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Große Freude an kleinen Kunstwerken

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Eine Attraktion war die Modellausstellung im Lokal des »Aschauer Wirts«. Fotos: Anzeiger/cw
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Der Gebietsbeauftragte Markus Eiglsperger (l.) vom Verband Deutscher Modellflieger ehrte den Vorstand des RC Modellflug Berchtesgaden, Günter Koller, für 25 Jahre perfekte Vereinsarbeit.
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Die »Hamburg« stach für Schleppaktionen öfter in See.

Bischofswiesen - Die einheimischen Modellbauer präsentierten sich mit einem Potpourri an Modellshow-Elementen zum 50-jährigen Vereinsjubiläum und zur 25-jährigen Vereinsleitung durch Vorsitzenden Günter Koller. An den Jubiläumstagen des RC Modellflug Berchtesgaden (RCMB) im Aschauerweiherbad wurde die Faszination des Hobbys Modellbau spürbar.


Der Verein beschränkte sich in der Ausstellung auf die Exponate der Vereinsmitglieder und bei den Vorführungen auf Modelle, die im heimischen Bereich einsetzbar sind. Dies schloss die Präsentation von Großmodellen zum Beispiel von Flugzeugen mit Turbinenantrieb aus. Insgesamt wurden 90 Flugmodelle, 15 Hubschrauber, 50 Schiffe und 15 Autos ausgestellt und in Aktion vorgeführt.

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Im Bereich vor dem »Aschi« blieb die Familie Scheifler, die die Modellauto-Show präsentierte, nicht lange allein. Das Angebot, mit eigenen Autos an der Show teilzunehmen, wurde rege wahrgenommen. Nicht wenige Besucher interessierten sich für die »großen« Elektroautos.

Nachdem sich die Modellschiffe schnell als Publikumsmagnete herausgestellt hatten, war im Aschi-Becken Action von der Öffnung bis zur Schließung angesagt. Jet-Ski, Wasserski, Party- und Hochseejacht, Rennboot, Hafenschlepper und selbst die Titanic mit ihrem Schicksals-Eisberg sowie ein U-Boot zogen die Blicke der Besucher auf sich. Jedes Modell war eine Rarität, pflügte gemütlich durch das Becken oder schoss pfeilschnell übers Wasser. Das als Rettungsboot für defekte Modelle gedachte Schlauchboot war bereits in den ersten Stunden die Attraktion des Bereichs Modellschiffe. Peter Mistlbacher spannte einfach einen Hafenschlepper vor das voll besetzte Schlauchboot und zog damit zahlreiche Besucher, unter anderen sogar eine über 80-jährige Dame, durch das »Aschi«.

Die Ausstellung der Flugmodelle war nicht weniger spannend. Vom filigranen 30 Gramm schweren Modell bis zum Flugzeug mit Sternmotor war alles zu bestaunen. Das Meisterstück war zweifelsohne die »Lama«, ein Hubschrauber, der im Original bei der »Air Zermatt« eingesetzt ist und von Erich Hasenknopf nach Originalfotos und -zeichnungen in allen Teilen selbst gebaut wurde. Die Flugvorführungen demonstrierten die Vorteile des technischen Fortschrittes im Modellbau. Leichte, relativ preisgünstige Modelle aus Kunstschaum erleichtern den Einstieg in das Hobby.

Vom gemütlichen naturgetreuen Fliegen bis zum Herumtoben mit leichten Schaumwaffeln (mit einer Spannweite von 60 cm und Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h) ist alles möglich. Es gibt allerdings luftfahrtrechtlich eine Grenze. Flugzeuge mit Elektromotoren bis zu einem Abfluggewicht von fünf Kilogramm dürfen auf allen Plätzen mit Genehmigung des Grundstückbesitzers gestartet werden. Flugzeuge mit Verbrennungsmotoren bis 25 Kilogramm dürfen nur auf genehmigten Modellflugplätzen gestartet werden. Darüber bedarf es der Abnahme und Genehmigung durch das Luftfahrtamt.

Fallschirmspringer Mike zeigte am Samstag einen mustergültigen Freifallsprung. Bei der Vorführung am Sonntag öffnete sich der Schirm allerdings nicht. Aber keine Sorge, der ferngesteuerte Mike kam mit einer leichten Verletzung (Servo defekt) davon und ist schon wieder einsatzbereit.

Der RCMB fühlte sich durch den Besuch von Bürgermeister Toni Altkofer mit Gattin Anita sehr geehrt. Das Gemeindeoberhaupt informierte sich vor allem über die Technik, die im Modellsport eingesetzt wird, und über die Vereinsarbeit.

Die Ehrung des RCMB zum 50-jährigen Vereinsjubiläum nahm der Gebietsbeauftragte des Deutschen Modellfliegerverbandes (DMFV), Markus Eiglsperger, vor. Eiglsperger machte deutlich, welche Verantwortung dem Verein durch die Nutzung der RC-Technik (Fernsteuerungstechnik) auferlegt sei. Neben der Urkunde des Dachverbandes überreichte der Gebietsbeauftragte dem Verein eine Windfahne, damit man immer sicher sein kann, woher der Wind weht.

Für den Jubilar überraschend, wurde dem kleinen Festakt eine zweite Ehrung hinzugefügt. Der 1. Vorsitzende des RCMB, Günter Koller, feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum als Vereinsvorstand. Seit seiner ersten Wahl in der Jahreshauptversammlung im Februar 1987 wurde Koller immer einstimmig wiedergewählt. Als Dank und Anerkennung für seine souveräne Führung des Vereins überreichten ihm die Mitglieder und die Vorstandschaft eine Urkunde. Unter Begleitung der Modellschiffflotte zog die »Fairplay« den Gebietsbeauftragten Eiglsperger und Jubilar Koller eine Ehrenrunde im Schlauchboot durch die Fluten des »Aschi«.

Am Sonntagabend zogen die Vereinsmitglieder das Resümee, dass beide Tage für die Akteure ein voller Erfolg und für die Besucher ein eindrucksvolles Erlebnis waren. Zum Gelingen trug vor allem die hervorragende Zusammenarbeit im Verein bei. cw