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»Freudiger Freitag«: Kreistag beschließt teilweise Neubau des Beruflichen Schulzentrums auf eigenem Grundstück

Berchtesgadener Land – Von einen »freudigen Freitag« spricht der Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums Berchtesgadener Land in Freilassing im Rückblick auf die Sitzung des Kreistages in der vergangenen Woche. Das Gremium hat sich nach langem Diskurs geschlossen auf eine Variante des (Teil-)Neubaus geeinigt. Ein Gebäudetrakt soll auf dem landkreiseigenen Grundstück westlich des bestehenden Schulkomplexes neu errichtet werden, ein bestehender Gebäudeteil soll abgerissen und an gleicher Stelle durch einen Neubau ersetzt werden. Ein weiterer bestehender Gebäudeteil soll erhalten bleiben, wobei Erweiterungsmöglichkeiten vorgehalten werden sollen. 


Der Schulleiter, der nach diesem Schuljahr in den Ruhestand geht, wohnte der Sitzung im AlpenCongress persönlich bei. »Lange habe ich gekämpft«, sagt er im Rückblick auf die Planungen, die seit 2019 im Gange sind. Mit dem nun gefassten Beschluss sei er mehr als zufrieden, betont Hermann Kunkel.

Bereits vor drei Jahren habe er einen Antrag gestellt auf Erneuerung- und Erweiterung des Kraftfahrzeugtechnik–Bereiches. Die Verantwortlichen im Landratsamt hätten daraufhin das gesamte Gebäude geprüft, viele Schäden und 3 000 Quadratmeter fehlende Unterrichtsfläche festgestellt. Es sei ein neuer Raumplan erstellt und der Neubau diskutiert worden. Nachdem nun viele Varianten aufgestellt und debattiert worden waren, einigte sich der Kreistag nun auf eine Variante.

Wie sieht sie konkret aus?

Im ersten Bauabschnitt soll auf dem landkreiseigenen Grundstück ein Neubau errichtet werden. In dem Neubau sollen die Fachbereiche Bau- und Holztechnik, Kraftfahrzeugtechnik, Berufsvorbereitung und Körperpflege untergebracht werden. In einem weiteren Bauabschnitt soll ein bestehender Bauteil (Bauteil C) abgebrochen werden. An gleicher Stelle soll ein Neubau entstehen, in dem die Fachbereiche Hotellerie und Gastronomie, die Staatliche Berufsfachschule für Gastronomische Berufe (FAGO) und die Staatliche Berufsfachschule für Hotel- und Tourismusmanagement (youtou) untergebracht werden sollen.

Ein bestehender Bauteil (Bauteil B) soll erhalten und baulich unverändert bleiben. In dem Teil soll der Bereich Wirtschaft und Verwaltung beherbergt werden. Über kurz oder lang sollen auch für den Fachbereich Wirtschaft neue Räumlichkeiten geschaffen werden. Daher schließt der gefasste Beschluss mit ein, dass Erweiterungsmöglichkeiten (Aufstockung, Anbau oder Neubau) bedacht werden.

Der Bau solle bei einer Bauzeit zwischen 4 ¾ und 5 ¾ Jahren bis frühestens 2029 fertiggestellt sein. Bis zur Fertigstellung rechnet die Landkreisverwaltung mit Kosten in Höhe von 90,9 Millionen Euro.

Der jüngst gefasste Beschluss wertet die Bildungsregion Berchtesgadener Land einmal mehr auf, ein Anliegen der Kreisräte, wie in den Redebeiträgen in der Sitzung deutlich wurde.

»Der Landkreis wird seiner Funktion als Bildungsregion gerecht«, erklärte Roman Niederberger (SPD).

Sven Kluba (CSU) zeigte sich stolz, dass es dem Kreistag nun gelungen sei, ein weiteres Bildungsprojekt an den Start zu bringen. Die nun beschlossene Variante bezeichnete er als zukunftsfähig.

Es werde sorgsam mit dem vorhandenen Bauland umgegangen. »Damit setzen wir ein starkes Signal«, sagte der Kreisrat.

Michael Koller (FWG) sieht das Staatliche Berufliche Schulungszentrum gut gerüstet für die Zukunft. Er kam in seiner Wortmeldung auf die zahlreichen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu sprechen, die das Schulungszentrum und die Unternehmen des Landkreises zu bieten haben.

Wie alle Sprecher dankte auch Dr. Bernhard Zimmer (Grüne) Hermann Kunkel für sein Engagement im Planungsprozess. Jetzt gelte es, keine Zeit mehr zu verlieren. »Geben wir Vollgas«, sagte der Politiker zum Abschluss der Kreistagssitzung an diesem für Hermann Kunkel »freudigen Freitag«.

li