weather-image
19°

Freie Fahrt für Einsatzfahrzeuge

1.2
1.2
Bildtext einblenden
Das Bischofswieser Feuerwehrhaus liegt direkt an der aktuellen Baustelle. Ein fristgerechtes Ausrücken der Einsatzfahrzeuge ist dennoch gewährleistet. (Foto: Wechslinger)

Bischofswiesen – Zäh fließt bisweilen der Verkehr entlang der Baustelle an der Bischofswieser Ortsdurchfahrt. Wenn Ampelregelung angesagt ist, darf man auch einmal längere Wartezeiten einplanen. Freie Fahrt herrscht dagegen für die Einsatzfahrzeuge der Rettungsdienste. Die auf der Baustelle beschäftigten Arbeiter regeln den Verkehr, wenn sie das Martinshorn hören, und verschaffen den Blaulichtfahrzeugen somit freie Fahrt. Und das funktioniert bislang gut.


Gerüchte, dass die Bischofswieser Feuerwehr ihre Fahrzeuge wegen der Baustelle vorübergehend auslagern wolle, kursierten kürzlich durch die Gemeinde. »Davon war nie die Rede«, sagt Bürgermeister Thomas Weber klipp und klar. An der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr, in der er selbst aktiven Dienst tut, zweifelt der Rathauschef nicht. Zwar könne es sein, dass ein alarmierter Feuerwehrler baustellenbedingte Probleme bei der Anfahrt mit dem Pkw habe. Jedoch wohnten so viele aktive Feuerwehrleute im näheren Umfeld des Feuerwehrhauses, dass ein fristgerechtes Ausrücken der Wehr im Ernstfall stets gewährleistet sei.

Anzeige

Auch beim Ausrücken selbst gab es bislang keine Probleme. Denn die Bauarbeiter regeln den Verkehr, wenn sie ein Martinshorn hören. Das bestätigt auch Markus Leitner, Pressesprecher des BRK-Kreisverbands Berchtesgadener Land. »Unsere Fahrzeuge kommen bei Einsätzen immer durch, sie werden von den Bauarbeitern durchgewunken.« Allerdings weiß Leitner auch, dass die Baustelle die Arbeitsorganisation beim BRK allgemein erschwert. Die Baustelle mit den Wartezeiten bringe viele Dienstpläne durcheinander, der normale Dienstbetrieb leide schon darunter. Das gelte beispielsweise bei Patiententransporten zwischen den Kliniken oder bei der Beförderung von Dialysepatienten, bei denen man ohne Blaulicht unterwegs ist. Auch bei Einsatzfahrten müsse man entlang der Baustelle wegen der vielen Schlaglöcher natürlich das Tempo reduzieren. »Auf Schmerzpatienten oder Schwerverletzte muss da schon besonders Rücksicht genommen werden«, sagt Leitner. Beim BRK stellt man auch immer wieder fest, dass die im Stau stehenden Verkehrsteilnehmer falsch oder sogar panisch reagieren, wenn sie ein Martinshorn hören. Leitner rät: »Ruhe bewahren, besonnen reagieren und bei Bedarf so weit vorfahren, bis das Einsatzfahrzeug an einer breiteren Stelle leicht passieren kann.« Ulli Kastner