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Die Caritas-Herbstsammlung beginnt am Montag – Auch im Talkessel sind wieder Sammler unterwegs

Gesammelte Nächstenliebe

Berchtesgaden – Auch in diesem Herbst gibt es ab Montag wieder eine Caritas Haus- und Straßensammlung. Sie dauert eine Woche bis Sonntag, 5. Oktober. Ehrenamtliche gehen dabei von Haus zu Haus, um Spenden für die Caritas zu sammeln. In Berchtesgaden sind es 15 und in der Au 14 freiwillige Sammlerinnen und Sammler. Die Spenden bleiben in der Region, um hilfsbedürftige und notleidende Menschen zu unterstützen.

Pfarrer Thomas Frauenlob versichert, dass die Gelder der Caritas-Haussammlung Bedürftigen der Region zugute kommen und keine Verwaltungskosten entstehen. Foto: Anzeiger/Pfeiffer

Seit fast zehn Jahren geht Alois Skriwan zwei Mal im Jahr, im Frühling und im Herbst, in seinem ihm zugewiesenen Bezirk von Haustür zu Haustür, um für die Caritas zu sammeln. »Inzwischen kennen mich alle und wissen, dass ich jedes halbe Jahr mit meinem Bettelstab daherkomme.« Skriwan sammelt in der Koch-Sternfeld-Straße und in der Reichenbachstraße. Rund drei Tage braucht er, bis er seinen Bezirk »abgeklappert« hat. »Manchmal gehe ich bis zu drei Mal hin, bis ich jemanden antreffe.« Mit der Erfahrung der Jahre weiß er, wer gerne spendet und wo es sich lohnt, nachzufragen. »Allgemein gesagt geben Hausbesitzer mehr als Mieter.« Bei manchen ist es besser, nicht gegen Ende des Monats, wenn das Geld knapp ist, vorbeizukommen, sondern erst in den ersten Oktobertagen.

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Der inzwischen einzige Mann, der derzeit für die Pfarrei Berchtesgaden als Sammler unterwegs ist, weiß, dass es den Menschen wichtig ist, dass das Geld in der Region bleibt. Eine Sammlerin mit jahrelanger Erfahrung ist auch Christl Ibler. Sie geht im Markt herum. Da merkt sie, dass in den Geschäften, gerade bei den Läden einer Kette, keine Spenden zu bekommen sind, da der Chef nicht persönlich anwesend ist. Ibler hat wie alle Sammlerinnen und Sammler einen Ausweis und eine Sammelmappe. In die trägt sich der Spender mit Namen und Adresse und dem Betrag ein. So hat alles seine Richtigkeit. »Natürlich stellen wir auch Spendenquittungen aus«, sagt Ibler. Oft wird sie mit den Worten »Sie schon wieder. Ja ist das Jahr schon wieder herum!« begrüßt. »Dabei vergessen die Leute, dass wir ja zwei Mal im Jahr kommen.« Also geht es doch nicht so schnell herum, und Ibler klärt das Missverständnis auf.

Gegeben wird mehr oder weniger, manche machen die Tür erst gar nicht auf oder sind untertags nicht anzutreffen. Andere hingegen sind sehr großzügig, denn sie wissen, dass es auch in Berchtesgaden hilfsbedürftige Menschen gibt. 40 Prozent der Spenden bleiben in der Pfarrei St. Andreas und kommen bedürftigen Menschen zugute und 60 Prozent gehen an das Caritas-Zentrum. Die Verwendung der Spenden ist vielfältig. Da gibt es junge Familien, die sich ohne einen Zuschuss den Kindergarten nicht leisten könnten. Die Spenden helfen, dass die anonyme Schuldenberatung kostenlos bleibt. Auch werden so die anderen wichtigen Beratungsstellen der Caritas unterstützt.

In seinem Begleitbrief zur diesjährigen Herbstsammlung schreibt Monsignore Thomas Frauenlob: »Papst Franziskus lädt die Gläubigen immer wieder in Wort und Beispiel – wie auf Lampedusa oder zuletzt bei seinem Besuch in Südkorea – dazu ein, ›an die Ränder‹ hinauszugehen. Damit meint er jene Bereiche, wo Menschen besonderer Unterstützung und Hilfe bedürfen. Solche Menschen gibt es auch in unserer Pfarrei St. Andreas.« Der Berchtesgadener Pfarrer versichert, dass alle Gelder den Bedürftigen unmittelbar zugute kommen und keine Verwaltungskosten anfallen. Die Caritas-Sammlung ist gelebte Nächstenliebe, die Menschen auf vielfältige Weise hilft. Christoph Merker