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Ziegler-Film dreht am Ettenberg weitere Folgen von ZDF-Serie »Lena Lorenz« – Pressegespräch am Set

Filmteam im Clinch mit dem Nachbarn

Marktschellenberg – Die Produktionsfirma Ziegler-Film und die Schauspieler der Serie »Lena Lorenz« sind mit dem Drehort Ettenberg zufrieden. Allerdings gefällt einem Nachbarn nicht, was in seiner Nähe geschieht, weswegen sich schon Rechtsanwälte auseinandergesetzt haben. »Wir sind doch nicht laut und versuchen auch stets Rücksicht auf das Umfeld zu nehmen«, erklärte David Gutknecht, Produktionsleiter von Ziegler-Film, der kurzfristig in die Dreharbeiten eingebunden worden ist. »Aber wenn dann in der Nähe eine Motorsäge angeht und wir nicht mehr drehen können, ist das schon ein Problem.«

Drei Hauptdarsteller der Fernsehserie um Hebamme »Lena Lorenz«: (v.l.) Fred Stillkrauth, Patricia Aulitzky und Jens Atzorn während einer Drehpause. Nach dem Pressegespräch ging der Dreh gleich wieder weiter. (Foto: Wechslinger)

Gutknecht lud am Dienstagnachmittag zu einer Pressekonferenz ein, bei dem die Schauspieler Patricia Aulitzky (Hebamme Lena Lorenz), Jens Atzorn (Quirin Pankofer) und Fred Stillkrauth (Opa Leopold Lorenz) sowie der Marktschellenberger Bürgermeister Franz Halmich, Berchtesgadens zweiter Bürgermeister Bartl Mittner und Karin Mergner von der Berchtesgadener Land Tourismus dabei waren.

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Die vier neuen Folgen von »Lena Lorenz«, die seit neun Wochen und noch bis Ende September gedreht werden, sollen im nächsten Sommer vom ZDF und ORF ausgestrahlt werden. Bei den letzten vier Folgen im April betrugen die Einschaltquoten etwas weniger als bei der ersten Staffel, lagen aber noch weit über vier Millionen, was einen Marktanteil von zirka 14 Prozent ausgemacht hat. Gutknecht bezifferte das sichtbare Team am Set mit 60 bis 70 Personen und 40 weitere Personen dahinter.

Das ZDF möchte, dass die Spielfilmserie »Lena Lorenz« beim alten Format bleibt, weil die Zuschauer die Landschaft kennen und sie auch weiterhin sehen möchten. Bürgermeister Franz Halmich sagte in der Pressekonferenz, der Bevölkerung würden besonders die Landschaftsaufnahmen gefallen. Hauptdarstellerin Patricia Aulitzky konterte, sie hoffe doch, dass die Zuschauer auch mit den Darstellern zufrieden sind.

Karin Mergner von der BGLT verriet, dass sie die Handlung wie aus dem richtigen Leben gegriffen findet, wo auch nicht alles glatt läuft. Nachdem die letzte Folge mit einem Unfall endete, sei sie schon gespannt auf die Fortsetzung. Die Filmemacher wollten keine Geheimnisse über die Fortsetzung preisgeben, denn sonst wäre die Spannung dahin. Allerdings habe es doch eine undichte Stelle gegeben, denn ein Medium wusste schon mehr über die Handlung, als gewünscht, wie Patricia Aulitzky bedauerte. Die Schauspielerin griff anschließend die brisanten Themen Leihmutterschaft und eigene (Film)-Schwangerschaft auf. Offen ist auch, wie sich ihr Filmpartner Quirin Pankofer in den nächsten Folgen verhalten wird. Für Spannung soll auch das Verhältnis von Lena zu ihrer Mutter (Eva Mattes) sorgen, die eng zusammen wohnen. »Ich spiele ja nicht nur eine Heldin, sondern eine normale Frau, die mit all ihren menschlichen Schwächen jemanden braucht«, erklärte Aulitzky die zwischenmenschliche Seite ihrer Rolle. Schließlich habe jeder Mensch gewisse Ecken und Kanten.

Opa Lorenz (Fred Stillkrauth) wirkt im echten Leben ebenso knorrig wie im Film. Der Schauspieler wies am Anfang darauf hin, dass Bartl Mittners Lederhose zu klein sei. Später ärgerte sich Stillkrauth über die Flut von Gästen in der Fußgängerzone von Berchtesgaden: »Was machen denn die ganzen Leute da und wie sind die denn gekleidet?« Dann schwärmte der Schauspieler aber umso mehr von der Schönheit Berchtesgadens: »Heute Früh hat der Watzmann bei völlig klarem Wetter wie aus dem Bilderbuch ausgesehen.« Patricia Aulitzky ergänzte, dass der Untersberg jeden Tag anders aussehe. Allerdings sprach sie auch vom Pech mit dem Wetter in letzter Zeit und bedauerte, dass sie während der Drehpausen nicht ihre geliebten Bergtouren machen konnte. »Wenn wir tagelang drehen, dann muss ich auch einmal etwas anderes sehen und dann sehne ich mich auch nach Berlin«, verriet Patricia Aulitzky.

Abschließend bezeichnete Produktionsleiter David Gutknecht Berchtesgaden als idealen Drehort, der neben all seiner Schönheit auch ein großes Freizeitangebot biete. »Wir waren vor Kurzem bei einem Dreh in Mallorca. Als es einmal länger geregnet hat, sind wir auf der Terrasse gesessen, weil wir nicht wussten, was wir machen sollten. Das kann einem hier nicht passieren.« Christian Wechslinger