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Finanzprognose für 20 Jahre

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So sieht das Vorentwurfsmodell der neuen Watzmann Therme aus. (Foto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Die Sanierung der Watzmann Therme ist seit Ende vergangenen Jahres beschlossene Sache. Einer Finanzprognose für die nächsten 20 Jahre stimmten die Mitglieder in der jüngsten Ausschusssitzung der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK) nun zu.


17 Millionen Euro sollen in den kommenden neun Jahren in die Watzmann Therme investiert werden. Im Zweckverband steht man geschlossen hinter dem Projekt, für das man sich viel Zeit gelassen hatte. Die Watzmann Therme soll ein Familienbad bleiben, so viel ist sicher. Deshalb sei es auch nicht das Ziel, der Rupertustherme in Bad Reichenhall Konkurrenz zu machen, so Rasp. Die TRBK sieht die hiesige Therme weder im Wellness- noch im Spa-Bereich. Dennoch könnte es letzteren geben, wenngleich es dazu noch keinen Plan gibt.

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Dass man aber künftig mehr bieten möchte als bislang, ist ausgewiesenes Ziel des Großprojektes, das nicht nur mit einem erweiterten Spielbereich für Kinder aufwarten soll, sondern auch mehr »Action« bieten möchte. So soll es mehrere Rutschen geben, auch die jetzige Saunalandschaft soll erweitert werden. Zudem denkt man an neue Saunen im Außenbereich. Die Gastronomie sollen verlegt werden, sodass eine direkte Verbindung zwischen der Saunalandschaft und der Gastronomie besteht.

»Wir beschließen die Zukunft der Watzmann Therme für die nächsten 20 Jahre«, sagte Rasp in der Sitzung. Er zeigte in einer Prognose die Erträge für die kommenden Jahre auf. So sollen diese sukzessive steigen, von 7,7 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 8,3 Millionen im Jahr 2025. Die Therme soll dabei in jedem Jahr Gewinn abwerfen. »Entstehen für die Watzmann Therme höhere Aufwendungen als in dieser Prognose angenommen und können diese durch Mehrerträge nicht ausgeglichen werden, sodass es zu Umlagen der Verbandsgemeinden kommt, soll für den Anteil der Wartmann Therme an den Umlagen zur Hälfte der bisherige Umlageschlüssel und zur Hälfte die Einwohnerzahl als Maßstab gelten«, so Rasp. Das Gleiche gelte bei Umlagen, die entstehen, wenn die Erträge geringer ausfielen, als in der Prognose angenommen.

»Eine faire Lösung«

Dr. Bartl Wimmer sagte, dass die Festlegung eine »hohe Bindewirkung für die Bürgermeister« darstelle. Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber ist der Meinung, dass die Lösung fair sei. Denn die Zahlen der Prognose seien gemeinsam durchgespielt worden. Natürlich gebe es Risiken, »wenn man 20 Jahre in die Zukunft blickt«. Ausschussmitglied Michael Lichtmannegger ist gegen eine Neuberechnung der Umlagen. »Wir sollten kein neues Fass aufmachen«, sagte er.

Die geplanten Umbaumaßnahmen sollen in den nächsten neun Jahren realisiert werden. Währenddessen wird die Watzmann Therme dauerhaft geöffnet bleiben. Der Umbau erfolgt modular. Das Erscheinungsbild der Therme soll ganz der neuen Markenpositionierung, dem »Bergerlebnis«, untergeordnet sein. Geplant ist, dass vor allem natürliche Materialien verbaut werden, vor allem Holz, Stein und Glas. Im Außenbereich, wo sich aktuell unter anderem eine Sauna befindet, soll in wenigen Jahren ein Infinity-Pool angesiedelt werden. Wahrscheinlich ist auch die Umsetzung einer Textil-Sauna. In der Watzmann Therme wird es zudem einen Sole-Ruheraum im Innenbereich geben.

2 Millionen Euro an Zuschüssen

In den geplanten 17 Millionen, die in das Projekt investiert werden, ist ein 20-Prozent-Puffer enthalten. Rund 6,3 Millionen Euro werden in die Technik verbaut. Etwa 2 Millionen Euro der Gesamtsumme sollen über Fördertöpfe abgedeckt werden können. Im Zweckverband ist man sich sicher, dass man mit der geplanten Lösung gut dasteht, auch, wenn in Salzburg ein 60-Millionen-Euro-Bad verwirklicht werden soll und die Freizeitbäder derzeit keine einfache Stellung haben. In frühestens eineinhalb Jahren sollen die Umbaumaßnahmen nach dem jetzigen Stand der Dinge starten. Kilian Pfeiffer