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Fichtentour im Markt

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Baumkenner: Förster Otto Ertl. Anzeiger-Foto

Berchtesgaden - Otto Ertl ist Förster. Und damit ein ausgewiesener Baumkenner. Ob Fichte oder Tanne. Ertl weiß Bescheid. Und ist mit der Heimatzeitung auf Tour durch den Markt gegangen. Weil dort ein paar Hundert Fichten aufgestellt sind und den »Berchtesgadener Advent« aufwerten. Mit dabei: schöne, aber auch weniger schöne Exemplare.


Otto Ertls Blick fällt auf eine Fichte am Weihnachtsschützenplatz. Er zählt, dann fasst er sein Ergebnis zusammen: »Sechs Quirle.« Das ist der Bereich, wo die Äste herauswachsen. Jeder Astquirl symbolisiert ein Jahr. Ein gewöhnliches Alter für Bäume, die schließlich als Christbaum verwendet werden.

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Fichten waren vor allem früher ein beliebter Christbaum, sagt Ertl. Heute hat die Fichte größtenteils ausgedient. Weil sie oft »dürftig« daherkommt. Kahle, freie Stellen sind keine Seltenheit.

Vor allem in traditionsbewussten Familien findet man den Baum heutzutage. Beliebter ist da schon die Nordmanntanne, weiß Ertl. Weil sie dichter wächst. Kahle Stellen am Baum gibt es nicht. Dafür ist der Preis höher. Wesentlicher Unterschied zwischen Tanne und Fichte: Die Nadeln der Tanne haben auf der Unterseite zwei längs laufende helle Streifen und sind an der Spitze meist rund. Die Nadeln der meisten Fichten sind dagegen gleichmäßig grün und spitz beziehungsweise gekerbt.

Dass fast jeder Haushalt einen Christbaum hat, sei nicht weiter tragisch, erklärt Ertl. Das, was als Christbaum verkauft wird, würde sowieso dem Wald entnommen werden: »Das gehört zur Waldpflege.« Damit soll der Bestand verbessert werden. »Ein schlechtes Gewissen braucht niemand zu haben.« Und wer sich bislang noch nicht zwischen Tanne und Fichte entscheiden konnte, dem könnte ein weiterer Baum gefallen: die Kiefer. »In unseren Breitengraden ist die aber selten.« kp