weather-image
29°

Gemeinderat fasst Grundsatzbeschluss

3.8
3.8
Bildtext einblenden
Ob Interesse an Baugrundstücken auf dem Feld Hintermühle II besteht, soll nun eine Bedarfsanalyse klären. Nach lebhafter Diskussion sprach sich der Ramsauer Gemeinderat für den Grundsatzbeschluss aus. Foto: Anzeiger/Irlinger

Ramsau – Für unterschiedliche Meinungen und eine lebhafte Diskussion sorgte ein Grundsatzbeschluss zu einer möglichen Bebauung der Hintermühle II am Mittwochabend in der jüngsten Sitzung des Ramsauer Gemeinderates. Letztendlich sprach sich das Gremium mehrheitlich für eine Bedarfsanalyse aus, Josef Maltan, Richard Graßl und Josef Wurm (alle CSU) verweigerten jedoch ihre Zustimmung.


Die beiden Grundstücksbesitzerinnen der Hintermühle II würden der Gemeinde Ramsau ihren Grund für eine mögliche Bebauung zur Verfügung stellen. »Es handelt sich um etwa 5 000 Quadratmeter, fünf bis sechs Gebäude könnten dort entstehen«, informierte Bürgermeister Herbert Gschoßmann, »heute geht es nicht darum, wer dort was bauen darf, sondern nur darum, ob eine Bedarfsanalyse erstellt werden soll.«

Anzeige

Grundsätzlich möchte der Ramsauer Rathauschef Rahmenbedingungen schaffen, die es jungen Ramsauern ermöglichen, in ihrer Heimatgemeinde zu bleiben. Egal ob es sich um Mietraum handelt oder der Verwirklichung der eigenen vier Wände. »In der Ramsau haben wir keinen Bauboom, das ist einerseits gut, aber andererseits sollten wir auch über jeden möglichen Baugrund dankbar sein«, so Gschoßmann. Unterstützung bekam er von Georg Graßl (CSU), der die Fläche als natürliche Erweiterung des Bebauungsplanes Hintermühle ansieht. Gegen ein mögliches zusätzliches Bauangebot, vor allem für junge Ramsauer Familien, hatte auch Georg Gruber (Ramsauer Wahlblock) nichts einzuwenden.

Gegenwind kam jedoch vom zweiten Bürgermeister Josef Maltan (CSU): »Mir ist nicht wohl bei der Geschichte, meiner Meinung nach sollte lieber das Ortszentrum gestärkt werden. Auch geht mir der Nachfragedruck ab.« In puncto verändertes Erscheinungsbild durch Bautätigkeit in einer Gemeinde ergriff auch Rudi Fendt (Ramsauer Wahlblock) Partei für den zweiten Bürgermeister: »Was zugebaut ist, ist zugebaut und steht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die ganze Fläche verbaut werden soll; ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist.« Auch Josef Wurm (CSU) appellierte dafür, zuerst die Ortsmitte zu stärken und erst dann auf das Gebiet Hintermühle II zurückzugreifen, wenn Baudruck vorhanden ist.

Für ein Mischgebiet sprach sich Gemeinderat Richard Graßl (CSU) aus. »Richtung Wohnbau haben wir andere Möglichkeiten, eher sollten wir Flächen für gewerbliche Nutzen anbieten, das wird auf Dauer der Engpass sein.« Für eine Bedarfsermittlung zum jetzigen Zeitpunkt sah der Kreisrat jedoch keinen Grund und stellte innerhalb der Diskussion einen Antrag, vor der Bedarfsanalyse unter anderem die Grundstückspreise oder die Vorstellungen der Grundeigentümer abzuklären (Antrag abgelehnt).

Zwischen den einzelnen Redebeiträgen betonte Bürgermeister Herbert Gschoßmann eindringlich immer wieder, dass es momentan lediglich darum gehe, eine Bedarfsanalyse in Auftrag zu geben oder nicht. Letztendlich konnte er seine Gemeinderäte beschwichtigen und die Mehrheit sprach sich für die Analyse aus. Caroline Irlinger