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Gemeinsam gesund

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Theresa Hallinger (v.l.) von der Tourist-Information, Katharina Beer vom Kochteam, Bürgermeister Hannes Rasp und die ärztliche Leiterin Dr. Caren Lagler haben zusammen ein umfangreiches Gesundheitsprogramm organisiert. (Foto: Merker)

Schönau am Königssee – Der Auftakt zu der drei Wochen dauernden Aktion »Fit durch unser Gmoa« war wieder ein voller Erfolg. Über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen ihr Starterpaket in Empfang und informierten sich über das breit aufgestellte Programm.


»Das ist kein Heilfasten. Die Essen schon was, Gottseidank!«, lautete der spontane Kommentar einer jungen Teilnehmerin nach dem ersten Blick in das Rezeptheft der Aktion. Gewichtsreduktion ist auch nur ein Aspekt des Kurses. Für die ärztliche Leiterin Dr. Caren Lagler kommt es vor allem auf das Vorbeugen von Krankheiten an. Darum hat sie den diesjährigen Kurs unter das Motto »Lieber vorbeugen als heilen« gestellt.

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»Es ist wichtig«, betonte Bürgermeister Hannes Rasp bei seiner Begrüßung, »Zeit für sich selber und für die eigene Gesundheit zu nehmen.« Mit der Aktion unterstütze man seine Gesundheit, beuge Krankheiten vor und der neu eingerichtete Fitness-Parcours mache die ausreichende Bewegung noch einfacher. »Allerdings müssen wir nur wegen der Schneeverhältnisse abklären, ob er derzeit begangen werden kann.« Dafür bekomme man durch das Schneeschaufeln sowieso ausreichend Bewegung. Zum vierten Mal veranstaltet die Gemeinde die Aktion. »Viele von Ihnen haben schon Erfahrung in den letzten Jahren gesammelt und sind schon richtige Profis«, so Dr. Lagler. Darum ist heuer der Kurs komplexer und ausgefeilter. Um es möglichst einfach zu gestalten, hat sie einen Tagesplan erstellt, der als Vorlage dienen soll, wie man die nächsten drei Wochen verbringen sollte.

Mit einem Glas lauwarmen Wasser mit etwas Zitronensaft beginnt der Tag und endet mit einem Glas Wasser mit Basenpulver. Dazwischen liegt viel Bewegung, noch mehr Gemüse und kalte Güsse nach Kneipp-Art. Das Programm hat es in sich, aber keiner muss es alleine durchhalten. Der große Vorteil der Aktion ist, dass täglich verschiedene Kurse oder Vorträge angeboten werden und alle Teilnehmer sich gegenseitig unterstützen können. Der gemeinschaftliche Aspekt, der natürlich nicht verpflichtend ist, dürfte aber für viele hilfreich sein.

Bewegung ist eines der Schlüsselthemen, wenn es um eine gesunde Lebensweise geht. Lagler zeigte, wie man mit einem Bügelbrett und einer Kiste einen bewegungsfreundlichen Steharbeitsplatz schafft. In der Gemeinde sind alle Arbeitsplätze jetzt so ausgestattet, dass die Gemeindemitarbeiter sowohl sitzend als auch stehend arbeiten können. Bewegung ist eine der wichtigsten Säulen der Gesundheit. »Darum sollten wir jeden Tag 10 000 Schritte machen.« Der neu eingerichtete Fitness-Parcours entlang der Königsseer Ache hilft dabei, auf die Zahl zu kommen.

Dazu hat Physiotherapeutin Katja Wein einfache Übungen zusammengestellt, die mithilfe des Therabandes, das dem Starterpaket beilag, ausgeführt werden können. »Nur wenn der ganze Körper elastisch ist, werden die inneren Organe stabilisiert«, erklärte Wein. »Der Parcours dient der Ausdauer – zusammen mit dem Theraband und Krafttraining – und die Mobilität wird ebenfalls gesteigert.« Neben der Bewegung spielt eine ausgewogene, basische Ernährung eine wichtige Rolle. Dazu hat Katharina Beer zusammen mit dem Kochteam ein Rezeptheft erstellt. Gemüse bildet den Hauptanteil. Mit ein bis drei Hafertagen beginnt die Kur, dann folgt eine Basenwoche, während der der Körper entsäuert und entschlackt. Die letzte Woche dient der Gewichtsreduktion, um ein normales Körpergewicht zu erreichen. Dieses Jahr ist sogar Brot erlaubt.

Johanna Renoth hat ein Rezept für ein Sauerteigbrot entwickelt und wird es zusammen mit den Teilnehmern backen. Das Roggenvollkornbrot muss dabei sehr lange gekaut werden. Mindestens 30 mal, was am Ende der Veranstaltung sogleich geübt wurde. Allerdings ist diese Essweise durchaus gewöhnungsbedürftig. Zur Belohnung nach den drei Wochen gibt es den traditionellen Höhepunkt der Aktion. Am 27. Januar geht es wieder gemeinsam in den Königssee. Dr. Lagler beruhigte sogleich, dass man nicht mit dem Badeanzug hineinspringen müsse. »Man kann auch nur bis zu den Knien hineingehen.« Christoph Merker