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Grünes Licht für Bischofswiesens »grüne Achse«

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Vor dem sogenannten Ehlerplatz ist eine Überquerungshilfe geplant. Möglich wäre als Fortführung des Gehwegs der Bau einer eigenen Fußgängerbrücke über die Bischofswieser Ache. Dann wäre die Neuwirtbrücke den Fahrzeugen vorbehalten. (Foto: Kastner)

Bischofswiesen – Den Durchgangsverkehr in Bischofswiesen will der Gemeinderat bekanntlich durch verschiedene Maßnahmen entschleunigen. Doch gleichzeitig soll es entlang der Hauptstraße auch grüner und beschaulicher werden, die Aufenthaltsqualität soll steigen. Der Entwurf des Grünordnungs- und Rahmenplans für die Ortsmitte, den der Landschaftsplaner Wolf Steinert den Gemeinderäten am Dienstag präsentierte, soll eine Richtlinie für die weiteren Planungen sein.


Es hätte eigentlich nur ein Grünordnungsplan werden sollen. Doch dann kamen so viele neue Ideen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität in Bischofswiesens Ortsmitte hinzu, dass sich daraus ein Rahmenplan entwickelte, wie Wolf Steinert den Gemeinderäten erklärte. Eingebunden ist nicht nur die Gemeinde, sondern es gibt viele Partner wie das Staatliche Bauamt, das Wasserwirtschaftsamt sowie Privatbürger.

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Zu den Maßnahmen, die kürzlich auch im Rahmen einer gemeinsamen Ortsbegehung erörtert worden waren, gehören die Anlegung von Parkflächen quer zur Straße, damit das Ausparken und das Überqueren des Fußwegs erleichtert wird, der Einbau von Sohlschwellen in der Ache zur Erleichterung der Tierwanderungen, die Abgrenzung der Bahnanlagen durch bauliche Maßnahmen wie beispielsweise eine Trockenmauer, Baumpflanzungen zwischen öffentlichen und privaten Flächen, ein Lichtkonzept, die Förderung zur Belebung von Außenflächen in der Gastronomie, die Anlegung von grünen Inseln sowie der Einbau von sogenanntem Bachpflaster auf Teilen des Gehwegs.

Der Fußweg über den sogenannten Ehlerplatz soll in einem Bogen angelegt und in einer Schleife an den Geschäften vorbei gelenkt werden. Überquerungshilfen sollen den Verkehr auch an der südlichen Ortseinfahrt entschleunigen und zusätzlich das Überqueren der Fahrbahn erleichtern. Möglich wäre der Bau einer zusätzlichen Fußgängerbrücke über die Ache, dann wäre die Neuwirtbrücke den Autos vorbehalten. Wolf Steinert stellte auch die gestalterischen Möglichkeiten am neuen Bahnhaltepunkt vor.

»Viele kämpfen für eine Umgehungsstraße. Wir haben sogar eine, nur müssen wir sie grüner und sicherer machen«, sagte 2. Bürgermeister Thomas Resch (Freie Wähler). Unter anderem sollte man die Fichten durch hochwertige Laubbäume ersetzen, damit man im Sommer Schatten und im Winter Licht habe.

Mehrere Punkte, die für die SPD bei der Umsetzung sehr wichtig sind, nannte Hans Metzenleitner. Dazu gehören aus Sicherheitsgründen Ausbuchtungen an der Verkehrsinsel an der nördlichen Ortseinfahrt, eventuell das Zurücksetzen der Stützmauer und die Verbreiterung der Fahrbahn auf einer Länge von 30 bis 50 Metern zur Sicherheit der Radfahrer, die Anlegung des bereits beschlossenen Schutzstreifens, die Aufwertung des zentralen Brunnendenkmals zu einem attraktiven Verweilort, die Aufwertung des Ehlerplatzes und der Erhalt einer »grünen Achse« durch Bischofswiesen, indem man vor allem die größeren Bäume rettet.

Mit Freude vernahm Bernhard Heitauer (CSU), dass an der nördlichen Ortseinfahrt behindertengerechte Abgänge zu den Sandbänken der Bischofswieser Ache ins Auge gefasst werden. Damit könnte man Erholungs- und Aufenthaltsräume am Wasser schaffen.

Wenig Gefallen fand Paul Grafwallner (UBB) an den geplanten Ausbuchtungen an der nördlichen Ortseinfahrt. Die sollte man nach seiner Meinung möglichst gering halten, um Auenverluste zu reduzieren. Auch der Grünbereich unterhalb der Kirche sollte möglichst erhalten werden. »Darüber hinaus müssen wir unbedingt das Wasserwirtschaftsamt einbremsen und um jeden markanten Baum kämpfen«, forderte Grafwallner, der seine Hoffnungen hier vor allem auf das diplomatische Geschick des Bürgermeisters setzt.

Einen weiteren positiven Aspekt des geplanten Schutzstreifens für Radfahrer auf der westlichen Straßenseite griff Michael Sturm (Grüne) auf: »Weil wir nun keinen weiteren Radweg parallel zum Fußweg brauchen, bleibt auf dieser Seite das Grün erhalten.«

Die im Rahmenplan enthaltenen Maßnahmen sollen laut einstimmigem Gemeinderatsbeschluss nun »Orientierungshilfen« für Behörden und Private bei künftigen Planungen sein. Bürgermeister Thomas Weber stellte aber klar, dass damit vor allem für die Privaten keine Pflicht verbunden sei. »Wir hoffen aber auf einen Nachahmungseffekt, wenn wir mit gutem Beispiel voran gehen«. Ulli Kastner

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