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Gebrannte Mandeln, Versteinerungen, Heilkräuter und Wunder

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Forschen macht Spaß: Ein Gemisch aus Stärke und Wasser wird in Luftballons gefüllt – fertig ist der Ball. (Fotos: Janoschka)
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Freuen sich über die »Großeltern-Kinder-Uni« im »Haus der Berge«: Bürgermeister Franz Rasp (r.) und Jugendseelsorger Diakon Bernhard Hennecke.

Berchtesgaden – »Das will ich auch können«, hieß es am Samstag im »Haus der Berge« – Studieren wie an einer Universität, zuhören, forschen und mitmachen: An der Großeltern-Kinder-Uni.


Studieren wie an einer Universität, aus einem Vorlesungsverzeichnis ein Programm zusammenstellen, aufmerksam zuhören oder praktisch forschen, auf jeden Fall aber mitmachen: Das alles durften Kinder von neun bis zwölf Jahren zusammen mit ihren Großeltern an der sogenannten Großeltern-Kinder-Uni.

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In diesem Angebot des Jahresprogramms des Katholischen Bildungswerks Berchtesgadener Land konnten die Kinder einen Tag lang in verschiedene Themenbereiche eintauchen. Sie erfuhren zum Beispiel viel über die Müllproblematik früher und heute, über Chemie in der Küche, die Heilkräfte der heimischen Wildkräuter oder die Erdgeschichte. Da wurden Kräuter für Tees gesammelt, gebrannte Mandeln, Brausepulver oder Geleekügelchen selbst hergestellt oder in der Felswerkstatt Versteinerungen ausgeklopft.

Aber die jungen Forscher gingen mit Prof. Anton Bucher auch Fragen nach wie »Gibt es Wunder wirklich?« oder »Wie kommt das Böse in die Welt?« mit Stephan Richter. Über Fragestellungen dieser Art haben Schriftsteller, Theologen und Philosophen seit jeher nachgedacht. Und doch ist es den Referenten gelungen, sowohl die Kinder als auch die Großeltern aufs Neue damit anzusprechen, sodass alle gemeinsam um eine Antwort auf diese Fragen rangen.

Wer ist schuld am Bösen?

Gehört das Böse zur Ordnung der Welt? Trägt der Mensch die Schuld am Bösen? Oder ist das Böse dort, wo es an Gutem fehlt? Diesen Kategorien hatte Referent Stephan Richter die Impulsfragen zugeordnet. Aussagekräftige Cartoons halfen den Kindern beim Verständnis. Natürlich konnte es nur bei einer kurzen Auseinandersetzung mit der Problematik der Theodizee bleiben – die erste Ursache für das Böse konnte trotz Heranziehung des biblischen Berichts vom Baum der Erkenntnis und der Schlange nicht geklärt werden.

Was aber als möglich herausgefunden wurde, war, dass der Mensch gegen das Schlechte etwas Gutes tun kann. Er kann die Bedingungen auf der Erde so annehmen, wie sie sind und darauf mit guten Taten reagieren. Hier wurden die Kinder also ganz vorsichtig und beispielhaft dazu hingeführt, unumstößliche Tatsachen also solche zu akzeptieren und zukunftsorientiert zu denken und zu handeln.

»Bleiben Sie wissensdurstig«

Am Schluss gab es für alle ein Diplom aus den Händen von Peter Wörnle, dem Vorsitzenden des Bildungswerks. Dazu gratulierten Marktbürgermeister Franz Rasp, Jugendseelsorger Bernhard Hennecke und »Haus der Berge«-Chef Ulrich Brendel, den jungen Menschen. Sie betonten, wie wertvoll es für Großeltern und Enkelkinder sei, miteinander zu lernen. Die Fähigkeit, einen anderen Blickwinkel einnehmen zu können, um Geschehnissen etwas Positives abzugewinnen, war Bürgermeister Rasp wichtig. »Bleiben Sie mit den Enkeln wissensdurstig«, wünschte sich Ulrich Brendel von den Großeltern und »lernen Sie den Nationalpark kennen.«

Diakon Bernhard Hennecke besiegelte diese Wünsche mit Sätzen aus dem Buch der Weisheit: »Eine große Anzahl von Weisen ist Heil für die Welt. Ein kluger König ist Wohlstand für das Volk.« Die Kinder und die Großeltern waren begeistert bei den praktischen Workshops wie auch bei den kindgerechten, spirituellen Gesprächsvorträgen über Gott dabei und verkündeten laut, dass sie im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederkommen wollen. Brigitte Janoschka