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Gaudi in der Geriatrie

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»Liebe ist die beste Therapie«, weiß Clown Bobby. Hier überreicht er Patientin Sieglinde eine Blume. (Foto: Vietze)

Berchtesgaden – Ob er Tücher in die Brusttasche eines Zuschauers verschwinden lässt. Oder eine Blume aus dem Nichts hervorzaubert: Clown Bobby konnte die Geriatrie-Patienten der Kreisklinik Berchtesgaden vor Kurzem gut unterhalten.


Der Organisator und ehemalige Patient, Friedhelm Stura, wollte wegen guter Behandlung dem ehrenamtlichen Sonntagsteam der Geriatrie eine Freude mit dem Auftritt bereiten.

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Bereits bei der Begrüßung durch die Seniorenreferentin der Marktgemeinde Berchtesgaden, Elisabeth Homberg, sorgte Clown Bobby für viele Lacher. Er unterbrach ihre Rede mit Seifenblasen, Händeschütteln oder lustigen Bemerkungen. Mit verstellter Stimme legte dann Bobby los: »Guten Tag. Lust zu zaubern?« Er holte sich für jede Zaubereinlage einen Helfer aus dem Publikum. Er fing mit einem einfachen Trick an und blies einen Luftballon auf. Einen Knoten hier. Einen Knoten dort. Und: Der Ballon-Hund war fertig.

Für den nächsten Trick brauchte Bobby eine Jacke. Und Patientin Martha aus dem Publikum. Er stopfte einen Teil der Jacke in seine Faust, sodass ein Loch entstand. Der Clown zündete ein Streichholz an und warf es in dieses Loch. Nun musste Martha in dieses Loch pusten. »Sagt mal: Hop-Hop. Sagt mal: Hex-Hex«, forderte Bobby vom Publikum. Das Ergebnis überraschte. Weder ein Brandfleck noch ein Loch waren auf der Jacke zur erkennen.

»Liebe ist die beste Therapie«, sagte Bobby. Deswegen assistierte Patientin Sieglinde bei seiner nächsten Showeinlage. Der Clown hatte einen gewöhnlichen Stab und eine Plastikplatte in der Hand. Er forderte von Sieglinde ein Hop-Hop und Hex-Hex. Bobby berührte mit dem Stab die Platte. Tada! Eine Blume sprang aus der Platte. »Können wir ein Paar werden, Sieglinde?«, scherzte Bobby.

Clown Bobby war von Friedhelm Stura organisiert worden. Der ehemalige Patient war schwer krank. »Ich wollte mich für die sehr gute Behandlung revanchieren«, erklärte Stura. Der Schönauer sei auf den Clown durch seine vielen Vorprogramme im Circus Roncalli aufmerksam geworden. »Ich dachte, der Clown würde den Sonntagnachmittag erheitern«, so Stura. Allerdings könne Bobby nicht verraten, wer hinter dieser Clownsmaske steckt.

Für die Patienten der Geriatrie gibt es zwei Gruppen, die von ehrenamtlichen Personen betreut werden. Elisabeth Homberg vermittelt über die Freiwilligenagentur Berchtesgadener Land diese Ehrenämter. Zum einen gibt es die Donnerstagsgruppe »Heut san mir do«. Zum anderen die Sonntagsgruppe »Immer wieder sonntags«. Am Sonntagnachmittag singen oder spielen die Patienten mit den Ehrenamtlichen zusammen zu gewissen Themen. Im Rahmen dieser Gruppenveranstaltung trat Clown Bobby auf. Patrick Vietze