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Geschäftsführer Stefan Köhl sieht seine Mannschaft auf dem richtigen Weg – Digitale Zukunft

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Beim Gastgeberstammtisch konnten sich Vermieter ausführlich informieren. Fotos: Anzeiger/Pfeiffer
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BGLT-Geschäftsführer Stefan Köhl hatte vor allem Positives zu berichten.

Berchtesgaden – Das »Haus der Berge« war Veranstaltungsort für den diesjährigen Gastgeberstammtisch der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH. Rund 300 Vermieter waren gekommen. BGLT-Geschäftsführer Stefan Köhl sieht den Berchtesgadener-Land-Tourismus, nach dem letztjährigen Rekordjahr mit 3,4 Millionen Übernachtungen und 680 000 Ankünften, auf einem guten Weg. Grund zur verhaltenen Sorge gibt es trotzdem.


Erstmals ist die Verweildauer eines Durchschnittsgastes unter die Fünf-Tages-Marke gefallen. »Das bedeutet, dass ein gewöhnlicher Urlauber keine fünf Tage bei uns bleibt«, so Köhl. Höchst positiv seien die Aussichten für den deutschen Tourismus. Zumindest in den fünf Talkesselgemeinden waren die ersten drei Monate aber nicht ganz so erfolgreich wie noch im letzten Jahr. Die Gästezahlen, aber auch die Übernachtungen gingen zurück.

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Wichtig sei den Tourismusexperten vor allem die Gäste in der Nebensaison, dem bisherigen Sorgenkind der Touristiker. Veranstaltungen wie etwa das Skitourenfestival, das dieses Jahr wiederholt werden wird, sollen dazu beitragen, mehr Gäste in den Wintermonaten in das Berchtesgadener Land zu locken. Keine Illusion macht sich Köhl, dass man jemals mit Skidestinationen konkurrieren könne. »Wir wollen mit Vielfalt punkten«, sagte Köhl, der für die Winter- und Frühlingskampagne marketingtechnisch ein deutlich größeres Budget investiert als im Jahr zuvor.

Viele Messeauftritte

Die BGLT engagiert sich zunehmend auch auf vielen Messen. »Zwischen 15 und 20 davon besuchen wir auch heuer wieder«, so Köhl, darunter die »F.re.e München«, die »Grüne Woche Berlin« oder die »ITB Berlin«. Weiterhin plane man eigene Veranstaltungen wie das Skitourenfestival, die Salzach-Festspiele, das Familienkonzert am Obersalzberg, »Thumsee brennt« oder das Wanderfestival.

Pressemäßig sei man 2012 sehr erfolgreich gewesen, berichtet Stefan Köhl. 65 TV-Beiträge über das Berchtesgadener Land seien produziert, über 100 Berichte in Printprodukten veröffentlicht worden. In Zukunft wolle man sich ganz auf das Wandern konzentrieren. »Das wird unser Hauptthema werden«, weiß der BGLT-Chef, der unter anderen die Familien in den Fokus rückt.

Im Online-Bereich sei die BGLT ebenso erfolgreich gewesen. So verwies Köhl auf weit über 20 000 Facebook-Freunde, die das Berchtesgadener Land mit einem »Gefällt mir« gekennzeichnet haben. Ausflugsziele wie die Almbachklamm oder die Romy-Schneider-Ausstellung hätten ebenso Tausende Fans. Wobei die einfachen Zahlen für den Zuhörer zwar beeindruckend, aber nur wenig aussagekräftig sind. Die BGLT-Webseite werde von 1,4 Millionen Besuchern pro Jahr besucht, der Newsletter erreiche mehr als 65 000 Empfänger, den Blog klicken 150 000 Leute im Jahr und auch auf Youtube haben bereits über eine halbe Million Menschen von der BGLT produzierte Videos angesehen.

Google immer wichtiger

Wichtig soll für Gastgeber in Zukunft die Welt rund um Google werden. Google Places, Google+, der Google Hotel Finder: »In Zukunft werden die Dienste für Buchungen wichtig.« Auch Smartphone-Apps zum Buchen der Unterkunft sollen immer größere Bedeutung gewinnen. Die angepasste Darstellung der eigenen Webseiten auf mobilen Endgeräten sei aber teils teuer in der Programmierung. Dennoch riet Köhl den Anwesenden, das Thema wenigstens nicht aus dem Hinterkopf zu verlieren.

Maria Stangassinger von der BGLT sagte, dass das Gastgeberverzeichnis in diesem Jahr aufgewertet würde. So soll es sogenannte QR-Codes geben, die man mit dem Smartphone einscannen kann und direkt auf der Internetseite des Gastgebers landet. Weiterhin soll der Imageteil im gedruckten Gastgeberverzeichnis an Tiefe gewinnen, bessere Bilder bieten, mehr Emotionen bei den Lesern wecken.

»Das ist ein Gewinn«

Für das »Haus der Berge«, dem Veranstaltungsort für den Gastgeberstammtisch, hatte Stefan Köhl nur lobende Worte parat. »Das ist für uns ein Gewinn.« Auch Bürgermeister Franz Rasp bescheinigte dem Nationalparkzentrum die Bezeichnung einer »touristischen Attraktion«, ein Magnet für Gäste, »den man erlebt haben muss.« Nationalpark-Chef Dr. Michael Vogel sagte, dass man mit dem »Haus der Berge« die Menschen hineinziehen möchte, sodass diese Lust bekommen, am Ende die Natur eigenständig erleben zu können.

Dirk Sasse, Geschäftsführer der Rupertus Therme in Bad Reichenhall, berichtete über das neue Portal pauschalen24.com, auf dem man Tickets günstiger erwerben kann (wir berichteten). Bislang seien sechs Ausflugsziele mit von der Partie, weiterhin mehrere Thermen, sechs Bergbahnen, alle Skigebiete der Region, 16 Tourist-Informationen sowie 30 Gastgeber.

Nach einem Gewinnspiel konnten die Gastgeber sich direkt im hauseigenen Tagungsbereich bei diversen Firmen informieren oder einen Rundgang durch das »Haus der Berge« starten. Kilian Pfeiffer