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General-Kießling-Preis für die Gebirgsjäger

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Oberstarzt Gerhard Schindler verlieh dem Gebirgsjägerbataillon 232 den Jahrespreis der General-Kießling-Stiftung. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Bischofswiesen – Unter großer Anteilnahme vieler Einheimischer, Angehörigen der Soldaten sowie Honoratioren fand am Donnerstag das feierliche Gelöbnis der jungen Soldaten aus dem Gebirgsjägerbataillon 232 Strub neben dem Rathaus in Bischofswiesen statt. Der militärische Akt wurde durch die Verleihung des Jahrespreises der General-Kießling-Stiftung durch Professor Dr. med. Gerhard Schindler, Oberstarzt der Reserve a. D., an das Gebirgsjägerbataillon bereichert. Das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen sorgte für die musikalische Umrahmung.


»Der kriegserfahrene Frontsoldat General Kießling habe sich Zeit seines Soldatenlebens mit dem Spannungsfeld zwischen Armee und Politik auseinandergesetzt«, so Schindler. Der Oberstarzt der Reserve a. D., welcher auch stellvertretender Vorsitzender der General-Kießling-Stiftung ist, hat den Vier-Sterne-General und ehemaligen stellvertretenden Oberbefehlshaber der NATO in dessen letzten zehn Lebensjahren freundschaftlich begleitet. »Kießlings Anliegen war stets die bewusste und konkrete Traditionspflege im deutschen Heer.«

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Schindler erinnerte in seiner Rede daran, dass es Kießling immer sehr wichtig war, dass der Soldat nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg noch zu einem positiven Selbstverständnis gelangt und von der eigenen Bevölkerung emotional angenommen und getragen wird. Im Weiteren ging der ehemalige Militär auf die Geschichte des Gebirgsjägerbataillons 232 ein, das mit unverändertem Namen und Standort seit nunmehr 54 Jahren besteht. In dieser langen Zeit habe das Bataillon alle Entwicklungen zur Modernisierung durchlaufen, die den Verband zu einem wertvollen Kernstück der Einsatzkräfte werden ließ. Auch die angetretenen Rekruten werden wie ihre Vorgänger in Somalia, auf dem Balkan und in Afghanistan bei künftigen Einsätzen ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen, so Schindler weiter. Die Bundeswehr habe sich aber auch bei Katastrophenhilfen stets verdient gemacht, erinnerte der Oberstarzt.

Abschließend würdigte der Professor die aktuellen und ehemaligen Angehörigen des Gebirgsjägerbataillons für deren Traditionspflege. Daher sei es dem Stiftungsrat der General-Kießling-Stiftung eine Verpflichtung gewesen, den Leistungen des Gebirgsjägerbataillons 232 Rechnung zu tragen und ihm den Jahrespreis zuzuerkennen.

Die Soldaten seien seit Langem fester Bestandteil der Gemeinde Bischofswiesen und seiner Nachbargemeinden, erklärte Bürgermeister Toni Altkofer. »Die Integration der Struber Jager in die Bevölkerung habe lange und gute Tradition«. Die Soldaten haben sich sowohl in der Heimat als auch bei ihren Auslandseinsätzen bewährt und einen Namen gemacht, so das Bischofswieser Gemeindeoberhaupt.

Bataillonsführer Major Eike Gudat sprach von einer harten und fordernden Zeit für seine Rekruten, schließlich gehöre die Grundausbildung bei den Gebirgsjägern zu den anspruchsvollsten der Streitkräfte. Um die Strapazen der Grundausbildung zu meistern seien Hingabe, Disziplin, Wille und Kameradschaft nötig gewesen, so der Bataillonsführer, der aber auch von neuen Herausforderungen im Soldatenleben sprach.

»Alle angetretenen Soldaten haben in den letzten Wochen Entbehrungen hinnehmen müssen, gleichwohl aber eine tiefe Kameradschaft kennengelernt«, betonte Rekrutensprecher Jäger Dahme. Christian Wechslinger