weather-image
21°

Gesegnete Eröffnungsfahrt

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Die Teilnehmer der Eröffnungsfahrt waren auch heuer wieder die ersten Gäste am Kehlsteinhaus (v.l.): Richard Lenz, Stefan Zuck, Silvia Erd-Fabritius, Hans Kogler, Franz Rasp, Andreas Höß, Andreas Datz, Martin Bambach, Bernhard Oeggl, Michael Wendl sowie drei Vertreter der Firma MAN. (Fotos: Rothenbuchner)
Bildtext einblenden
Eine neue Fotoausstellung beleuchtet die Rolle des Obersalzbergs im Nationalsozialismus. Bürgermeister Franz Rasp (3.v.l.), Kaplan Gerhard Wiesheu (r.) und die anderen Gäste der Eröffnungsfahrt betrachteten die Tafeln bereits vor der Ausstellungseröffnung.
Bildtext einblenden
Metallleitplanken ersetzen bereits an einigen Stellen die alten Holzleitplanken. An anderen, wie in der Kehre »Schützenköpfl«, kommen die neuen Planken erst während der Saison. (Foto: Kastner)

Berchtesgaden – Fünf neue Busse warteten gestern am Obersalzberg auf ihren ersten Einsatz für die diesjährige Kehlsteinsaison.


Nach der Segnung durch den evangelischen Pfarrer Peter Schulz und Kaplan Gerhard Wiesheu starteten sie gemeinsam mit Vertretern der verantwortlichen Behörden sowie den ersten Touristen in die 65. Kehlsteinsaison.

Anzeige

Erst sah es so aus, als könne die Kehlsteinsaison heuer ungewöhnlich bald beginnen. Bereits am 22. Februar starteten die Schneeräumarbeiten, nach nur zweieinhalb Tagen war die Straße bis zum Parkplatz befahrbar. Mitte März begann die Firma Kaim mit dem Aufbau der Steinschlagschutzzäune, parallel dazu gab es aufwendige Felsputzarbeiten. Dann aber machte der zurückgekehrte Winter der Kehlsteinfamilie einen Strich durch die Rechnung. So musste die Eröffnungsfahrt letztlich um eine gute Woche verschoben werden.

Gestern um 9 Uhr morgens war es dann so weit. Die offiziell erste Fahrt der Saison Richtung Kehlsteinhaus konnte beginnen. Nur etwa eine Stunde, bevor auch zahlreiche Touristen in die Busse stiegen. Mit einem der fünf frisch gesegneten Gefährte der Firma MAN – übrigens alle der Euro-6-Norm entsprechend und insgesamt über 1 Million Euro teuer – fuhren die geladenen Gäste auf den immer noch verschneiten Kehlstein. Vorbei an neuen Schutzzäunen und Einzelfelssicherungen.

Einige Arbeiten stehen aber noch aus, wie Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt Traunstein berichtete. Etwa die Absturzsicherung in der Sappenkreuzkurve. In der Kehre »Schützenköpfl« wurden 2016 bereits die Sockel verankert, im Laufe der Saison werden die Holzleitplanken durch Metallleitplanken ersetzt. Auch auf die nächsten Jahre blickte Bambach während der Fahrt bereits voraus. Dann soll auch in den Straßenbau investiert werden.

Am Kehlsteinhaus angekommen, erwartete Wirt Norbert Eder die Gäste. Bevor diese die obligatorischen Weißwürste serviert bekamen, führte er sie noch in die neue Bilderausstellung, die morgen offiziell eröffnet werden soll. Auf Schautafeln und Touch-Screen-Bildschirmen erfahren die Besucher mehr darüber, wie der Obersalzberg in das Regierungssystem des Nationalsozialismus integriert war.

Die Kehlsteinbetriebe waren im vergangenen Jahr von 14. Mai bis 31. Oktober geöffnet. Nur an vier Tagen musste der Fahrbetrieb eingestellt werden, an drei Tagen im Oktober wegen Schneefalls. 383 630 Fahrgäste haben die Busse der RVO im vergangenen Jahr befördert. Im Jahr davor waren es 385 297. Auch heuer erwarten die Kehlsteinbetriebe wieder ähnlich viele Besucher. Von schlechtem Wetter lassen sich die Gäste jedenfalls nicht aufhalten, wie der gestrige Eröffnungstag gezeigt hat. Alexandra Rothenbuchner