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Große Investitionen: Schulden in Ramsau wachsen auf 3,9 Millionen Euro

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Im Herbst 2018 sollen die Bauarbeiten zum Kreisverkehr auf der B 305 beginnen. (Foto: Wechslinger)

Ramsau – Die Gemeinde Ramsau hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen: Der Ausbau der B 305, die Sanierung von Gemeindestraßen und der Kanal für die Mordau sind nur drei von vielen Projekten. Daher wächst auch der Schuldenberg der Gemeinde von 3,6 auf 3,9 Millionen Euro. Kämmerer Albert Radlmeier hat den Haushalt für dieses Jahr in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend vorgestellt.


Zu Beginn der Erläuterungen informierte Radlmeier die Mitglieder des Gremiums über die Steuerkraft der Gemeinde. »Das ist eine der wichtigsten Kennzahlen, um die Gemeinden untereinander zu vergleichen.« Demnach liege die Ramsau auf Platz elf im landkreisweiten Vergleich. Auf Platz 1 liegt Freilassing, Berchtesgaden auf Platz 4, Schönau am Königssee auf Platz 7, Bischofswiesen liegt auf Rang 10, Marktschellenberg auf 15. Hier zählen die Gewerbesteuereinnahmen, die sich in der Ramsau seit Jahren positiv entwickeln, wie der Kämmerer betont. Diese stiegen um 55 000 Euro auf 485 000 Euro.

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Geld vom Staat für Gehwege an B 305

Zukunftsweisend sind die Investitionen, die sich die Gemeinde für heuer vorgenommen hat. Für den Ausbau der B 305 sind Ausgaben in Höhe von 1,73 Millionen Euro geplant. Davon werden aber 1,52 Millionen Euro für das Staatliche Bauamt vorfinanziert. Das Bauamt zahlt den Betrag »je nach Baufortschritt und Rechnungsstellung der Firmen« an die Gemeinde zurück. Die Arbeiten für den Kreisverkehr – dazu kommt ein Radweg entlang der B 305 (wie berichtet) – sollen im Herbst 2018 beginnen. Für den Bau von Gehwegen an der B 305 bekommt die Gemeinde aber Unterstützung: Es sind Zuweisungen in Höhe von 67 000 Euro beantragt.

Die freiwillige Feuerwehr Ramsau kann sich über neue Ausrüstungsgegenstände und zwei neue Fahrzeuge freuen. Insgesamt gibt die Gemeinde hierfür knapp 420 000 Euro aus. Für die Anschaffung der Fahrzeuge gibt es aber als Förderung vom Staat rund 181 000 Euro. Für das neue Feuerwehrhaus und den Bauhof im Gewerbegebiet Reichlfeld 2 fallen Planungs- und Baukosten in Höhe von etwa 90 000 Euro an. 252 000 Euro sind für die verkehrsmäßige Erschließung dieses Gebiets inklusive Abbiegespur vorgesehen, für die Erweiterung des Rohrnetzes Wasser/Kanal weitere 189 000 Euro.

Die Gemeindestraßen werden mit 74 000 Euro saniert. Einen dicken Batzen Geld verschlingt die Maßnahme, die Mordau mit Wasser und Kanal zu versorgen. Hier rechnet die Gemeinde mit 756 000 Euro an Kosten. Dafür gibt es aber vom Staat Zuweisungen in Höhe von insgesamt 550 000 Euro. Dazu kommen noch Einnahmen als Beteiligungsleistungen für den Abschnitt Jagdhaus Pfaffental bis Mordau in Höhe von 174 000 Euro.

In der Wimbachklamm müssen zwei Pfeiler und die Steganlage erneuert werden. Das kostet 28 000 Euro. Dazu kommen 27 500 Euro für einen neuen Kassenautomaten an der Wimbachbrücke. Der Breitbandausbau kostet die Gemeinde 106 000 Euro. Dafür gibt es aber wieder Hilfe vom Staat in Höhe von 84 500 Euro.

Kurpark mit »Seniorenbewegungsfeld«

Dankbar ist die Gemeinde für eine großzügige private Spende für die Neugestaltung des Kurparks mit Kinderspielplatz und »Seniorenbewegungsfeld«. Außerdem gibt es vom Staat dafür 80 000 Euro. Unter »Seniorenbewegungsfeld« ist ein Bereich zu verstehen, auf dem Fitnessgeräte für Senioren stehen, wie Radlmeier auf Nachfrage erklärt. Die Investitionspauschale von 126 500 Euro bleibt unverändert.

Das komplette Haushaltsvolumen beträgt 11,5 Millionen Euro. Davon fallen 6 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt und 5 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt.

Der Schuldenstand der Gemeinde beläuft sich am 31. Dezember dieses Jahres voraussichtlich auf rund sprich knapp 4 Millionen Euro. Wenn man den Kredit für den Ausbau der B 305 abzieht, muss die Gemeinde heuer 620 000 Euro an Krediten aufnehmen. Der Schuldendienst, also Zins und Tilgung, liegt bei rund 417 000 Euro. Letztes Jahr waren es noch 439 000 Euro. Bürgermeister Herbert Gschoßmann zeigte sich zufrieden: »Der absolute Schuldenstand ist nicht das Entscheidende, sondern ob ich den Kapitalzins aufbringen kann«, und das sei der Fall.

Zweiter Bürgermeister Rudi Fendt kommentierte den Schuldenstand: »3 Millionen Euro Schulden hören sich nicht gut an.« Aber da die Gemeinde planmäßig tilgen kann, habe er keine Angst vor der Zukunft. Dritter Bürgermeister Josef Maltan fügte hinzu: »Wir packen heuer lauter Maßnahmen an, die weit in die Zukunft reichen. Da muss man mehr Geld in die Hand nehmen, das kommt auch wieder zurück.« Annabelle Voss