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Große Aktion im »Riesending«

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Einsatz auf und im Untersberg: die fleißigen Bergwachtmänner nach der Sammelaktion. (Foto: privat)

Bischofswiesen – Die Höhlenretter der Bergwacht Freilassing und der BaySF-Forstbetrieb Berchtesgaden beseitigten jetzt gemeinsam die Spuren der Rettungsaktion im Jahr 2014. Damals war über eine Tonne Material, darunter etwa zehn Kilometer Bergsteigerseile, Bohrmaschinen, Rettungstragen, Lebensmittel und Getränkeflaschen bis zu 1 100 Meter tief in den Berg hinabtransportiert worden.


Nach der erfolgreichen Rettung des verletzten Höhlenforschers Johann Westhauser verblieb viel Material in der »Riesending«-Höhle. Eine Herausforderung für Rudi Hiebl, Regionalbeauftragter bei der Bergwacht Freilassing für Höhlenrettung im Berchtesgadener Land. Er organisierte gemeinsam mit dem Berchtesgadener Forstwirt Peter Bauer von den Bayerischen Staatsforsten, selbst aktiver Bergwachtmann, eine schlagkräftige Mannschaft, bestehend aus 13 Freiwilligen. Ein Höhlenretter kam von der Bergwacht Berchtesgaden, zwei aus Freilassing, fünf aus Murnau, vier aus Weilheim und eine Kollegin aus Salzburg dazu.

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Freitags nach der Arbeit stieg die Truppe auf den Untersberg hinauf und kam um 19 Uhr am Höhleneingang an. »Ich hoffe, wir bringen den Müll komplett heraus und jeder von uns schafft es wieder heil nach oben«, sagte Rudi Hiebl kurz vor dem Einstieg in die Höhle. Der in einer früheren Aktion zusammengetragene Müll lag in 300 Metern Tiefe am Boden des großen Höhlenschachts.

»Kein Problem«, sagte Peter Bauer von den Bayerischen Staatsforsten und installierte eine mobile Motorseilwinde in dem engen Schacht. »Hoffentlich zerreißt kein Sack beim Windeneinsatz, wie es beim letzten Mal passiert war«, so Peter Bauer. Am Sonntagabend lagen dann alle 15 Säcke wohlgeordnet am Ausgang der Höhle. Die Bayerischen Staatsforsten erklärten sich bereit, Material und Müll im Zuge eines am folgenden Montag geplanten Hubschraubereinsatzes ins Tal fliegen zu lassen. »Wir können doch die tapferen Streiter der Bergwacht nicht im Regen stehen lassen«, betonte Dr. Daniel Müller, Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden. Die Säcke wurden gebündelt vom Höhleneingang hinab nach Hallturm geflogen. Von dort nahm der Helikopter junge Bäumchen hinauf auf den Untersberg, um den hoch gelegenen Schutzwald zu sanieren. In mehreren Runden kamen alle Müllsäcke nach unten und wurden von den Waldarbeitern der Bayerischen Staatsforsten in Empfang genommen. Zusammen haben die fleißigen Helfer der Bergwacht fast 750 Stunden ihrer Freizeit dieser Aktion gewidmet. fb