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Für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Politik

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Ludwig Heigermoser präsentiert einen Vorschlag für das neue Logo des Verkehrsforums Berchtesgadener Land. (Foto: Janoschka)

Bad Reichenhall – Das Verkehrsforum Berchtesgadener Land beschäftigte sich bei seiner jüngsten Sitzung mit wichtigen ungeklärten Fragen, wie zum Beispiel mit der Planung von Busverbindungen von Surberg nach Freilassing und von Mitterfelden nach Freilassing.


Einig waren sich die Teilnehmer, dass es notwendig sei, ein Bewusstsein für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Politik zu schaffen. Die Anliegen des Verkehrsforums, die dem öffentlichen Interesse des Personennahverkehrs und damit dem Umweltschutz, der Wirtschaft und dem Arbeitnehmer dienen, könnten so zielführend verhandelt werden.

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Wie das Verkehrsforum deutlich machte, reiche der Zentralraum Salzburg über die Grenze hinaus. Doch scheine die Saalach eine politische Kompetenzgrenze zu sein, die offensichtlich bis jetzt als unüberwindbar galt. Dies müsse geändert werden, sagte der zweite Vorsitzende Richard Fuchs.

Der Schienenpersonennahverkehr von österreichischer Seite wurde bis etwa 2030 weitgehend an die ÖBB (österreichische Bundesbahn) vergeben. Auf deutscher Seite werden keine, auf österreichischer Seite aber vier Unterwegs-Haltestellen bedient. Daher sah die Bayerische Eisenbahngesellschaft keine Möglichkeit für eine gemeinsame Ausschreibung mit Österreich für einen grenzüberschreitenden S-Bahn-Verkehr Freilassing-Salzburg Hauptbahnhof. Der Gewinner der Ausschreibung der BEG solle dagegen konstruktive Verhandlungen mit der ÖBB zu diesen Verbindungen aufnehmen, so die BEG.

Ziel des Verkehrsforums: Kartenautomaten im Zug

Ein Ziel verfolgt das Verkehrsforum schon seit längerem: Fahrkartenautomaten im Zug mit der Möglichkeit eines grenzüberschreitenden Verbundes, sodass alle Ziele gewählt werden können und der Salzburger Verkehrsverbund bis in das Berchtesgadener Land reicht. Das Sammelsurium von Sonderlösungen, mit denen sich keiner auskennt, müsse gelöst werden, am besten durch eine Fahrkarte, die für alle Strecken benützt werden kann, so die Quintessenz der Diskussionsbeiträge.

Durch ein Verbundsystem wären Bus und Bahn keine Konkurrenz mehr, sondern könnten koordiniert werden – etwa die DB, RVO, die Firma Hogger und die BLB, Die Berchtesgadener Land Bahn, durch Standardisierung der Fahrscheindrucker. Vorbilder wurden genannt, die sich bereits für den öffentlichen Verkehr stark machen, wie die Stadt Wien oder Südtirol.

Jede Menge Fragen an Staatsministerin Kaniber

Ein Termin für ein Gespräch mit Staatsministerin Michaela Kaniber im September stehe bereits fest. Es gelte, Fragen zur Sicherstellung des Fahrkartenverkaufs im Zug auch zwischen Bad Reichenhall und Bayerisch Gmain zu klären sowie die Schaffung eines Verkehrsverbundes anzusprechen, ebenso wie Fragen zum Bahnsteig in Bayerisch Gmain, zu weiteren Haltestellen bei der BLB, einschließlich Wappachweg, zum Bahnhof Freilassing und zum Umbau der Bahnsteige mit behindertengerechtem Zugang, ebenso wie zu durchgehenden Zügen nach Salzburg. Wichtig sei die Zusammenarbeit mit Salzburg, aber auch die Einrichtung einer S-Bahn zwischen Freilassing und Traunstein sowie das Dauerthema Ausbaustrecke 38.

In Planung sind Gespräche mit Verantwortlichen im Verkehrsministerium, die Herstellung von Öffentlichkeit über die Gewerkschaft und der Kontakt mit der Industrie- und Handelskammer, die für die Versorgung mit Personal zuständig ist. Auch um Fragen zur Verbindung Rostock-Triest zu klären, die ja nicht zustande kam, sind Gespräche in Planung.

Verkehrsmanager Johann Wiek informierte über das landkreisweite Aktionsprogramm der europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September. Kostenlose Fahrten mit Bahn und Bus, Fahrzeugpräsentationen und Infostände laden die Bürger ein, sich mit dem eigenen Mobilitätsverhalten zu befassen. In Hammerau findet am 16. September um 14 Uhr ein Fest im Rahmen des »Musikfestivals über Grenzen hinweg« statt, das »Take the A-Train-Festival 2018« zur Eröffnung des neu gestalteten Bahnhofs.

Das zehnjährige Bestehen der Lokwelt Freilassing wird am Samstag, 17. September, mit einem großen Eisenbahnfest in der Lokwelt gefeiert. Darüber hinaus fährt der Stadtbus Freilassing gratis am ersten (16. September) und letzten Tag (22. September) der Mobilitätswoche.

Am 21. September um 19 Uhr findet im Alten Rathaus in Laufen ein Vortrag von Dr. Karl Bösenecker und Karl Bürger zum Thema »110 Jahre bayerische Tauernbahn. Eine Strecke im Abseits – mit großer Zukunft?« statt. Brigitte Janoschka