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Große Pläne, große Investitionen

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Hofft, in fünf Jahren die Planungen zu einem Hotelneubau am Königssee abgeschlossen zu haben: Bürgermeister Hannes Rasp aus Schönau am Königssee. (Foto: Pfeiffer)

Schönau am Königssee – Kaum Verschnaufpause zwischen den Feiertagen gibt es für die Talkessel-Bürgermeister. Das nächste Jahr soll arbeitsreich werden. Das weiß auch Rathauschef Hannes Rasp aus Schönau am Königssee, der im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« den zahlreichen Großprojekten, die auf seine Gemeinde zukommen, entgegenblickt. In weiteren Interviews kommen in loser Reihenfolge die Gemeindechefs von Berchtesgaden (Franz Rasp), Bischofswiesen (Thomas Weber), Marktschellenberg (Volkhard Geiger) und Ramsau (Herbert Gschoßmann) zu Wort.


Herr Rasp, welche Erwartungen stellen Sie in Gemeindehinsicht an das Jahr 2016?

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Hannes Rasp: Das Jahr 2016 wird ein spannendes und weichenstellendes Jahr werden, da bin ich mir sicher. So finden etwa gleich zu Beginn des neuen Jahres die Weltmeisterschaften im Rennrodeln am Königssee statt. Der Austragungsort für Weltmeisterschaften zu sein, ist immer eine Herausforderung. Das hat bereits die Vergangenheit gezeigt. Spannend wird es auch in Sachen Jennerbahn: Die Unterlagen für die seilbahnrechtliche Genehmigung der Ersatzbauten der Jennerbahn sind eingereicht. Das Genehmigungsverfahren für ein großes touristisches Projekt dürfte ebenfalls eine Herausforderung werden. Die Neuaufstellung des gemeinsamen Flächennutzungsplanes ist für nächstes Jahr ein weiteres Projekt, ebenso wird 2016 das Bauleitplanverfahren für unsere Gemeinde durchgeführt. Spannend ist in dieser Hinsicht der Spagat zwischen der Bewahrung der Heimat und einer gesunden Weiterentwicklung. Des Weiteren wird uns der Abschluss des Markenprozesses beschäftigen. Die Neuausrichtung der touristischen Strukturen für eine effizientere touristische Vermarktung unserer Gemeinde und des gesamten Talkessels sind ebenfalls Aufgaben, die mit Sicherheit keine Langeweile aufkommen lassen dürften.

Welche größeren Vorhaben sollen in 2016 beendet beziehungsweise in Angriff genommen werden?

Rasp: Die größte Maßnahme, die wir im Jahr 2016 beginnen und fertigstellen wollen, wird die Erweiterung der Kindertagesstätte am Rathaus sein. Dort wird ein großes Objekt mit den Maßen 28 auf 11 Metern errichtet. Das Gebäude wird sich über zwei Stockwerke erstrecken und bietet dann wieder allen Kindern unserer Gemeinde unter einem Dach ausreichend Platz. Die Gesamtkosten liegen voraussichtlich bei 1,4 Millionen Euro. Eine weitere große Maßnahme ist die Erneuerung der Wasserleitung und von Teilen des Kanals im Bereich der Holzlobstraße. Weiterhin sind Wasserleitungsbauarbeiten im Bereich der Gemeindestraße Im Maltermoos geplant. Für beide Straßenzüge wird derzeit geprüft, ob auch Leitungen für die Fernwärme verlegt werden könnten. Sobald die Prüfungen abgeschlossen sind, erfolgt für beide Bereiche eine Anliegerinformation.

Wie beurteilen Sie die Asylproblematik für die Gemeinde? In welche Richtung wird sich diese weiterentwickeln?

Rasp: Speziell für unsere Gemeinde kann ich von keiner Asylproblematik sprechen. In der Gemeinschaftsunterkunft im Tauernhof verläuft alles sehr ruhig und reibungslos. Zurzeit beherbergt Schönau am Königssee mehr Asylbewerber als nach der Quotenregelung notwendig sind. Falls man den Prognosen glauben kann, werden wir ab Mitte 2016 den Verteilungsschlüssel nicht mehr erfüllen. Wir haben unsere Aufgabe, die Aufnahme von Flüchtlingen, bisher vorbildlich erledigt und wir werden auch in der Zukunft den landesweiten Verteilungsschlüssel akzeptieren. Diese Solidarität erwarte ich aber auch von allen anderen Gemeinden in Bayern.

Wo sehen Sie Ihre Gemeinde in fünf Jahren?

Rasp: Unser Ziel muss sein, dass die Wertigkeit der touristischen Angebote angehoben wird, damit die Marge in den touristischen Betrieben gesteigert werden kann. Einen wesentlichen Beitrag hierzu werden die neuen Bahnen am Jenner einschließlich der neuen Berggaststätte sowie eines Kinderlandes für den Sommer sowie den Winter bei der Mittelstation leisten. Dadurch wird der Tourismus im Winterhalbjahr und im Sommerhalbjahr gestärkt. Das Ziel ist, die Ersatzbauten im Jahr 2017 durchzuführen. Diese Anlagen werden sich auf den Hotelstandort Königssee positiv auswirken und ich hoffe, dass in fünf Jahren die Planungen für den Neubau eines Hotels am Königssee abgeschlossen sein werden und wir den Ortsteil Königssee an der Seestraße touristisch aufwerten können. Kilian Pfeiffer

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