weather-image
26°

Freude am gemeinsamen Singen

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Ob bayerische Lieder, Oldies oder Operetten – die »Herbstzeitlosen« singen, was ihnen gefällt. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Sie schmettern bayerische Lieder in den Raum, lassen bei Oldies Erinnerungen wach werden und wagen sich an anspruchsvolle Operetten – die Singgemeinschaft der »Herbstzeitlosen« trifft sich jeden Dienstag zum gemeinsamen Trällern im Wohnzimmer des Mehrgenerationenhauses »Werk 34«. Die Gruppe gibt es jetzt schon seit drei Jahren.


Martha Fendt singt schon ihr ganzes Leben lang. Seit den Anfängen des Mehrgenerationenhauses macht sie das nun gemeinsam mit der von ihr geleiteten Gruppe der »Herbstzeitlosen«.

Anzeige

Als das »Werk 34« eröffnete, wollte sich die Rentnerin engagieren und bot drei Aktivitäten zur Auswahl an: basteln, malen oder singen. Letzteres traf genau den Geschmack einiger bei der Eröffnung des Hauses anwesender Frauen. So entstand die Singgemeinschaft. Aus den anfänglich nur wenigen Personen entwickelte sich, auch durch Mund-zu-Mund-Propaganda, langsam eine große Gruppe. Bei den Treffen singen jetzt im Schnitt etwa 14 Personen mit, zumeist Damen. Unter die Frauen haben sich aber auch zwei Sänger gemischt.

Ein Name für die Gruppe war schon bald gefunden, und zwar demokratisch. Die Wahl fiel auf »Die Herbstzeitlosen«. Genau wie der amüsante gleichnamige Schweizer Film, in dem eine Achtzigjährige nach dem Tod ihres Mannes ihren Dorfladen in eine Lingerie-Boutique verwandelt. Die Protagonistin des Films heißt genauso wie die Leiterin der Gruppe: Martha. »Das passt zu uns«, fanden die Teilnehmer.

Auch die Liederauswahl geht Martha Fendt demokratisch an. Sie möchte den Musikgeschmack ihrer Gruppe treffen. Deswegen ist auch von bayerischen Stücken und Volksliedern über Oldies bis hin zu Operetten und Musicals alles dabei, was die schon älteren Sänger mögen. Martha Fendt sucht zur Jahreszeit oder zu bestimmten Anlässen passende Stücke heraus. Während der Gesangsstunde darf sich dann jeder Teilnehmer ein Lied wünschen, das die Gruppe, mit Gitarrenbegleitung von Martha Fendt, gemeinsam singt. Manchmal sogar zweistimmig.

Die »Herbstzeitlosen« sind, trotz Auftritten in Altenheimen, kein professioneller Chor. Sie üben keine Stücke ein, um sie vor Publikum vorzuführen. Bei ihnen steht einfach die Freude am Singen im Mittelpunkt. »Singen tut gut. Es verbindet«, weiß Martha Fendt.

Deswegen findet die Leiterin es auch so schön, dass die Teilnehmer durch die gemeinsamen wöchentlichen Stunden auf Gleichgesinnte treffen und in Kontakt miteinander treten können. Die »Herbstzeitlosen« verabreden sich inzwischen nämlich nicht nur zum gemeinsamen Singen, sondern wandern, spielen, reden und lachen auch miteinander. Ihr dreijähriges Bestehen feierten die »Herbstzeitlosen« mit einem gemeinsamen Weißwurstessen. Jasmin Weber