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Flinke Flitzefinger fliegen

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Auch die Jury hatte es schwer (v.l.): Klavierpädagoge Reinhard Mack, Kirchenmusikerin Monika Nestle, Organisatorin Karin Fiebig, Mozarteum-Student Benedikt Huber und der Rektor der CJD-Realschule, Wolfgang Greiner. (Fotos: Tessnow)
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Sicher auch bald ganz groß: Lina Böhm. Die Sieger: Erste Altersgruppe: 1. Philipp Kortenacker, 2. Mia Hajek, 3. Simon Hanke. Zweite Altersgruppe: 1. Eva Hinterbrandner, 2. Mona Renoth und Anton Schultz. Dritte Altersgruppe: Kilian Amort und Simon Renoth teilten sich den 1. Platz.

Berchtesgaden – Fleiß und Übung. Nerven und Noten. Zum dritten Mal hatte der Kulturkreis Berchtesgaden zum Klavierwettbewerb in die Aula des Gymnasiums gerufen. Durch die fast dreistündige Veranstaltung führte die erfahrene Organisatorin Karin Fiebig. Für die Fachjury galt es, unter den Teilnehmern die größten Talente an den schwarzen und weißen Tasten zu ermitteln.


Erst 2011 war der Wettbewerb zur Förderung von Kunst und Kultur vom gemeinnützigen Verein ins Leben gerufen worden. Auch heuer bewiesen zwölf ambitionierte Jungpianisten wieder genug Selbstvertrauen und stellten sich Prüfungskriterien und Publikum. Die Veranstaltung hat sich mittlerweile zur festen Einrichtung etabliert und soll weiterhin alle zwei Jahre stattfinden. Sinn und Zweck war es, dem musikalischen Nachwuchs vor kompetenter Jury eine Plattform zu bieten. Die Preisgelder stammten von Spendern.

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Die Aufteilung der Bewerber erfolgte in drei Kategorien beziehungsweise Altersgruppen. Jeder Bewerber hatte die Auflage, zwei Spielstücke aus verschiedenen Epochen, die sich in ihrem Charakter unterscheiden mussten, darzubieten. Überwiegend im Programm zu hören war natürlich die Klassik. Werke von Mozart, Schumann, Chopin oder Debussy und anderen Komponisten standen auf den Notenblättern. X-fach Gelerntes, Können und Konzentration hieß es von der Klavierbank abzurufen. Mimik und Gestik zeugten davon, wie ernst alle bei der Sache waren. So fiel manche Verbeugung nach dem anstrengenden Auftritt etwas erlösend-zackig aus. Hatte man es doch jetzt über die Bühne gebracht. Stärken konnten sich die jungen Künstler am nett hergerichteten Buffet.

Der Fachjury wurde es wirklich nicht leicht gemacht. Sie musste genau hinhören. Denn viele Flitzefinger flogen über den Flügel. Nach jedem Durchgang zogen sich die Juroren lange zurück, um sich intensiv zu beraten. Die Beurteilungskriterien Schwierigkeitsgrad, Notentreue, Ausdruck, Sensibilität und Fehlerquote, galt es zu vergleichen. Sicher war die Jury bei Philipp Kortenacker, der mit Gurlitts »Sonatina op. 188, 1. Satz moderato« und Chopins »Jugendpolonaise« den ersten Platz in der Kategorie der Jüngsten absahnte. Ebenso entschied sich die Jury für Eva Hinterbrandner. Sie beeindruckte mit van Beethovens »Mondscheinsonate 1. Satz« und Chopins »Minutenwalzer« in der zweiten Altersgruppe. Das »Duell« zwischen Kilian Amort und Simon Renoth ging unentschieden aus. Fiebig: »Sieger waren bereits alle, die hier ihren Vortrag leisteten. Es ist schon der Wahnsinn, was die Kinder und Jugendlichen so alles drauf haben«, resümierte die Leiterin stolz. Auch Erfahrungen können den Stellenwert persönlicher und hochwertiger Preisauszeichnungen bedeuten. Nachwuchssorgen wurden nicht beklagt. Schon eher die wenigen Zuhörer. Jörg Tessnow