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Gstanzl und Klarinettenmusik für Claudia Kugelmann

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Landrat Georg Grabner verabschiedete die Leiterin des Schülerforschungszentrums Berchtesgadener Land, Prof. Claudia Kugelmann. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Die wissenschaftliche Leiterin des Schülerforschungszentrums Berchtesgadener Land, Prof. Claudia Kugelmann, wurde am Freitagvormittag im alten Gymnasium verabschiedet. Die Professorin betonte in ihrer Abschiedsrede, dass man auf das immer noch fragile Gebilde Schülerforschungszentrum gut aufpassen müsse. In ihrer Abschiedsrede in Gstanzlform kam die Technische Universität München (TUM) nicht gut weg. Denn eigentlich wollte Kugelmann gar nicht gehen. Für die musikalische Umrahmung sorgten drei Schüler des Gymnasiums Berchtesgaden mit ihren Klarinetten.


Jede gute Sache habe viele Väter, sagte Landrat Georg Grabner. Er lobte den Förderverein des Schülerforschungszentrums um dessen Vorsitzenden Engelbert Sellmaier. Gleichwohl bezeichnete Grabner Prof. Claudia Kugelmann als Mutter des Erfolges, den das Schülerforschungszentrum in den vergangenen Jahren hatte. Grabner freute sich darüber, dass die Bildungseinrichtung von Schulen, Firmen und Institutionen gut angenommen werde. Kugelmann habe stets mit großer Leidenschaft und riesigem Engagement für die gute Sache gewirkt, so der Landrat, der es als vornehmste Aufgabe bezeichnete, junge Menschen für naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern.

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Prof. Kristina Reiss von der TUM konstatierte, dass die Qualität aufgrund stetiger Verbesserungen im Schülerforschungszentrum kontinuierlich zugenommen habe. Es gelte, sich technisch weiter zu entwickeln, die Technik dürfe aber die Menschen nicht dominieren.

Es sei ihm eine große Freude bei der Verabschiedung der wissenschaftlichen Leiterin des Schülerforschungszentrums dabei zu sein, erklärte der Vorsitzende des Fördervereins, Engelbert Sellmaier, der stolz darauf sei, was in den vergangenen Jahren geschaffen worden sei. Von Kugelmanns designiertem Nachfolger, Prof. Peter Hubwieser, wünschte sich Sellmaier eine ebenso gute Hand wie von dessen Vorgängerin.

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Susanne Bley und Gymnasiallehrer Martin Hofreiter sprachen von den akribischen Vorarbeiten Kugelmanns und ihrer unvergleichlichen Art, ihr Personal zu führen. Auch, wenn gewisse Sitzungen oft bis in die Nacht gedauert hätten. Für inzwischen 58 Mitarbeiter im Schülerforschungszentrum sei Prof. Kugelmann immer erreichbar gewesen. Auch in Konfliktsituationen habe sie stets für eine Lösung gesorgt, alles sei in Teamarbeit abgearbeitet worden.

Hofreiter erinnerte an die steten Verbesserungen des Hauses und bezeichnete die Werkstatt als ein Schmuckstück, wo professionell gearbeitet werde. Viel Lob hatte Hofreiter für die scheidende Leiterin parat, die es immer verstanden habe, durch ihre faire und offene Art alle Mitstreiter mitzureißen.

Den Schlussakkord der Abschiedsveranstaltung setzte Prof. Kugelmann selbst. Sie sprach von einem alten Schulhaus, das ein erfüllter Lernort geworden sei. Die Hauptaufgabe sei gewesen, eine Struktur zu schaffen. Prof. Kugelmann lobte das Wechselspiel zwischen Theorie im Haus und dem Lernen in der Natur. Als wichtigste Mitstreiterin nannte Kugelmann Petra Moderegger. Das Aufgabengebiet von Geschäftsführer Christoph Geistlinger werde sich künftig erweitern.Abschließend gaben die scheidende Leiterin und ihr Ehemann mit musikalischer Begleitung einer Gesangslehrerin hintergründige Gstanzln zum Besten. Eingeweihte konnten dem Text leicht entnehmen, dass Kugelmanns Abschied von Berchtesgaden nicht freiwillig ist. Dennoch war das letzte Gstanzl eine Hommage an Berchtesgaden und seine Bürger. Christian Wechslinger