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Große Rohre – schmale Straße

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Laut den Verantwortlichen ist der »höchste Grad der Verwüstung« ist der Baustelle Weberbichlgraben bereits erreicht. Ab jetzt soll es besser werden. (Foto: privat)
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Das große Stahlbetonrohr leitet künftig einen großen Teil des Wassers vom Weberbichlgraben in die Ache. (Foto: Rothenbuchner)

Marktschellenberg – Schotter, Bauzäune und große Rohre. Das sind derzeit die vorherrschenden Dinge an der Messerergasse in Marktschellenberg. Seit 25. Juli wird hier mittlerweile gebaut.


Die Unwetter im Jahr 2013 haben in Marktschellenberg eine groß angelegte Bauoffensive eingeläutet. Erst im Sommer ist die Gemeinde mit den Sanierungsarbeiten an der Almbachklamm fertig geworden. Seit Ende Juli ist eines der größten Projekte in Arbeit. Vom Weberbichlgraben wird entlang der Messerergasse über den Kirchenvorplatz bis in die Ache eine neue Wasserableitung verlegt. Diese übernimmt laut Diplomingenieur Matthias Gerold aber nur einen Teil der Wassermassen. Der alte Kanal wird saniert und fungiert als Bypass für die neue Leitung. »Das ist vor allem in Spitzenzeiten, etwa bei starkem Regen nötig«, sagt Gemeindegeschäftsleiter Michael Ernst.

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Etwas mehr als die Hälfte der Rohre ist bereits im Boden und wieder von Kies bedeckt. Weitere 75 Meter fehlen noch. Die Stahlbetonrohre haben einen Innendurchmesser zwischen DN 900 und DN 1 200, also zwischen 90 Zentimeter und 1,20 Meter. Während man die schmale Straße im oberen Bereich erst aufreißen muss, um die großen Rohre verlegen zu können, haben die Arbeiter vor der Kirche bereits mit den ersten Pflasterungsarbeiten begonnen.

Ob die gesamten Bauarbeiten noch heuer abgeschlossen werden, lässt sich laut Gerold im Moment nicht sicher sagen. Er hält es aber prinzipiell für machbar. Wie lange es noch dauert, hängt auch davon ab, was die Arbeiter bei den Grabungen noch vorfinden. Denn die größten Schwierigkeiten bereiteten ihnen bisher unbekannte Leitungen, die auf den Plänen nicht verzeichnet waren. Zum Beispiel Stromkabel. »Es ist eine sehr aufwendige Baustelle und wenn Leitungen nicht da sind, wo man sie erwartet, kommt es immer wieder zu Verzögerungen«, so Bürgermeister Franz Halmich.

Die Baustelle zieht sich auch aus einem anderen Grund über einen längeren Zeitraum: Die Erneuerung der Ableitung wird dazu genützt, gleich noch einige andere Projekte in Angriff zu nehmen, die in den nächsten fünf bis acht Jahren notwendig geworden wären. Etwa Wasserleitungen oder die Oberflächenentwässerung. »Es macht Sinn, alles jetzt zu machen. Ich erwarte, dass in diesem Bereich in den nächsten Jahren nichts mehr zu tun sein wird«, sagt Halmich. Die Anwohner wird es freuen, denn während der Arbeiten gibt es in der Messerergasse für Privatfahrzeuge kein Durchkommen.

Am wichtigsten ist allen Beteiligten derzeit, die Baustelle für den Winterdienst fertig zu bekommen. Es soll zumindest die Asphalttragschicht aufgebaut werden, sodass Räumfahrzeuge nicht über kiesigen Untergrund fahren müssen und das Oberflächenwasser abgeleitet wird. »Ich bin zuversichtlich, dass das funktioniert«, so Halmich. Was heuer nicht mehr geschafft wird, soll im kommenden Frühjahr fertiggestellt werden. Die Gemeinde hofft dann auf ebenso viel Verständnis von den Anwohnern, wie das derzeit der Fall ist. ra