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Harte Gitarrenriffs begeistern Rockmusikfans

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Hunderte Hardcore- und Punkrock-Fans aus Berchtesgaden und Umgebung, aber auch Gäste ließen sich das Spektakel nicht entgehen.
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Franz Keilhofer nutzte seinen Auftritt auch, um auf Probleme in der Welt hinzuweisen.
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»Resonant of Mind« zeigten auf der Bühne vollen Körpereinsatz. Weitere Bilder unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. (Fotos: Voss)

Berchtesgaden – Egal, ob fünf oder 70 Jahre: Die Musik auf dem Rathausplatz schweißte am Samstag alle zusammen. Berchtesgadener und Touristen lauschten rockigen Klängen der härteren Sorte. Das bereits bekannte Open-Air-Konzert »Rock am Rathaus« zog mit Musikrichtungen von Pop-Punk über Punkrock bis hin zu Death Metal hunderte Musikfans an.


Organisiert hatte das spezielle Konzert mit fünf Bands die Jugend-AG um Jugendreferentin Sabine Wimmer. In der Vergangenheit hatte es bereits öfters Probleme gegeben, sei es mit genervten Nachbarn oder mit nicht erschienenen Bands. Dafür lief am Samstag alles glatt. Den Auftakt um 18 Uhr machte die Berchtesgadener Akustik-Band »The Return«. Einige Einheimische kannten die Musik von Stefanie Rudolphi, Robert Kurz und Jonas Langenhorst bereits von früheren Auftritten im Talkessel. Performen die drei sonst eher ruhigere Lieder, haben sie bei »Rock am Rathaus« gezeigt, dass sie auch anders können. Mit flotten Covern, wie zum Beispiel »Happy« von Pharrell Williams oder »Wake me up« von Avicii und Aloe Blacc hielten sie die Besucher am Rathausplatz bei Laune.

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Zwischen den Auftritten bauten die jungen Bands professionell schnell ihre Technik ab und die Nachfolger ihre wieder auf. Die vier jungen Männer der Band »Resonant of Mind« aus Burghausen bewegten sich im Gegensatz zu ihren Vorgängern eher im härteren Progressive, Hardcore und Alternative Rock. Das heißt: Viel Geschrei, aber auch Melodien und schnelle Rhythmen. Aaron, Michael, Kevin und Philipp zeigten jede Menge Einsatz auf der Bühne und auch, was Headbanging bedeutet.

Bis zu diesem Zeitpunkt am frühen Abend war vor der Bühne noch nicht allzu viel los. Allerdings tummelten sich stattdessen immer mehr Zwölf- bis 18-Jährige auf dem Schlossplatz und vor der Pfarrkirche St. Andreas. Allmählich entwickelte sich eine Art gigantischer Jugend-Treff. Da die Organisatoren Bedenken hatten, schickten sie ab und zu Sicherheitskräfte hinüber, um nach dem rechten zu sehen.

»1Way2Go«. Das sind die vier Teisendorfer Max, Sebi, Markus und Severin. Seit 2010 unterhalten sie ihre Fans – von denen auch einige extra nach Berchtesgaden gefahren sind – mit Punkrock. Davon waren auch die anderen Konzertbesucher angetan und tanzten auf dem Kopfsteinpflaster. Spaß hatten auch die Berchtesgadener Gemeinderäte und Bürgermeister Franz Rasp. Sie halfen fleißig mit und versorgten die Rockfans mit Getränken und den obligatorischen Leberkäs- und Schnitzelsemmeln.

Da sich die Konzertbesucher mehrheitlich lieber auf den Bierbänken links von der Bühne und weit hinten an den Stehtischen platzierten, forderte jede Band sie dazu auf, nach vorne zu kommen. Bei der Berchtesgadener Hardcore-Band »Astraea« war schließlich der Knoten geplatzt. Franz Keilhofer, Martin Zeughan, Christoph Kaunzner, Andreas Friedrich und Fabian Althaus verstanden es, ihr Publikum zu begeistern. In großen »Pogo-Kreisen« vor der Bühne kannten die jüngeren Hardcore-Fans kein Halten mehr. Der »Pogo« ist ein Tanz, der seine Ursprünge in der Punkszene der 1970er-Jahre hat. »Pogo«-Tanzen bedeutet, sich in die Menge zu werfen und gegenseitig heftig zu schubsen, zu sehen bei fast jedem Punkrock- oder Hardcore-Konzert.

Franz Keilhofer nutzte die Pausen zwischen den Liedern und sprach immer wieder wichtige Themen und unbequeme Wahrheiten an. Er wies daraufhin, wie gut es den Menschen hierzulande geht, während ein paar hundert Kilometer weiter Menschen Hunger leiden oder auf der Flucht ertrinken müssten. »Schaut auf die, die euch etwas bedeuten«, gab er zu bedenken. Außerdem betonte er, wie wichtig so eine offene Veranstaltung wie »Rock am Rathaus« für Berchtesgaden sei.

Den Abschluss des Abends bildete die Wiener Pop-Punk-Band »Escape Artists«. Geprägt wird die Musik von der Stimme der Frontfrau Pia. Gemeinsam mit Georg, Matthias, Mario und Lukas Jelencsits bildet sich eine stimmgewaltige Gruppe, die schon einige Erfolge feiern konnte. Was allen Bands des Abends zugute kam, war die professionelle Licht- und Tontechnik. Mit Nebelmaschinen und Scheinwerfern kam erstklassige Konzertstimmung auf. Annabelle Voss