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Froh, in Sicherheit leben zu können

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Schüler des Gymnasiums Berchtesgaden interviewten drei Asylbewerber aus Pakistan und Afghanistan. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Berchtesgaden - Asylbewerber aus dem Talkessel feierten am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien im Gymnasium Berchtesgaden Weihnachten. Eingeladen hatten die Schüler, die rund um das Thema »Asyl« ein Rahmenprogramm gebastelt hatten.


Mehrere junge Männer aus Afghanistan, Pakistan, dem Iran und dem Irak hatten in der ersten Reihe der Aula Platz genommen, einige von ihnen standen zu Fragen Rede und Antwort.

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Nach dem Auftakt mit »Feliz Navidad« begrüßte Lehrerin Ines Hintermayer von der Fachschaft Religion die Asylbewerber aus dem »Café Waldluft«, der Königsseer Straße und aus Bad Reichenhall. Begleitet wurde die Weihnachtsfeier von mehreren musikalischen Darbietungen, die Musiklehrerin Simone Resch einstudiert hatte.

Ein afghanischer Asylbewerber spielte ein Gitarrensolo mit orientalischen Klängen, das mit großem Applaus bedacht wurde. Im Kunstunterricht hatten einige Klassen das Thema »Fremde? – Menschen wie wir?« analysiert und dazu Plakate entworfen. Die Klasse Q 11 arbeitete im Rahmen des Religionsunterrichts dabei mit der TU München zusammen und hat eine Spendenaktion gestartet, die 1 000 Euro einbrachte.

Bei der Befragung der Asylbewerber ging man mit Rücksicht, das Asylverfahren nicht zu gefährden, nicht bis ins letzte Detail. Dennoch zeigte sich im Gespräch, dass einige der Asylsuchenden in ihrer Heimat gefährdet waren. Das größte Problem: die Trennung der Familien, soweit diese überhaupt noch leben. Wenn sie zurück könnten, dann würden sie gehen, befand ein Afghane.

Politik und Wohlfahrtsverbände seien vor einiger Zeit mit einer Masse von Flüchtlingen kalt erwischt worden, erklärte Sepp Jostl von der Caritas. Auf 250 bis 300 Asylbewerber schätzt Jostl die Zahl der Asylanten im Landkreis. Die meisten von ihnen seien im südlichen Landkreis untergekommen, weil dort ganz einfach mehrere geeignete Beherbergungsbetriebe vorhanden seien, so Jostl. Die Politik habe inzwischen größeres Einsehen entwickelt, es fehle aber immer noch an Geld. So habe man zuvor Sprachkurse abgehalten, die inzwischen aber bezuschusst würden.

Die Q 11 hat bereits mehrere Aktivitäten mit den Asylbewerbern gestartet, weitere folgen noch. An die Bevölkerung und die Regierung richteten die Asylbewerber einen Dank für die Unterstützung und die freundliche Aufnahme. Sie seien sehr froh, hier in Sicherheit leben zu können. »Lang lebe Deutschland, lang lebe Pakistan«, befand ein Pakistani zum Schluss. Christian Wechslinger