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Fitness fürs Hirn und Freude fürs Herz

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Knobeln kann das Gedächtnis stärken (Foto: Weber)

Berchtesgaden - »Wo hab ich denn schon wieder meine Brille hingelegt?« Im Alter kann es vorkommen, dass das Gedächtnis langsam nachlässt. Um dem entgegen zu wirken, bietet Rotraud Pfnür jeden Mittwoch um 10 Uhr im »Werk 34« einen Kurs zum Gedächtnistraining an.


In einer herzlichen, vertrauensvollen Atmosphäre stärken die Teilnehmer des Kurses »Wer rastet, der rostet« jede Woche anhand von abwechslungsreichen Übungen ihre geistige Fitness. Die Gruppe trifft sich im Obergeschoss des Werkes 34. Bei Tee und mitgebrachten Süßigkeiten knobeln die älteren Damen, um einen langen Holztisch sitzend, an den unterschiedlichen Aufgaben.

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Buchstabensalat

Eine dieser Übungen ist der Buchstabensalat: Aus den durcheinandergewürfelten Schriftzeichen eines Wortes muss ein Tier erraten werden. Die Stimmung während des Rätselns ist heiter. Das Entwirren des Buchstabensalates dauert, je nach Tier, unterschiedlich lange. Nach und nach wird aus »Geapiap« ein Papagei, aus »Leckda« ein Dackel und aus »Tater« eine Ratte. Wenn nicht jeder den Begriff sofort errät, geben sich die Teilnehmerinnen gegenseitig humorvolle Hinweise. Der Tipp »Die möchte ich nicht haben« führt beispielsweise zum Enträtseln von »Salu«, der Laus. Lediglich bei »Neudesh« muss Leiterin Pfnür in der Lösung nachschlagen. Es ist ein Seehund.

Neben dem Buchstabensalat sind weitere Aufgaben, die helfen das Gedächtnis zu trainieren, unter anderem verrätselte Märchen, Buchstabenquadrate und Anagrammübungen. Rotraud Pfnür gestaltet das Trainingsprogramm jeweils unterschiedlich. Neben den verschiedenen Aufgaben, die sie aus Büchern zu dem Thema zusammensucht, setzt sie zur Anregung des Geistes auch eine selbst gemachte vereinfachte Version des Spiels Scrabble ein.

Die anregende Wirkung des Trainings begleitet die Teilnehmerinnen die ganze Woche über. Frau R. sagt dazu: »Das Gedächtnistraining bringt mich auch daheim manchmal auf eine Idee. Zum Beispiel was man aus einem Wort alles machen kann. Es ist so, dass man weiter denkt und mehr denkt.«

Die Teilnehmerinnen empfinden neben dem »Ankurbeln des Denkens« vor allem das Zwischenmenschliche bei den Treffen als besonders wertvoll. Zwischen und während den Übungen schweifen die Gesprächsthemen immer wieder ab. Die Frauen erzählen sich gegenseitig von den Ereignissen in ihrem Leben. Dieses Berichten und auch Zuhören wird von den Teilnehmerinnen sehr geschätzt.

Freude motiviert

Für die Leiterin des Kurses Rotraud Pfnür ist, abgesehen von dem Zwischenmenschlichen, auch noch die Freude ein bedeutender Faktor ihrer Arbeit. »Es ist wichtig, dass man an dem Ganzen Freude hat. An den Menschen und an dem was man macht«, sagt sie. Die Rentnerin, eine Frau mit freundlichen Augen und Lachen, ist durch ihre früherer Tätigkeit im Altenheim Insula erstmalig in Kontakt mit Gedächtnistraining gekommen. Den Kurs im Werk 34 bietet sie jetzt schon seit drei Jahren ehrenamtlich an. Jasmin Weber