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Hart arbeiten und miteinander reden

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Feiern an diesem Wochenende Eiserne Hochzeit: Maridi und Lois Senoner. (Foto: Berwanger)

Marktschellenberg – »Es passt einfach alles«, sagen Maria und Alois Senoner und strahlen einander an. Damit meint das glückliche Paar nicht nur seine heute auf den Tag 65 Jahre währende Ehe. Sondern auch die eigene Gesundheit und die der Kinder, Enkelkinder und Urenkel. Am Hochzeitstag geht es wie alle Jahre nach Altötting und am Sonntag feiert die ganze Familie beim »Brenner Bräu« in Bischofswiesen das Fest der Eisernen Hochzeit von Maridi und Lois.


Gut 75 Jahre kennen sie sich schon, die gebürtige Marktschellenbergerin und der aus St. Leonhard im Passeier Tal stammende Südtiroler, der einst im Zuge der Deutschland-Option mit seiner Familie nach Marktschellenberg gekommen war. »1949 hat es gefunkt«, erzählt der Lois mit einem schelmischen Lächeln. Und die Maridi ergänzt: »Wir waren beide bei den Schuhplattlern, so konnten wir samstags zum Almtanz und am Sonntag spazieren gehen.« 1951 heirateten die Verliebten und bekamen im Laufe der Jahre zwei Töchter und einen Sohn. Beim Hausbau am steilen Hang packte Maria Senoner fest mit an. »Bis auf den Kies haben wir alles mit den Kraxen selbst hochgetragen«, so Alois Senoner. Noch heute ist er sichtlich stolz auf seine keine harte Arbeit scheuende Frau.

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Die Hände in den Schoß legen und Nichtstun, kommt für das rüstige Ehepaar noch immer nicht infrage. »Wenn Du nix mehr arbeitest, ist Schluss«, stellt Maria Senoner ganz entschieden fest. Die einstige Schneiderin näht auch mit 88 Jahren noch gerne selbst und trägt zum Fototermin natürlich ein schmuckes selbst geschneidertes Kleid. Alois Senoner war Schreinergeselle und verschwindet gerne im Keller, um ein hölzernes Kunstwerk zu schnitzen. Der stolze Hirsch, den er eigens für die Besucherin aus der Werkstatt holt, ist bis ins letzte Detail makellos und gut anzuschauen. Jeder hat sein Hobby und auch sonst sind sich Maridi und Lois einig. Sie macht die Arbeiten im Haus, er die draußen. »Und Schneeräumen tun wir gemeinsam, viermal am Tag«, sagt Maria Senoner. Sie und ihr Lois, »mit 89 der drittälteste Mann im Dorf«, sind aber auch mal unterwegs. »Wir machen gerne Tagesreisen mit dem Bus«, so Maria Senoner.

Voller Freude berichtet sie, dass sie für die Tagesfahrten zumeist Gutscheine von den drei Kindern oder fünf Enkelkindern geschenkt bekämen. Auf den Nachwuchs und die vier Urenkel sind die Senoners sehr stolz. Alle seien gesund und würden fleißig arbeiten, mehr könne man sich gar nicht wünschen. Jede Menge schöner Familienfotos zieren die gemütliche Stube, »das ist auch ein Hobby von ihr«, sagt Alois Senoner. Ein Geheimnis für eine so lange, gute Ehe gebe es nicht, meint er. Seine Frau hat eine Erklärung zur Hand: »Wenn etwas ist, wird es ausgeredet.« Das freundliche Paar schaut sich an und beide nicken, nicht immer braucht es Worte zur Verständigung. »Allweil z'samm« sind sie, so die Eisernen Hochzeiter. »Wir haben ein glückliches Leben«, sind sich Maridi und Lois Senoner einig, und das klingt nicht nur sehr zufrieden, sondern auch dankbar. Ina Berwanger

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