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Faschingsfreunde Rot-Blau Berchtesgaden wählen Vorstand neu – Andreas Heilmann und Tanja Mißfeldt an der Spitze

Gestärkt ins neue Faschingsjahr

Alois Kanz (l.) wurde für 22 Jahre Mitgliedschaft geehrt, Dr. Gerhard Ummenberger (2.v.r.) bekam die Ehrenauszeichnung des Vereins. Neu-Präsident Andreas Heilmann (r.) freut sich mit Lebensgefährtin und Vizepräsidentin Tanja Mißfeldt über die Auszeichnungen. (Foto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Mit neuem Elan und einer neuen Vorstandschaft möchten die Faschingsfreunde Rot-Blau Berchtesgaden in die kommende Faschingssaison starten. 


Es gab unter anderem ein Rockkonzert, einen Flohmarkt, einen »Tag der offenen Tür« mit kostenlosen Kletterangeboten und einen spannenden Vortrag von Extremkletterer Thomas Huber.

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Die Faschingsfreunde Rot-Blau Berchtesgaden sind guter Dinge, dass es für sie in den kommenden Jahren wieder bergauf geht. Nach langen internen Querelen möchte man nun die Vergangenheit hinter sich lassen und »nach vorne blicken«, wie es während der Jahreshauptversammlung immer wieder hieß.

Schriftführerin Brigitte Pilz ging in ihrem Tätigkeitsbericht auf die vergangene Faschingssaison ein: So habe man sich 2016 ganz darauf konzentriert, »endlich wieder ruhig zu arbeiten«, nachdem es intern gekriselt hatte. Dies hatte mehrere Vereinsaustritte zur Folge, was die Zahl der Mitglieder auf nunmehr 60 schrumpfen ließ. »Jetzt sind wir aber wieder gestärkt«, sagte Brigitte Pilz. »Trotz unseres knappen Budgets haben wir es geschafft, wieder einen Jahresorden aufzulegen«, freute sie sich. Der Jahresorden sei ein wichtiger Bestandteil des Faschingsvereins.

Ein Prinzenpaar hat es trotz angestrengter Suche im vergangenen Jahr allerdings nicht gegeben. »Leider hat sich bis zum Schluss kein Prinz gefunden«, fasste Pilz zusammen. »So haben wir diesen Umstand in ein verunglücktes Märchen vom Froschkönig verpackt und Karin Winter hat als Prinzessin Karin I. ›Die Unvergleichliche aus Wimmers Trachtenland‹ die Saison alleine bestritten.« Bravourös habe sie dies gemeistert. Außerdem hat es diese Saison seit Langem wieder einmal einen Faschingsball gegeben. Nicht mehr so pompös wie die Jahre zuvor, als der Hofball immer im Großen Saal des Kongresshauses stattgefunden hatte, sondern etwas kleiner im Gasthaus »Unterstein«. »Es wurde eine kleine, aber feine Veranstaltung, die zwar leider seitens der Gastronomie zu wünschen übrig ließ, aber wir hatten in jedem Fall viel Spaß und es war ein stressfreier Abend«, konstatierte Brigitte Pilz.

Mehrere Dutzend Termine galt es in der vergangenen Saison zu absolvieren, beginnend mit dem Triathlon in Schlierbach über zahlreiche Mitgliederversammlungen, die Besuchen der Veitsgroma Zunft in Traunstein und den Nachtumzug in Trostberg bis zur Prinzenverbrennung in Salzburg. Einer der Höhepunkte des Jahres war die dreitägige BÖF-Herbsttagung in Bad Hall. Besonderen Stellenwert im Jahreskalender genießt auch immer der Besuch im Rathaus von Berchtesgaden. »Dort haben wir uns in diesem Jahr wieder den Rathausschlüssel des Bürgermeisters geholt«, so Pilz. Mehrere soziale Einrichtungen standen auf dem Besuchsplan der Faschingsfreunde Rot-Blau, etwa der Besuch im Bürgerheim oder der Auftritt in der Insula. Stolz ist man auch darauf, dass es dieses Jahr wieder einen Kinderball im Kongresshaus gab, der das Jahr zuvor ausgefallen war.

Und auch in Sachen Innovation müssen die Faschingsfreunde nicht hinter dem Berg halten. Seit rund einem Jahr gibt es die neuen Bärenmaskottchen, ihres Zeichens Ben und Bernadette, ein roter und ein blauer Bär, die – ganz standesgemäß – im November vermählt wurden. Auch die Berchtesgadener Goaßn sind neu im Verein. Andreas Heilmann hat mit seiner Freundin Tanja Mißfeldt diesen Brauch eingeführt, seitdem ziehen die beiden eine aus Holz gefertigte »Goaß« hinter sich her. Auf der Goaß ist Platz genug, sodass sich auch mal etwa ein Bürgermeister drauf setzen kann. Mit einer Riesenklatsche aus Holz haut Andreas Heilmann dann auf den Hintern des Auserwählten. Zur sinnbildlichen Bestrafung für geleistete Fehltaten. »Im Fasching ist schließlich alles erlaubt«, sagt Heilmann. Bei den Faschingsfreunden möchte man »diese Tradition beibehalten.« Und weil das noch nicht genug ist, bekamen die Neu-Maskottchen Ben und Bernadette mit dem rot-blauen Elefanten Manni gleich noch einen weiteren Freund spendiert.

Etwas düster sieht es momentan bei den Finanzen des Vereins aus. Der Gewinn im vergangenen Jahr lag bei 228 Euro. »Wir hatten viele Ausgaben, unter anderem für den Faschingsball«, so Kassierin Lilli Loder, allerdings konnte man durch private Spenden und etwa den Losverkauf während des Faschingsballs Einnahmen generieren. Auf der hohen Kante hat man aus den Vorjahren weitere 1100 Euro, die das Polster für das kommende Jahr bilden sollen. Denn immerhin steht dann das große Jubiläum der Faschingsfreunde an, die es seit mittlerweile 60 Jahren gibt. Geplant sind mehrere Veranstaltungen, auch wenn man Details noch nicht verraten möchte, so Pilz.

Bei der Wahl zur neuen Vorstandschaft wurde Andreas Heilmann als Präsident neu gewählt. Vizepräsidentin ist nun seine Lebensgefährtin Tanja Mißfeldt, Lilli Loder bleibt Kassierin, als Schriftführerin bleibt Brigitte Pilz im Amt.

Vier Neumitglieder wurden im Verein begrüßt. Für ihre langjährige Mitgliedschaft wurden Dr. Friedl Schmidt (44 Jahre) sowie Alois Kanz (22 Jahre) geehrt. BÖF-Landespräsident Dr. Gerhard Ummenberger aus Salzburg erhielt als erster Faschingsfreund überhaupt die Ehrenauszeichnung für besonderes Engagement. »Ohne dich wäre es in den vergangenen Jahren einfach nicht gegangenen, uns gäbe es nicht mehr«, sagte Präsident Andreas Heilmann, der sich schon auf die kommende Saison freut. »Wir wollen den Berchtesgadenern zeigen, was Fasching ist.« Und seine Lebensgefährtin ergänzt: »Ich freu mich auf mein Amt, ich habe mir das gut überlegt. Wenn ich was mache, dann mache ich es richtig.« Kilian Pfeiffer