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Haiderhof und Landratsamt kommen zusammen

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Die wegen Hochwasserschaden gesperrte Sichlerbrücke ist auch ein Thema beim Brandschutz für den Haiderhof, denn Feuerwehr und schwere Rettungswagen können derzeit die Brücke nicht befahren.
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Am Haiderhof werden sich nächste Woche Behördenvertreter und Familie Stibler treffen, um eine Lösung für den Fortbestand zu finden. Fotos: Anzeiger/Hudelist

Schneizlreuth – Die Fronten zwischen der Baubehörde und der Familie Stibler scheinen aufzuweichen, ein erster Anruf aus dem Landratsamt nach dem Artikel im »Berchtesgadener Anzeiger« lässt die neuen Eigentümer des Haiderhofes Mut schöpfen. »Mit der Gastwirtschaft wird es wohl weitergehen können, mit der Vermietung sieht es problematischer aus«, fasst Rolf Stibler seine Einschätzung zusammen. Nächste Woche wird es direkt am Haiderhof ein Treffen der Familie mit Behördenvertretern und der Gemeinde geben, »es wird dann auch um die Zufahrtsstraße zum Haiderhof gehen, denn Feuerwehr und schwere Rettungswagen können den gesperrten Weg derzeit nicht benutzen«, so Stibler.


»Das wird schon wieder« oder »jetzt wird das Landratsamt anders reagieren«, so lassen sich die Reaktionen auf den Artikel in der Wochenendausgabe über das drohende »Aus« des Haiderhofes zusammenfassen. »Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen bekommen, viele sprechen uns Mut zu«, so Rolf Stibler. Wie am Freitag angekündigt, hat die Familie am Montag einen Anruf der Baubehörde erhalten, von Günther Erichs, Leiter der Abteilung Bauen und Planungsrecht im Landratsamt.

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Miteinander kommunizieren

»Wir wollen uns jetzt zusammensetzen und über alles noch einmal in Ruhe reden« fasst Stibler den Anruf zusammen, »dieses Treffen wird Anfang nächster Woche bei uns am Haiderhof stattfinden, denn hier können sich alle Beteiligten alles ansehen.« Teilnehmen werden neben der Baubehörde auch der Bürgermeister von Schneizlreuth, Wolfgang Simon. »Bei bestimmten Brandschutzauflagen geht es ja auch darum, dass Feuerwehr und Rettungsdienste unser Haus erreichen müssen«, so Stibler, und ergänzt, »das ist aber derzeit wegen der hochwasserbeschädigten und gesperrten Brücke und wegen des Uferweges mit Anbrüchen nicht möglich.« Schon jetzt müssten zum Beispiel die Handwerker mit ihren schweren Klein-Lkw einen Umweg über den Steinpass und Unken in Kauf nehmen, für den Notfall bedeutet das einen Umweg von fünfzehn Minuten.

Möglicher Verzicht auf das Matratzenlager

Nach dem Telefonat mit dem Leiter der Baurechtsbehörde hat Stibler den Eindruck, dass die Brotzeitstation eher eine Zukunft hat als die Zimmervermietung. Die Wirtschaft werde vom Landratsamt unkritischer gesehen, aber das Matratzenlager für Schüler sei aus Sicht des Brandschutzes der Knackpunkt. »Wenn das so ist, überlegen wir natürlich, das Matratzenlager aufzugeben und nur mehr die Ferienwohnung sowie ein Zimmer zu vermieten«, sagt Stibler. Zusammen mit seiner Frau ist er gespannt auf die »Lösungsansätze des Landratsamtes«, gleichzeitig wollen sie aber auch wie angekündigt den Rat eines Fachanwaltes einholen.

Wie berichtet, hatte die Baubehörde im Landratsamt 60 Jahre lang nicht gewusst, dass es im Haiderhof eine gewerbliche Küche sowie Zimmer und ein Matratzenlager gibt, die vermietet werden. Erst beim Eigentümerwechsel Anfang Juni wurden die Daten des Gewerbeamtes und des Bauamtes verknüpft, jetzt verlangt das Landratsamt bestimmte Bauanträge. Die Eigentümerfamilie weigerte sich erst, Anträge auf Nutzungsänderungen einzubringen, da sich ihrer Meinung nach keine Nutzung ändere, sondern alles so weiter betrieben werden sollte wie seit Ende der 1950-er Jahre. Michael Hudelist