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Fitnessgrüße aus der Lederhose

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Die Teilnehmer hielten durch, bis es zu schütten begann. (Foto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – »Eine Wiederholung geht noch«, rief Klaus Reithmeier den rund 100 Teilnehmern zu. Die Muskeln in den Beinen schmerzten mittlerweile, es galt, die Zähne zusammenzubeißen. Auf der »Mountain Gallery« des Kempinski-Hotels gab der Fitnesstrainer am Dienstag ein exklusives Lederhosentraining. Mit dabei waren Top-Sportler aus der Region – und Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp.


»Hoffentlich hält das Wetter«, sagte Klaus Reithmeier vor dem Beginn. Sein Blick ging nach oben. Dunkle Wolken, in der Ferne schien es bereits zu regnen. Keine guten Voraussetzungen für das Lederhosentraining, mit dem sich der Personal Trainer rund um München bereits einen Namen gemacht hat. Jede Woche treffen sich Hunderte Teilnehmer im Englischen Garten, um gemeinsam mit Klaus Reithmeier zu trainieren und gewissermaßen an ihre Grenzen zu gehen.

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Das Kempinski-Hotel hatte den gebürtigen Berchtesgadener in seine Heimat eingeladen, um ein exklusives Training auf dem Obersalzberg zu geben. Gewöhnlich hat man von hier einen sensationellen Blick auf die umliegende Bergwelt, das Kehlsteinhaus liegt zum Greifen nah, der Talkessel erscheint wie eine Spielzeugeisenbahnlandschaft. Am Dienstag aber trübten Wolken die Aussicht.

Die Mitarbeiter des Fünf-Sterne-Hotels waren bestens vorbereitet. Jeder sollte bestens versorgt sein, auf Kosten des Hauses, so lautete das Motto. Ein mobiles Zelt wurde errichtet, darunter eine Live-Cooking-Station. Es gab Getränke in Hülle und Fülle, gesunde, selbst gemachte Smoothies, Power-Riegel, Obst en masse, Chefkoch Thomas Walter stand persönlich an der Ausgabe und servierte Ochsenfetzensemmeln.

Trotz des schlechten Wetters ließen die Berchtesgadener ihren Lederhosen-Trainer nicht im Stich und trudelten nach und nach ein. Alle sportlich gekleidet, so mancher junge Mann kam in Lederhose. Auch Felix Loch, Mehrfach-Olympiasieger im Rodeln, ließ sich den Spaß nicht entgehen, und kam mit Ehefrau Lisa. Ex-Skifahrerin Hilde Gerg, die bereits mehrere Male in München am Lederhosentraining teilgenommen hatte, schaute ebenfalls vorbei. Und schließlich kam auch noch Berchtesgadens Bürgermeister, Franz Rasp im hautengen Sportoutfit.

Als es losging hatten sich rund 100 Teilnehmer auf der »Mountain Gallery« eingefunden, einer Wiese unterhalb des Hotels. »Wir beginnen jetzt dann«, rief Klaus Reithmeier in die Runde. »Es wird beinlastig.« In einem Halbrund versammelten sich die Teilnehmer um den Personal Trainer. Erst mal springen, auf und ab, auf und ab, dann die Beine abwechselnd vor und zurück. Jetzt noch die Hüfte. Weiter, immer weiter. Schnell war klar: Das wird ein Powertraining. Weiter ging's: In die Hocke, ein Bein vor, das andere zurück, Körper nach vorne verlagern. »Noch ein bisschen«, forderte Klaus Reithmeier. Die Muskeln schmerzten da bereits. 3, 2, 1: Und mit einem kraftvollen Stoß zurück in den Stand. Selbst Rodelprofi Felix Loch musste hin und wieder die Zähne zusammenbeißen. Knapp 25 Minuten lief das Training, als der Regen einsetzte. Erst gemächlich, dann gab der Himmel alles her, was möglich war. Die Teilnehmer blieben standhaft. Der Regen konnte ihnen nichts anhaben. Bis dann der Lautsprecher, mit dessen Hilfe Klaus Reithmeier seine Kommandos verkündete, kleinlaut beigab. Die Trainingseinheit war zu diesem Zeitpunkt zwar noch lange nicht vorbei, aber die widrigen Umstände ließen ein Weitermachen nicht mehr zu.

»Das haben wir nicht zum letzten Mal gemacht«, sagte Kempinski-Chef Werner Müller, der in Lederhose mitmachte. Geplant ist darüber hinaus, dass Chefkoch Thomas Walter für das Lederhosentraining zukünftig exklusive gesunde Rezepte erstellt. Schnell ging es dann für alle Durchnässten unter die umliegenden Überdachungen. Zwar war der Platz dort rar, doch gab es genug zum Essen und Trinken.

»Das war ein klasse Training«, sagte ein junger Mann, vollkommen durchnässt, aber zufrieden, dass er teilgenommen hatte. Auch Bürgermeister und Sportkanone Franz Rasp hatte die verkürzte Einheit zugesagt. Ein regelmäßiges Lederhosentraining in Berchtesgaden? Durchaus vorstellbar, so lautete sein Fazit. Kilian Pfeiffer

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