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Gundi Wendlinger gibt ihr zweites Strickheft heraus

Gestrickter Trachtenschick

Viele Strickideen rund um die Tracht hat Gundi Wendlinger in dem neuen Strickheft gesammelt. (Foto: Merker)

Berchtesgaden – Gundi Wendlinger, Inhaberin der »Woll-Oase« in Berchtesgaden, hat ihr zweites Trachtenheft veröffentlicht. Vom gestrickten »Schaike« für Damen und Herren bis hin zur modischen Trachtentasche reichen die Modelle. Das Heft ist sehr ansprechend fotografiert und zeigt, dass Gestricktes und Tracht einfach gut zusammenpassen.


Nachdem das erste Trachtenstrickheft von Gundi Wendlinger ein großer Erfolg war, hat sie sich dazu entschlossen, ein weiteres Heft voller Strickanleitungen herauszugeben. Zusammen mit dem Wollproduzenten Lana Grossa und seinem »Filati«-Magazin hat sie wieder eine ansprechende Mischung aus traditionellen Modellen und jenen mit modischen Akzenten zusammengestellt. Dabei haben ihre Mitarbeiterinnen fleißig gestrickt, Maschen gezählt und Anleitungen geschrieben.

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Das doppelreihige »Schaike« für den Herren ist ein absoluter Klassiker, die dazu passende Mütze, grau mit grünem Rand, wird vor allem den Jüngeren gefallen. Die Damenjanker sind aus edler Leinenwolle hergestellt. »Das macht sie leichter und der matte Glanz passt wunderbar zum Dirndl«, erklärt Gundi Wendlinger. »Es muss nicht immer nur schwere Schurwolle sein.«

Aus der allerdings ist die Herrenweste gefertigt, die zur Lederhose genauso gut passt wie zur Jeans. Der Trachtenjanker für den Herren mit modischer Kapuze ist allerdings nur etwas für Könner. Denn er wird in mehreren Schritten gestrickt, um den farblich abgesetzten Rand hinzubekommen. Die Version für die Dame kommt im frischen Grün daher und jene für die Kleinsten hat eine lustige Bommel auf der Kapuze angenäht.

Gerade die Vielfalt macht das Heft aus. Damen, Herren, Buben und Dirndln, für jeden ist etwas dabei. Janker, Westen, Tücher oder Wadlstrümpf finden sich ausführlich beschrieben. Was für den Laien eher wie ein Geheimcode ausschaut, ist die genaue Strickanleitung. Sollten dennoch einmal Fragen auftauchen, hilft Gundi Wendlinger gerne weiter. Etwas ganz Besonderes ist der Damengehrock, der elegant seine Trägerin wärmt. Dazu strickt sie sich einen passenden »Zegga« und schon ist sie einmalig angezogen. Denn zu kaufen gibt es die Sachen nirgends. Genau das macht ihren Wert aus. Das und die Zeit und Liebe, mit der die Stricksachen hergestellt werden.

Auch dieses Heft ist professionell fotografiert worden. Als Hintergrund diente das Kramerlehen in der Schönau. Das männliche und das weibliche Model sind die gleichen wie im ersten Heft. Eingekleidet mit Dirndl und Lederhose hat sie Engelbert Aigner. Dazu gesellen sich einheimische Kinder und eine ganz junge Dame zeigt, dass auch Babys schon Trachtenschick steht. »Wir wollten zeigen, dass man Tracht auch modern interpretieren kann«, erzählt Gundi Wendlinger. Die Herrin über die Wollknäuel gibt ihr Wissen in Kursen weiter und hat schon viele neue Ideen. Das Klappern der Nadeln wird im Talkessel also munter weitergehen. Christoph Merker