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Fotografische Erleuchtung

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Das Bild vom Hintersee vor dem Hochkalter entstand während einer nächtlichen Erkundungstour im März. (Foto: Andreas Weber)

Berchtesgaden – Bei Tag bekannte Objekte im Dunkel der Nacht in einem völlig neuen Licht zu präsentieren, das ist die Idee des Fotografie- und Kunstprojekts »Stars für eine Nacht«.


An diesem Wochenende sollen verschiedene Orte in und um Berchtesgaden mittels künstlicher Beleuchtung stilvoll in Szene gesetzt werden.

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Die Idee zu dem Projekt kam dem Fotografen Andreas Weber aus Kassel 2015 im Reinhardswald nördlich seiner Heimatstadt. Während einer Nachtwanderung sah er, wie sich der Lichtkegel eines Scheinwerfers seinen Weg durchs Unterholz bahnte. Das durch die hohe Luftfeuchtigkeit entstandene Gegenlicht bot einen besonderen Anblick.

»Es war nur ein Moment, aber so entstand die Idee«, erzählt Weber. Er setzte seine Idee erst einmal in klein, mit einer Videoleuchte, um und zeigte dann die ersten Bilder seinen Freunden. Sie waren begeistert und seither hat Weber das Projekt auf ganz Deutschland ausgeweitet.

Der Fotograf sucht hauptsächlich Objekte, die man bei Tageslicht gut kennt, die oft ein Touristenmagnet sind, bei Nacht jedoch kaum Beachtung finden. Durch gezielte Beleuchtung – und anschließende Bearbeitung der Fotos am PC – rückt er die Orte auch nachts ins Rampenlicht. Und will damit erreichen, dass der Betrachter das gewohnte Objekt neu für sich entdeckt.

Rund 30 Leute sind bisher an dem Projekt beteiligt gewesen. Manche immer wieder, andere nur an einzelnen Orten. Meist sind es Freunde, die Weber begleiten. Aber es ist keine geschlossene Gruppe, jeder der sich einbringen möchte und Spaß daran hat, ist willkommen, wie der Fotograf betont. Auch vor Ort finden sich immer wieder Leute, die Ideen für Motive haben. Objekte, die für das Projekt in Frage kommen, sollen keine eigene Beleuchtung haben. Je dreidimensionaler sie sind, desto besser könne man mit ihnen spielen. »Deshalb sind die Alpen sehr dankbar«, erklärt Weber.

Zu seinen Lieblingsmotiven zählt immer noch die Kamineiche im Reinhardswald. »Vielleicht gerade, weil es das erste Bild war«, gibt Andreas Weber zu. Auf der Liste von Objekten, die er noch beleuchten möchte, steht ganz oben die Lange Anna auf Helgoland.

Aber auch den Teufelstisch im Pfälzerwald oder diverse Wasserfälle möchte er noch fotografieren. Vielleicht auch einen Gletscher, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Quer durch Deutschland hat er noch einige Objekte im Auge, aber die meisten sind in Bayern. »Hier ist die Dichte an schönen Motiven besonders groß«, ist er überzeugt.

Im Berchtesgadener Land ist Andreas Weber mittlerweile schon zum sechsten Mal. »Es ist landschaftlich für mich einfach das schönste Gebiet in Deutschland. Hier gibt es auf engstem Raum so viel schönes, wie das keine andere Region im Alpenraum hat«, so der Kasseler Fotograf, dessen Mutter aus Bayern stammt.

Bereits im März war er mit einem Freund in Berchtesgaden, um einige Testaufnahmen zu machen. Diesmal hat er fünf Freunde dabei, zwei davon aus Amerika. Welche Motive sie beleuchten werden, kann Weber vorab noch nicht sagen. Denn es ist vom Wetter abhängig, welche Orte zum »Star für eine Nacht« werden. Weitere Bilder und Infos zu dem Projekt gibt es auch im Internet unter www.facebook.com/starsfuereinenacht. Alexandra Rothenbuchner