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Flüchtlingshilfe statt Sommerurlaub

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Auf der Karte haben Susi, Nicki und Mutter Uli (v.l.) schon Flüchtlingslager ausgekundschaftet, wo sie ihre Zelte aufstellen wollen. (Foto: Hudelist)

Berchtesgaden/Unken – Uli Leitinger war mit ihren beiden Töchtern Nicki (19) und Susi (17) vor einem Jahr eine der Ersten, die sich in Salzburg um ankommende Flüchtlingskinder gekümmert haben. Erst in der Tiefgarage des Hauptbahnhofes, später in der ehemaligen Autobahnmeisterei in Liefering. Jetzt wollen die drei statt in den Sommerurlaub nach Griechenland fahren, um dort Müttern und Kindern zu helfen.


Die Pläne für die Hilfe haben die drei aus Berchtesgaden stammenden Frauen schon länger geschmiedet, jetzt wird es ernst. Zu Hause in Unken haben sie schon Spiele, Lernsachen und Bekleidung zusammengestellt. »Alles, was in Opas alten VW-Bus eben reinpasst«, sagt Uli Leitinger. Das Spendengeld wird für zwei gebrauchte Zelte verwendet. In einem Zelt sollen Babys und Mütter betreut werden, im anderen soll es eine Art Schule geben. »Wir wollen mit den Kindern auf Englisch spielen, singen und das Abc lernen, damit ist ihnen später sicher geholfen, wo immer sie auch landen«, so Nicki. Im Salzburger Lager hätten sie auch festgestellt, dass Babys mangels Platz nicht krabbeln lernen, »auch das wollen wir in einem der Zelte möglich machen«. Am Ende des dreiwöchigen Hilfs-«Urlaubs« wollen die drei alle Utensilien an Flüchtlinge oder andere Helfer übergeben.

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Das genaue Ziel in Griechenland kennen die drei Pfadfinder noch nicht. »Wir haben aber schon einige Flüchtlingslager entdeckt, in denen die großen Hilfsorganisationen nicht sind«, verrät Uli. Sie müssten ohnehin spontan entscheiden, ob sie überhaupt in ein Lager dürfen, da diese in Griechenland meist vom Militär geführt und entsprechend abgeschirmt sind. »Es gibt aber auch viele illegale Lager, wir helfen einfach da, wo wir gebraucht werden«, sagt Susi. Am 29. Juli starten die Leitingers. Wer die Familie finanziell unterstützen will, damit sie in Griechenland Lebensmittel und Windeln kaufen kann, erhält alle Informationen auf der Facebook-Seite »Helft uns helfen«. Michael Hudelist