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Große Runde erinnert sich an »Kleine Schule«

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Bis 1966 war die »Kleine Schule« in der Engedey in Betrieb. Davor stand stets der »Käfer« von Lehrer Peter Angerer Fotos: privat
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Über 40 Teilnehmer kamen zum Treffen der ehemaligen Engedeyer Volksschüler.
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Lehrer Peter Angerer (r.) und Moderator Werner Vietze.

Bischofswiesen/Engedey - Das Treffen ehemaliger Volksschüler der »Kleinen Schule« in der Engedey bot am Samstag viel Gelegenheit zum Austausch von Erfahrungen und Lebensläufen nach zum Teil fast 50 Jahren. Zusammen mit ihrem einstigen Lehrer Peter Angerer trafen sich die Ehemaligen im »Gebirgshäusl« nahe der früheren kleinen Engedeyer Schule mit ihrem bekannten Glockentürmchen. Obwohl das Interesse von Anfang an recht groß schien, hatten die Organisatoren nicht mit den mehr als 40 Teilnehmern gerechnet.


Zuvor hatte sich das Herausfinden von Adressen, bei Frauen auch mit neuem Namen und Wohnort, als recht schwierig erwiesen. Das kleine Team um Rudi Koller, Hannelore Aschauer, Stefan Wörgötter und Werner Vietze wurde jedoch relativ rasch fündig, nachdem die alten Klassenlisten im Archiv der Bischofswieser Volksschule noch auffindbar waren. Die weitere Suche gestaltete sich aufgrund der umfassenden Kenntnisse von Rudi Koller, dem Alt-Engedeyer, der über fast alles von früher und heute Bescheid wusste, weitgehend unproblematisch.

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Erstaunlich war es, dass gerade auch von den entfernter wohnenden ehemaligen Mitschülern viele von weither angereist waren, um nach so vielen Jahren (es wurden die Jahrgänge 1947 bis 1957 geladen) die »alten« Gesichter wieder zu sehen.

Nachdem sich in den Jahren doch der eine oder andere manchmal erheblich verändert hatte, der Bauchumfang bei einigen doch um einiges gewachsen ist und so manches Haar ergraut ist, war das Wiedererkennen oft nicht so einfach, während die Frauen überwiegend jung geblieben schienen und sich top gestylt präsentierten. Zu Beginn wurde daher eine Vorstellungsrunde mit kurzer Schilderung des Lebenslaufs seit den Engedeyer Zeiten gemacht, was dann und wann bereits zu mancher Erheiterung führte. Unvermindert fit war der damalige Lehrer Peter Angerer, der mit vielen Erinnerungen, Anekdoten und heiteren Geschichten die ganze Runde belebte.

In einer Fotoshow von Werner Vietze wurden die typischen Schwarz-Weiß-Bilder mit weiß-gezacktem Rand aus den 50er- und 60er-Jahren am Beamer präsentiert, wobei es oft spannend war, wer noch seine ehemaligen Mitschüler erkannte.

Nachdem über Jahre hinweg das Kultusministerium diese kleine, zuletzt einklassige Schule nicht schließen konnte und sich 1960 das kleine gallische Dorf Engedey mit der Macht von Eltern und Schülern gegen eine Entführung mit einem »Schulbus« (wer wusste damals schon, was das sein sollte) nach Bischofswiesen widersetzt hatte, hatte die Engedeyer Schule noch mehr als sechs Jahre unter dem beliebten Junglehrer Peter Angerer weiter Bestand, ehe sie doch aufgelöst und später an einen industriellen Betrieb verkauft wurde. Insgesamt hatten auch noch zu später Stunde alle den Eindruck, einen fröhlichen und gelungenen Abend erlebt zu haben, sei es dass sie aus München, Rosenheim, dem Allgäu oder auch nur vom nahe gelegenen Bachmannlehen, Schoberlehen, vom Boschberg, aus dem Vierradlehen oder dem Geißstalllehen gekommen waren. W.V.