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Gebirgsjäger gehen wieder in Auslandseinsatz

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Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp präsentiert mit Landrat Georg Grabner und Bataillonskommandeur Oberstleutnant Michael Bender das Berchtesgadener Ortsschild. (Fotos: Wechslinger)
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Brigadegeneral Alexander Sollfrank verabschiedet die Soldaten in den Einsatz nach Irak.

Berchtesgaden – 260 Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232 wurden am Mittwoch im Kurgarten in den Irak verabschiedet. Unter den Klängen des Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen zogen die Soldaten in den Kurgarten ein. Neben einigen Zuschauern erwarteten eine große Gruppe von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und hohe Militärs die Struber Jager. Für einige unter ihnen ist dieser Einsatz bereits der siebte seit 1993, als die Bundeswehr erstmals in Somalia in einem Auslandseinsatz war.


Bei der bevorstehenden militärischen Mission im Irak handelt es sich nicht um einen Kampfeinsatz, sondern um eine Ausbildungsunterstützung, die auf Bitten und im Einverständnis mit der Regierung des Iraks sowie der Regierung der Region Kurdistan-Irak vollzogen wird. Schwerpunkt ist der nachhaltige Fähigkeitsaufbau der irakischen Streitkräfte sowie der Sicherheitskräfte der Regierung Kurdistan-Irak. Nur durch fremde Hilfe kann die kurdische Peschmerga im Nordirak gegen den IS bestehen. Der fundamentalistische Islamische Staat (IS) kontrolliert Teile des Iraks und destabilisiert mit seinem Expansionsdrang die gesamte Region. Mit seinen Angriffen auf die staatliche Integrität des Iraks drohen auch humanitäre Katastrophen. Dem stellt sich eine internationale Allianz, unter anderen mit 260 Berchtesgadener Gebirgsjägern und insgesamt 900 Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 entgegen.

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Für Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp ist der Einsatz nicht nur eine schwierige Zeit für die Soldaten, sondern auch für die Familien in der Heimat. Auf einmal würden jetzt Nachrichten aus dem Irak wichtiger, denn Soldaten seien in derartigen Krisengebieten immer stark gefährdet. Den Daheimbleibenden wünschte das Berchtesgadener Gemeindeoberhaupt viel Kraft und gute Freunde. In diesem Zusammenhang sprach Rasp auch die Patenschaften der Gemeinden an, die hinter den Soldaten und ihren Familien stehen.

Bataillonskommandeur Oberstleutnant Michael Bender dankte Rasp für die Möglichkeit, den Abschiedsappell an solch einem besonderen Platz wie den Berchtesgadener Kurgarten in einem würdigen Rahmen durchführen zu können. Während er mit seinen Soldaten im Irak weilt, würden sich die in der Kaserne verbleibenden Truppenteile bereits für weitere Einsätze vorbereiten, erklärte Bender.

Brigadegeneral Alexander Sollfrank, der als Kommandeur mit den Struber Jagern 2008/09 als Kommandeur selbst im Afghanistaneinsatz gewesen war und sein Bataillon trotz gefährlicher Feindberührungen bis auf Verwundete wieder lebend in die Heimat zurückgebracht hatte, bezeichnete die angetretenen Soldaten als einsatzerfahrene Frauen und Männer, die viel Routine besäßen. Gleichwohl warnte der Verbandsführer vor der Routine, die auch gefährlich sein könne. Nämlich dann, wenn man unachtsam werde. Ein Einsatz im Ausland dürfe nicht zur lästigen Routine werden, so der General, der davon sprach, dass deutsche Soldaten auch 2017 wieder an verschiedenen Brennpunkten, zur Unterstützung, Ausbildung und Beratung in den Einsatz entsendet würden.

Traditionell übergab Bürgermeister Franz Rasp an den Bataillonskommandeur ein Berchtesgadener Ortsschild. Eindrucksvoll für alle Beteiligten war der Ausmarsch der Soldaten zu den Klängen des Gebirgsmusikkorps.

Bei einem Empfang im Kongresshaus stellte Landrat Georg Grabner die Wichtigkeit der militärischen Aktion zur Erhaltung oder Wiederherstellung des Friedens heraus. Die Soldaten könnten beruhigt in den Einsatz ziehen, wissend, dass die Bevölkerung voll hinter ihren Soldaten stehen würde. Auch der Landrat hatte ein Schild dabei, das er an den Bataillonskommandeur übergeben hat. Christian Wechslinger