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Gefahr für das Trinkwasser?

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Verunreinigtes, giftige Stoffe enthaltendes Trinkwasser wird es in Berchtesgaden nicht geben. Dafür sorgt das Wasserwerk des Marktes Berchtesgaden. Am Kehlstein wird etwa eine Quelle über Monate »stillgelegt«. In dieser Zeit erhält der Ort Wimbachwasser aus der Ramsau. (Foto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Die giftigen Straßen am Kehlstein aus der Zeit des Nationalsozialismus werden ab Mai entfernt. Die Gemeinde Berchtesgaden begrüßt dies, zumindest in jenen Bereichen, in denen sich die Straßen in unmittelbarer Nähe zu Wasserschutzgebieten und damit jenen Quellen befinden, die die Trinkwasserversorgung für Berchtesgaden garantieren. Eine Gefahr für den Bürger bestehe nicht, heißt es aus der Gemeindeverwaltung.


Die Quelle (im Bereich des Weges zur Ligoascht), die Teile des Marktes Berchtesgaden mit Trinkwasser versorgt, liegt in einem Wasserschutzgebiet, sagt Bürgermeister Franz Rasp im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Diese Bereiche bedürfen eines besonderen Schutzes, so Rasp. Demnach zeigt er sich auch zufrieden, dass jene Straßen entfernt werden, die nachweislich aus Teer gefertigt sind und damit giftige Stoffe enthalten.

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Deshalb werde beim Ausbau der kilometerlangen Straßen ein besonderes Augenmerk darauf fallen, eine Gefährdung des Trinkwassers auszuschließen, sagt Bürgermeister Rasp. »Aus Sicherheitsgründen werden wir in dieser Zeit nicht das Wasser aus der besagten Quelle beziehen und damit den Ort versorgen, sondern ausschließlich Wimbachwasser verwenden.« So soll ausgeschlossen werden, dass polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe durch den Teerausbau in das Quellwasser gelangen und dieses verunreinigen. Während der Baumaßnahmen wird das Quellwasser vom Kehlstein über einen Bach abgeleitet.

Wie Rasp bestätigt, werden die Quellen des Marktes regelmäßig überprüft, unter anderen auch auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Bislang wiesen die Messergebnisse immer Werte »unterhalb der Nachweisgrenze« auf, so Rasp.

Probleme gäbe es nur dann, wenn etwa durch Lawinenabgänge oder Steinschläge Teile der Teerstraßen freigesetzt und in Richtung des Quellfassungsbereiches transportiert würden. Ein Direkteintrag wäre möglich.

Die Kehlsteinstraße, die von RVO-Bussen befahren wird, liege im Übrigen nicht im direkten Einzugsbereich Berchtesgadener Quellen. Es gebe zwar ein zweites Wasserschutzgebiet samt Quelle, das einst zur Versorgung des Kehlsteinhauses genutzt wurde, dieses liege allerdings oberhalb der Kehlsteinstraße. »Genutzt wird das Wasser von dort aber nicht mehr«, bestätigt Rasp. Kilian Pfeiffer