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Heimisches Skeleton-Trio vorne dabei

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Mit seinem 6. Platz setzte der junge Kilian von Schleinitz ein Ausrufezeichen.
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Anja Huber-Selbach fand beim Heimweltcup zurück in die Erfolgsspur Fotos: Wechslinger
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Trotz des für sie enttäuschenden 6. Platzes bleibt Tina Hermann Weltcupführende.
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Darf mit den Ergebnissen vom Königssee zufrieden sein: Trainer Dirk Matschenz.

Schönau am Königssee – Der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) durfte nach den Weltcups in Bob und Skeleton am Königssee ein zufriedenstellendes Fazit ziehen. Die Bobfahrer glänzten ebenso wie die Skeletonzunft. Aus Berchtesgadener Sicht war besonders die Rückkehr von Anja Huber-Selbach vom RC Berchtesgaden in die Weltspitze eine schöne Überraschung (siehe auch Sportteil dieser Ausgabe).


Kilian von Schleinitz vom WSV Königssee fuhr im zweiten Heat mit der zweitbesten Zeit noch vom elften auf den sechsten Platz vor. Von Schleinitz ließ dabei Olympiasieger Alexander Tretiakov ebenso hinter sich wie den lettischen zweifachen Olympiazweiten und zweifachen Weltmeister sowie zehnfachen Weltcupgewinner Martins Dukurs. Der Berchtesgadener führte seine Topplatzierung auch darauf zurück, dass er Glück hatte und auch die Bahn abgebaut habe. Dennoch zeigte er sich vor allem mit seinem ersten Lauf, da alle gleiche Bedingungen hatten, recht zufrieden. In St. Moritz war er noch nicht, freut sich aber auch auf die einzige Naturbahn der Welt. Sein Erfolg vom Königssee fand große Resonanz bei seinen Freunden. Und auch die ARD wollte gleich mit dem Newcomer sprechen.

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Eine kleine Enttäuschung für Trainer Dirk Matschenz und vor allem für sie selbst war allerdings der sechste Platz von Tina Hermann vom WSV Königssee. Bei der Weltcupführenden spielten die Nerven nicht mit. »Tina dominierte ganz klar das Training und hat in beiden Abfahrten einen Fehler gemacht«, ärgerte sich Cheftrainer Dirk Matschenz, der jedoch mit seinen Schützlingen beste Arbeit leistet. Tina Hermann liegt im Gesamt-Weltcup immer noch vorn.

»Irgendwann muss man es eben wieder bringen«, befand die erfolgreichste deutsche Skeletonpilotin der letzten Jahre, Anja Huber-Selbach vom RC Berchtesgaden. Es sei natürlich einfacher, von hinten anzugreifen, als die Spitzenposition als Gejagte zu verteidigen, so die Zweite des Weltcups am Königssee, die eine lange Durststrecke hinter sich hat. Dass es gerade am Königssee vor ihrer Familie und ihren Freunden und Bekannten wieder geklappt hat, sei zwar schön, viel wichtiger sei aber die Tatsache, jetzt wieder vorne mitgefahren zu sein.

Das nächste Weltcup-Rennen findet auf der Olympiabahn in St. Moritz statt. »Ich kenne die Bahn gut, aber sie steht in jedem Jahr anders da. Daher muss ich mich erst auf die Umstände dort einstellen. Königssee ist abgehakt, war cool und hat Spaß gemacht. Aber in St. Moritz heißt es neues Spiel und neues Glück. Da kann es dann schon wieder ganz anders ausschauen«, befand die zwölffache Medaillengewinnerin bei Großereignissen, die allerdings an ihre letzte Weltmeisterschaft noch keine Gedanken verschwendet. »Es ist ohnehin noch niemand nominiert und es liegen noch vier Weltcups inklusive der Europameisterschaft davor«, erklärte Huber-Selbach weiter.

Im Hinblick auf die deutsche Mannschaft sieht sie nach einem zweijährigen Tief wieder ein Hoch. »Wir haben die jüngste Nationalmannschaft, von der zwei Drittel noch bei der Junioren-Weltmeisterschaft starten dürfen. Alle fahren ihre erste Weltcupsaison und müssen mit dem selbst auferlegten Druck und auch dem von Medien und Trainern umgehen lernen«, befand die Erfahrene.

Den Aufschwung im Skeleton führt Huber-Selbach auch darauf zurück, dass der neue Trainer Matschenz auch von den Vorarbeiten des erkrankten Cheftrainers Jens Müller profitiert, mit dem Huber-Selbach auch zwölf Jahre erfolgreich zusammengearbeitet hatte. Für sie bedeutete die Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer eine Umstellung, die jedoch zu gelingen scheint. Dennoch gibt die erfolgreiche Skeletonfahrerin zu bedenken: »In letzter Zeit stand keiner von uns ganz oben auf dem Podest und die Nationalhymne haben wir auch noch nicht gehört.« Christian Wechslinger