger vermutlich bereits um 14 Uhr einen größeren Felssturz an der »Jungfrau« und zugleich zwei vermeintliche Hilferufe gehört hatte (wir berichteten kurz). Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers flog das gesamte Gebiet inklusive Kleiner Watzmann und Teile der Ostwand ab und umkreiste alle »Kinder«, konnte aber keine betroffenen Bergsteiger oder Kletterer ausfindig machen, weshalb der Notarzt im Schwebeflug bei einem Bergsteiger am Feldherrenhügel abgesetzt wurde, um ihn zu befragen. Der Mann war zwar nicht der Anrufer, schilderte aber ebenfalls, dass er den Felssturz und die Rufe gehört, aber nichts direkt beobachtet hatte.

»Christoph 14« brachte dann zwei Suchmannschaften der Bergwacht Ramsau auf den Berg und setzte sie im Schwebeflug am Jungfrau-Grat und unterhalb des Watzmann-Gletschers ab. Sie suchten das in- frage kommende Gebiet ab und kontrollierten die Gipfelbuch-Einträge, um mögliche Betroffene oder weitere Zeugen des Felssturzes ausfindig zu machen. Zeitgleich befragte die Polizei ankommende Bergsteiger an der Kührointalm. Inzwischen hatte die Besatzung von »Christoph 14« beim Flug in die Ramsau kurz vorm Ende des Kars in Richtung Kühroint die zwei vermeintlichen Opfer gesehen. Die Bergsteiger gaben an, nur laut gerufen zu haben, um vor dem ausgebrochenen Block zu warnen. Außer ihnen seien keine weiteren Bergsteiger auf der »Jungfrau« gewesen. Kurz nach 17 Uhr traf die Besatzung des für die weitere Suchaktion angeforderten Polizeihubschraubers »Edelweiß 1« ein, nahm die Ramsauer Bergretter nacheinander per Winde auf und brachte sie in mehreren Flügen ins Tal zurück. fb