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Grenzkontrolle an der Saalbrücke abgebaut

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Die stationäre  Grenzkontrolle  auf  der  Saalbrücke ist offiziell beendet. Der Container wurde bereits gestern abgeholt. (Foto: Hudelist)

Freilassing – Die Kontrollstelle der Bundespolizei auf der Saalbrücke wird noch in dieser Woche abgebaut. Das hat ein Sprecher der Bundespolizei Freilassing gegenüber unserer Zeitung bestätigt.


Zwei fahrende Büros auf der Zufahrt zur Wehranlage sind schon abgezogen. Eine Containerfirma aus Unterschleißheim transportierte den Container auf der Brücke inzwischen ab.

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»Die temporäre Kontrolle des Grenzübergangs wird allerdings weitergehen«, so der Sprecher, und zwar mit einem Fahrzeug mit Verkehrsleittechnik. Dieses hat eine ausfahrbare LED-Telematik-Anlage (Leucht-Pfeile) auf dem Dach. Dadurch ist es nun möglich, die bisherige Verengung auf eine Fahrspur durch den Container mit diesem Fahrzeug zu ersetzen.

Gestern Mittag nun waren auf der Saalbrücke die Flutstrahler und der Container verschwunden. Er wurde von einer Containerfirma aus Unterschleißheim abgeholt. Das Staatliche Straßenbauamt hat die Begrenzungsständer entfernt, sodass die Saalbrücke wieder vierspurig befahrbar ist.

Martin Zartner von der Bundespolizei-Inspektion Freilassing wollte aber nicht den Eindruck aufkommen lassen, dass damit die Grenzkontrollen zu Ende wären. »Wir kontrollieren auch am Grenzübergang Freilassing-Saalbrücke temporär weiter. In welcher Art und Weise bleibt der Einsatztaktik und dem jeweiligen Einsatzleiter vorbehalten.«

Nicht betroffen vom Abbau sind allerdings die 24-Stunden-Kontrollstelle am Grenzübergang Walserberg auf der A 8 sowie die Kontrollen der Züge in Richtung Deutschland am Hauptbahnhof Salzburg. Nach Angaben von Zartner sind im Dezember alleine im Bereich der Bundespolizei Freilassing – dazu zählt neben dem Walserberg und der Saalbrücke auch der Hauptbahnhof – rund 500 Migranten festgestellt worden. »Das waren rund 150 mehr als der Durchschnitt in den Monaten zuvor.«

Im Zuge der Flüchtlingsbewegung im Herbst 2015 hatte der deutsche Innenminister am 13. September 2015 an den Grenzen zu Österreich das Schengen-Abkommen außer Kraft gesetzt und Grenzkontrollen angeordnet. Der Zugverkehr nach Deutschland war tagelang komplett eingestellt. Daraufhin zogen tausende Schutzsuchende Richtung Saalbrücke, wo die Bundespolizei anfangs nur wenige Flüchtlinge pro Stunde kontrolliert einreisen ließ. Es folgten zum Teil chaotische Zustände, die nur durch freiwillige Helfer aus Freilassing und Salzburg abgefedert wurden.

Im Dezember 2015 einigten sich Deutschland und Österreich auf fünf offizielle Übergangsstellen für Flüchtlinge, darunter die Saalbrücke. Ab dieser Zeit durften offiziell 50 Flüchtlinge pro Stunde einreisen.

Nach dem Schließen der Balkan-Route im März 2016 gelangten im Vergleich zum Herbst 2015 nur noch wenige Flüchtlinge nach Salzburg. Von 1200 Flüchtlingen pro Tag, also rund 36 000 im Monat, waren es im Dezember 2017 nur noch rund 500 im Monat, die hauptsächlich am Hauptbahnhof Salzburg bereits zurückgewiesen wurden. hud