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Haufenweise Ärger

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Das Gras wuchert aktuell im Luitpoldpark. Auf so manche Bank mag man sich da als Besucher kaum hinsetzen. (Foto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Wenig einladend ist derzeit der Luitpoldpark für Besucher. »Das Gras wächst und wächst und keiner kümmert sich drum«, sagt eine Spaziergängerin. Da könnten die neu aufgestellten Eichenbänke sowie der Tisch nicht drüber hinwegtäuschen. Der Marktbaumeister Peter Hasenknopf spricht indessen von einem Hundekotproblem.


Wer aktuell durch den Luitpoldpark geht, hat nicht viel Freude an dem schön gelegenen Park, der neben zahlreichen Sitzgelegenheiten auch einen Minigolfplatz besitzt. Der weiter oben gelegene Parkteil wirkt gepflegt, hier findet man auch die Eichenbänke und den neuen, massiven Tisch. Ein gemütliches Plätzchen.

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Von der Gemütlichkeit ist weiter unten aber kaum mehr etwas zu spüren. Hier verweilen und auf einer Bank sitzen bleiben möchte man derzeit nicht, das sagt auch eine Berchtesgadenerin, die hier regelmäßig spazieren geht. »Ungepflegt sieht der Luitpoldpark aus«, so lautet ihr Eindruck. Ein Aushängeschild sei der Park, der seinen Namen dem Prinzregenten Luitpold verdankt, aktuell keinesfalls. In der Tat wächst das Gras teils über 40 Zentimeter hoch, ein kleiner Weg samt Treppen, der normalerweise genutzt wird, ist überwuchert. »Da geht doch keiner.« Das Gras ist so hoch, dass es teils durch die Zwischenräume der Sitzgelegenheiten hindurchwächst. Ein darauf angesprochener Hundebesitzer schüttelt nur mit dem Kopf: »Der Luitpoldpark war früher deutlich schöner«, sagt er. »Damals gab es auch noch mehr Bäume.« Und es sei häufiger gemäht worden.

Marktbaumeister Peter Hasenknopf kommt frisch aus dem Urlaub. Der Luitpoldpark hat ihm gerade noch gefehlt. Denn natürlich sei der Ort zwar ein schönes Fleckchen, aber ein »verschissenes« noch gleich dazu. Die Rüge gilt den zahlreichen Hundebesitzern, die hier mit ihren Hunden Gassi gehen und den Vierbeiner auf den Wiesen ihre Geschäfte verrichten lassen. »Kaum einer nutzt mehr die Hundebeutelbehälter«, wundert sich der Marktbaumeister. Den »Salat« haben schließlich die Marktmitarbeiter, die hier mähen müssen.

Zum Thema Rasenpflege ergänzt Hasenknopf: »Aktuell ist Urlaubszeit.« Mit Sicherheit könne der Luitpoldpark etwas häufiger gemäht werden, was aber nicht heiße, dass man den Park vernachlässige. »Aber man muss auch ganz klar sagen, dass es keinen Spaß bedeutet, das Gras zu schneiden.« Der Kot fliege dabei nur so umher, die Mitarbeiter müssten in spezieller Montur arbeiten, da die Kotproblematik massiv sei.

Stippvisite im Luitpoldpark: An vielen Ecken und Enden liegen Hundehaufen. Mitten auf dem Gehweg, in der Wiese, unter einer Sitzbank. Häufchen reiht sich an Häufchen. »Natürlich ist das ein Problem«, sagt auch der Besitzer eines Mischlings. »Ich habe aber immer einen Plastiksack mit dabei.« Er kramt in der Hosentasche und holt eine Tüte heraus. »Damit entferne ich das.«

Offensichtlich ist das nur ein Hundebesitzer von wenigen. Geht man nach den gezählten Haufen, muss man zumindest davon ausgehen. Demnächst soll der Luitpoldpark übrigens wieder gemäht werden. Kilian Pfeiffer