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Friedhofsanwohner stört Pfarrersbegräbnis mit lauter Heavy-Metal-Musik

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Friedhof
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Die Silhouette eines Kreuzes, hinter dem die Sonne reflektiert. Foto: Marcus Führer dpa/Archiv Foto: dpa

Ainring/Feldkirchen - Am Samstagvormittag, 17.11.2018, wurde der langjährige katholische Seelsorger, Geistlicher Rat in Ruhe Anton Parzinger unter großer Anteilnahme kirchlicher und politischer Würdenträger sowie der Bevölkerung zu Grabe getragen.

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Unrühmlicherweise war hiermit auch ein Polizeieinsatz verbunden. Etwa die Hälfte der ca. 650 Trauergäste musste die Messe aufgrund Platzmangel vor der Kirche und auf dem umgebenden Friedhof verfolgen. Ein unmittelbarer Anwohner der Kirche Mariä Himmelfahrt zog es hingegen vor, die Messe bei geöffneten Fenstern mit lauter Heavy-Metal-Musik zu stören. Die Polizeiinspektion Freilassing führt nun die Ermittlungen.

Ein Anwohner des Friedhofs und der Kirche Mariä Himmelfahrt in Feldkirchen störte am Samstagvormittag die Trauerfeier zu Ehren des langjährigen Dekans und Geistlichen Rats in Ruhe Anton Parzinger. Nachdem in der Kirche nicht alle Besucher Platz fanden, verfolgten viele Gäste die, mit Lautsprechern nach draußen übertragene Messe im Freien auf dem Friedhof. Der Friedhofsnachbar fühlte sich offenbar durch die Trauerfeier derart gestört, dass er bei geöffneten Fenstern in seiner Wohnung Heavy-Metal-Musik in nicht zu überhörender Lautstärke abspielte.

Die Trauergäste fanden daran keinen Gefallen und versuchten durch Läuten und Klopfen mit dem Störenfried in Kontakt zu kommen und ihn zum Abstellen der unangemessenen Rockmusik zu bewegen. Nachdem dies scheiterte, wurde die Polizeiinspektion Freilassing verständigt. Auch der eingesetzten Streifenbesatzung gelang es zunächst nicht, einen Kontakt herzustellen. Deshalb wurde wegen des Verdachts der Störung der Totenruhe mit der Staatsanwaltschaft und dem Notdienstrichter telefonischer Kontakt aufgenommen, um einen Beschluss zur Wohnungsöffnung bzw. Durchsuchung zu erwirken. Hierzu wurde die Freiwillige Feuerwehr Ainring zur eventuelle Wohnungsöffnung hinzu alarmiert. Noch während der justiziellen Abklärungen überlegte es sich der Unruhestifter anders und öffnete seine Wohnungstür. Den Freilassinger Polizisten gelang es schnell, die Ruhe wieder herzustellen. Im Rahmen der Anzeigenaufnahme wurde der eigentliche Beschuldigte selbst noch zum Geschädigten, als er von einer Passantin die den gesamten Einsatz mitbekommen hatte unflätig beleidigt wurde. Die Polizeiinspektion Freilassing führt nun Ermittlungen wegen Störung der Totenruhe und wegen Beleidigung.

Bericht der Polizeiinspektion Freilassing